Everswinkel

Mi., 01.09.2010

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Schülern schlägt besondere Stunde

Farbig, fröhlich und fesch begrüßten die Sechstklässler ihre neuen Mitschüler an der Verbundschule. Nach dem Bühnenprogramm wurden die Eltern vom Förderverein zur Kaffeestunde mit Informationen eingeladen.Fotos: (Meyer)
Von Klaus Meyer

Everswinkel - Da merkt man dann doch schon die unterschiedliche Lebensphase: Während die Kids derzeit mehr über Kino-Filme wie Avatar, Eclipse, Karate Kid, Toy Story 3 oder Freche Mädchen 2 diskutieren, griff Verbundschulleiter Ludger Feller bei der Begrüßung am Dienstag auf einen Klassiker zurück, der wohl keinem der neuen Fünftklässler ein Begriff gewesen sein dürfte: „Wem die Stunde schlägt“. Der Streifen auf der Basis des gleichnamigen Hemmingway-Romans datiert nämlich aus dem Jahre 1943. Und selbst die Hauptdarsteller Gary Cooper und Ingrid Bergmann dürften nicht unbedingt zum Allgemeinwissen der 107 Zehn- und Elfjährigen gehören, die im Hauptschul- (56) und Realschulzweig (51) an den Start gehen. Die Filmtitel-Auswahl hatte aber ihren Grund.

Denn: Der treffe auf die heutige Situation zu. „Euch schlägt heute die Stunde. Der Müßiggang der Sommerferien ist beendet. Es ist die Stunde des Neuanfangs hier an der Verbundschule“, schlug Feller den Bogen. Die „schier grenzenlose Freiheit beim Tagesablauf in den vergangenen Ferienwochen“ sei nun vorbei, es gelte „ein etwas anderer Lauf der Dinge“. Das so genannte „Lernen fürs Leben“ fand in der Ansprache Fellers ihren Niederschlag. Schöpferische Kreativität ausleben und Wissensdrang stillen - „Schule ist darauf die einzig richtige Antwort“. Schule sei nicht im Schlaf zu schaffen, sondern für den Erfolg müsse man etwas tun. Vorschusslorbeeren gab es dennoch: „Ich bin restlos davon überzeugt - Ihr seid begeisterte Schüler; denn Ihr wisst, dass die Schule eigentlich keine Pflicht, sondern eine große Chance ist. Und Ihr wisst diese Chance auch zu schätzen, die Ihr Euch nicht entgehen lassen solltet“, motivierte er die Schüler, ihren Horizont, ihr Wissen zu erweitern, sich zu entwickeln „und in ganz neue Welten vorzudringen“, statt sich mit dem zu begnügen, was andere vormachen oder übrig lassen. Worte, die ihre Wirkung im Laufe der nächsten Jahre entfalten müssen.

Der Einschulungstag war jedenfalls erst einmal beschwingt durch das Bühnenprogramm der älteren Verbundschüler. Die zeigten in Dialogen, Gedichten, Szenen und Songs, was Schule ausmacht und warum Schule wichtig ist. Die Bandbreite reichte von James Krüss „Der Sperling und die Schulhofkinder“, über Kostproben der Musical-AG aus der großen Musical-Gala und das WM-Lied „Waving Flag“ mit buntem Fahnenmeer bis zum Sketch, der zeigte, wie es in mancher Familie so zugeht, wenn Hausaufgaben zu machen sind. 28 geteilt durch 7 - diese leichte Rechenaufgabe des Sohnes wurde seitens der Eltern mit den absurdesten Lösungsvorschlägen bedacht: Von sieben Zwergen in einer 28-Zimmerwohnung bis zu 28 Torten für die dreiköpfige Familie plus vier „gefräßige“ Freunde. „Das sind ja vier Torten für jeden!“, stellten Mutter und Sohn entsetzt fest und machten sich auf zum Einkauf. . . Ihnen schlug die Stunde der Erleuchtung nicht wirklich. Das wird bei den neuen Verbundschülern ganz anders werden.


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