Everswinkel
Di., 07.09.2010
Werkstatt gesucht, Frau gefunden
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Alverskirchen - Heute vor 50 Jahren haben sich Gertrude und Hubert Hülsmann in der Pfarrkirche St. Agatha das Ja-Wort gegeben. Wie so oft im Leben, führte eine Reihe von Zufällen dazu, dass der in Enniger aufgewachsene Tischlermeister seine spätere Ehefrau in Alverskirchen kennenlernte, sich dort niederließ und durch zahlreiche Aktivitäten in der dörflichen Gemeinschaft seine Akzente setzte.
Nach seinen beruflichen Lehr- und Wanderjahren, die Hubert Hülsmann nach Süddeutschland, nach Frankreich, Spanien und in die Schweiz geführt hatten, war er auf der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten, um sich selbstständig machen zu können. „Ich wollte eigentlich in Enniger einen eigenen Betrieb gründen“, erzählt er. Von einer befreundeten Familie hat er dann erfahren, dass Josef Pletzer in Alverskirchen aus Altersgründen seinen Betrieb aufgeben wolle. „Beim ersten Gespräch im Wohnzimmer saß auch Gertrude, die damals 21-jährige Tochter von Agnes und Josef Pletzer“, erinnert sich Hülsmann an die damalige Begegnung. „Von der Zeit an interessierte mich weniger die Werkstatt, sondern mehr die junge Frau mit ihren schwarzen langen Haaren und ihren dunkelbraunen Augen.“ Dieses Interesse dürfte wohl auf Gegenseitigkeit beruht haben, denn beim Schützenfest und beim Kolpingfest im Jahr 1958 kamen sich Gertrude und Hubert näher, und 1960 wurde geheiratet.
Obwohl die Werkstatt nach seinen Vorstellungen ein wenig zu klein gewesen sei, habe ihn sein Schwiegervater von der „guten Lage des Betriebes in der Nähe von Münster“ überzeugen können. Und so richteten sich Gertrude und Hubert Hülsmann an der Hauptstraße in Alverskirchen ein und bauten im Garten ein größeres Werkstattgebäude. Drei Kinder - zwei Jungen und ein Mädchen - stellten sich nach und nach ein. Beide Söhne haben ebenfalls das Tischlerhandwerk erlernt, die Tochter arbeitet als Architektin. Inzwischen sind acht Enkelkinder dazugekommen.
Noch in der aktiven Berufszeit engagierte sich Hubert Hülsmann in zahlreichen Vereinen und war darüber hinaus Gründungsvater des Alverskirchener Spielmannzuges. „Ich war Vorstand und Übungsleiter in einer Person“, denkt der Ehrenvorsitzende gerne an diese Zeit. Gertrude Hülsmann betätigte sich neben Haus, Kindererziehung und Büroarbeiten im Vorstand der Katholischen Frauengemeinschaft. 1997 hat Hubert Hülsmann seinem Sohn Martin den Tischlereibetrieb übergeben. „Als unsere Kinder klein waren, hatten wir nicht immer ausreichend Zeit für sie“, räumen die Hülsmanns ein, „aber heute genießen wir die Zeit mit unseren Enkelkindern in vollen Zügen.“
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