Everswinkel

So., 05.09.2010

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Umzug mitten ins Geschehen

Michael Füssel (Caritas-Vorstand), Manfred Prekar (Bewohner), Ludger Banken (Bürgermeister), Lothar Berth (Wohnheimsleiter), Doris Waage (Bewohnerin), Margot Kortmann (Förderin und Vermieterin), Michael Lohoff (Bewohner Neubau Münsterstraße), Heinrich Hagedorn (Pfarrer) und Heinz-Josef Dartmann (Architekt) (v.l.) freuen sich über das neue Zuhause an der Bergstraße 24.Fotos: (Niesmann)

Everswinkel - Ein lachendes Schwarz-Weiß-Porträt ziert jeden Zimmereingang im Haus an der Bergstraße 24. Während der Fahrt mit dem Aufzug fährt man nicht nur ins Obergeschoss, sondern „reist“ gleichzeitig in Gedanken nach Barcelona, denn an den Innenwänden des Fahrstuhls hängen Bilder einer gemeinsamen Fahrt in die spanische Küstenstadt und erinnern an erlebnisreiche Tage. „Hier wird gelebt“, stellte Michael Füssel vom Vorstand des Caritasverbandes im Kreisdekanat Warendorf e.V. am Samstag bei der feierlichen Einsegnung des neuen Wohnheims für Menschen mit Behinderung fest.

„Mitten im Ort ist das Haus, nicht wie in früheren Zeiten am Rand. Sie gehören dazu und sind bestens integriert“, betonte Pfarrer Heinrich Hagedorn während des Wortgottesdienstes zu Beginn der Feierlichkeiten. „Ich habe selten so aufgeschlossene, ehrliche und glückliche Menschen erlebt.“ In einer Gesellschaft, die stark von Distanz, dem Sich-Verstellen und der Angst, jemandem zu nahe zu kommen, geprägt sei, empfinde er dies als sehr erfrischend.

Nach dem Gottesdienst bot sich den vielen Gästen die Gelegenheit zu einem kleinen Umtrunk, Imbiss und Rundgang durch die umgestalteten und umfunktionierten Räumlichkeiten. Die Musikgruppe, die „Die Schrägen Vögel und Freunde“ und Theresia und Georg Bertling mit ihren Drehorgeln rundeten das Programm musikalisch ab.

Im Oktober 2008 zogen die ersten Bewohner aus dem Altgebäude des Haus St. Vitus in den Neubau des Wohnheims an der Münsterstraße um. Da Wohneinrichtungen heutzutage nur für maximal 24 Bewohner gebaut werden, verblieben damals noch etwa 15 Bewohner im Altbau. Wegen des künftigen Wegfalls des alten Wohngebäudes musste für sie nach einer Alternative gesucht werden.

Hier bot sich das Mietgebäude der Familie Kortmann an der Bergstraße 24 an, das den neuen Anforderungen entsprechend umgebaut wurde und in dem Ende April 15 Menschen mit Behinderung ein neues Zuhause gefunden haben. In diesem „Aufteilungsspiel“ habe es viele Mitstreiter gegeben, die alle toll zusammengearbeitet hätten, unterstrich Füssel. Bei dieser Gelegenheit dankte er den Bewohnern, der politischen Gemeinde, dem Förderverein des Hauses St. Vitus, der Aktion Mensch sowie Förderin und Vermieterin Margot Kortmann.

Die Kosten für den Einbau des Aufzuges, den Bau behindertengerechter Bäder und die Anpassung der räumlichen Strukturen an die Bedürfnisse der Bewohner trug der Caritasverband im Kreisdekanat Warendorf. Das Gebäude bietet in mehreren Wohnungen Platz für ein weitgehend normales Wohnen in kleinen Wohneinheiten. Von den 15 Bewohnern werden fünf weiterhin stationär in einer Wohngruppe betreut. Für die weiteren zehn Bewohner, die ambulant betreut werden, stehen Zweier- oder Dreier-Wohngemeinschaften zur Verfügung.

„Dieses Wohnkonzept gibt auch den Menschen mit Behinderungen, die nicht ganz selbstständig alleine wohnen können, die Möglichkeit, in kleinen Wohneinheiten zu leben“, erklärte Heimleiter Lothar Berth. Durch die Anbindung an das stationäre Wohnen ist auch in der Nacht ein Ansprechpartner in Form einer Nachtbereitschaft für alle Hausbewohner anwesend.

„Keinem, der hier in Everswinkel bleiben wollte, wurde die Heimat genommen“, freute sich Füssel.

Äußerst zufrieden zeigte sich auch Bürgermeister Ludger Banken über die sinnvolle Nutzung des Gebäudes. „Das macht mich ein Stück weit glücklich.“ Und die Bewohner auch; das war ihnen ganz deutlich anzusehen, als sie die vielen Besucher stolz durch ihr neues Zuhause führten.


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