Kreis Warendorf
Do., 21.05.2009
Mathematik ist wie Klavierspielen
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Kreis Warendorf - Der Verein „Keiner geht verloren“ (kgv) hat sich zum Ziel gesetzt, Schüler zu fördern. Diese Arbeit beginnt schon im Kindergarten. Wie Kinder ab dem vierten Lebensjahr für Mathematik fit gemacht werden können, erläuterte gestern Dr. Günther Heil bei einer Fachtagung in Ahlen auf Einladung des Vereins kgv. Redakteurin Beate Kopmann sprach mit dem Experten.
Sie beschäftigen sich seit über 30 Jahren mit Rechenschwäche. Hat dieses Phänomen zugenommen?
Heil: Ja, ganz erheblich, insbesondere in den letzten 20Jahren.
Woran liegt das?
Heil: Die Rechenschwäche hat verschiedene Ursachen. Dazu
zählen gesellschaftliche Einflüsse, schulische Bedingungen und persönliche Faktoren. Auf keinen Fall ist es eine Krankheit. Mathematik muss
methodisch richtig vermittelt
werden. Hirnneurologische Untersuchungen belegen, dass Kinder zum Rechnen in der Zahlenreihe denken. Folglich ist zuerst mit der Zahlenreihe zu beginnen und dann erst sind Mengen hinzu zu ziehen. Mathe hängt außerdem
stark von Regeln ab. Und Kinder lernen heute nicht mehr so
wie früher. Mangelnde Ordnung und Disziplin spielen hier auch eine Rolle. Mathematik ist wie Klavierspielen. Wenn die Grundlagen fehlen, kommen die Kinder nicht weiter. Man muss einfach üben.
Sie wollen Vierjährige schon fit für Mathe machen. Wie funktioniert das?
Heil: Spielerisch. Die Kinder lernen über die Zahlenreihen,
erst von null bis neun, dann von zehn bis 19 vorwärts und rückwärts. Die Kinder lernen die Zählschritte als Vorbereitung für minus und plus und Zahlen zu zerlegen. So lernen sie Grundlagen für sicheres Rechnen in der Grundschule.
Wenn Erzieher und Lehrer ihre Methode umsetzen wollen, brauchen Sie dafür bestimmtes Material?
Heil: Das Material „Im Land der Zahlenzwerge“ ist ein wichtiges Hilfsmittel. Es ist erhältlich beim plm-Verlag.
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