Jobcenter jetzt in eigenen Räumen
„Servicequalität verbessert“

Everswinkel -

Es riecht noch ganz neu. Ähnlich wie in einem Neuwagen. Doch nicht nur das Raumklima ist neu. Mit einem erweiterten Servicebereich ist das Jobcenter des Kreises Warendorf nach der Anfangszeit im Rathaus nun seit vier Wochen in eigenen, für die nächsten Jahre angemieteten Räumen am Magnusplatz 20 vertreten. Mit dem Umzug verbunden ist die Komplettierung des Dienstes vor Ort: der passive Bereich mit der Leistungsgewährung und der aktivierende Bereich mit Vermittlung und Fallmanagement sind in der Anlaufstelle vertreten.

Freitag, 18.05.2018, 07:05 Uhr

Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters (r.) und Kai John, Teamleiter für den passiven Bereich Everswinkel, Drensteinfurt und Team Selbstständige, vor dem neuen Domizil am Magnusplatz.
Dr. Ansgar Seidel, Leiter des Jobcenters (r.) und Kai John, Teamleiter für den passiven Bereich Everswinkel, Drensteinfurt und Team Selbstständige, vor dem neuen Domizil am Magnusplatz. Foto: Klaus Meyer

„Die Servicequalität hat sich damit vor Ort verbessert“, erklärte der Amtsleiter des Jobcenters, Dr. Ansgar Seidel, am Mittwochabend den Mitgliedern des Familien- und Sozialausschusses. Die schnupperten einmal die neue Raumluft und erhielten dann einen umfassenden Überblick über die Tätigkeit dieses Amtes der Kreisverwaltung und über aktuelle Fallzahlen in Everswinkel.

Rund 140 Millionen Euro umfasst das Jahresbudget. „Jeder dritte Euro des Kreishaushaltes fließt duchs Jobcenter“, zeigte Seidel auf. Mehr als 200 Mitarbeiter kümmern sich um die passiven und die aktivierenden Leistungen. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften bezeichnete Seidel als „für uns wesentliche Maßgröße“. 8 610 gab es im vergangenen Jahr kreisweit, davon 1 381 Flüchtlings-Bedarfsgemeinschaften. Die Prognose-Zahlen für 2018 wurden inzwischen angepasst (8 400 / 1 500). Werte, die im Vergleich zu ganz NRW unterdurchschnittlich seien, im Vergleich zum Münsterland etwas darüber lägen. Die Stadt Ahlen schlägt hier durch.

„Wir haben in Everswinkel rund 190 Bedarfsgemeinschaften“, spannte der Jobcenter-Chef den Bogen zur Vitus-Gemeinde. 428 Leistungsberechtigte waren im vergangenen Jahr registriert, 303 erwerbsfähige Leistungsberechtigte, „die man theoretisch in Arbeit führen könnte“. Natürlich stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften mit dem Flüchtlingsstrom ab Oktober 2016 spürbar an. Das spiegelt sich auch in einem statistischen Vergleich wider: Während Everswinkels Bevölkerungsanteil an den rund 280 000 Kreis-Bürgern 3,5 Prozent beträgt, liegt der Anteil der Bedarfsgemeinschaften an allen Bedarfsgemeinschaften im Kreis nur bei 2,4 Prozent – der Anteil der Flüchtlings-Bedarfsgemeinschaft an allen Flüchtlings-Bedarfsgemeinschaften im Kreis dagegen bei 4,8 Prozent. Der Anteil der Flüchtlings-Bedarfsgemeinschaften an allen Bedarfsgemeinswchaften in der Gemeinde liegt bei 34,7 Prozent – das ist der höchste Anteil kreisweit. „Flüchtlings-Bedarfsgemeinschaften sind in Everswinkel überproportional vertreten“, resümierte Seidel. Dass die Zahl der Kinder im SGB-II-Leistungsbezug von 83 im Jahr 2012 auf nunmehr 148 gestiegen sei, liege ursächlich auch daran, dass viele Flüchlings-Bedarfsgemeinschaften Kinder haben.

Nicht verwunderlich, dass die Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Arbeit „extrem an Bedeutung gewonnen hat“. Der Spracherwerb steht dabei im Mittelpunkt. „Wir möchten nach Möglichkeit dauerhaft und existenzsichernd integrieren“, betonte Seidel. Nach 69 Integrationen 2016 waren es im vergangenen Jahr 85 in Everswinkel. Zu den Integrationen zählen alle Aufnahmen von sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungen, voll qualifizierenden beruflichen Ausbildungen und selbstständige Erwerbstätigkeit von erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Seidel würdigte das „enge und beispielhafte Zusammenwirken von Gemeinde, Kreis, Arbeitsagentur und Ehrenamt in Everswinkel“ sowie die kurzen Kommunikationswege.

Am Ende machte Seidel deutlich: „Es gibt nicht das ganz große Rad, an dem man drehen kann. Es sind eher die vielen kleinen Schräubchen, mit denen man immer wieder justieren kann.“ Insofern seien die Arbeit und der direkte Kontakt vor Ort wichtig. Die Anlaufstelle Everswinkel ist somit auch eines der „Schräubchen“.

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