Fr., 26.05.2017

Flüchtlinge und Ehrenamtliche Im Tandem stark

Netzwerken, um besser zu helfen: Franz-Josef Blömker mit den Flüchtlingshelfern Mechthild Helmert, Christa Sandmann, Claire Mesch, Elisabeth und Werner Moss sowie Elisabeth Lückewerth.

Netzwerken, um besser zu helfen: Franz-Josef Blömker mit den Flüchtlingshelfern Mechthild Helmert, Christa Sandmann, Claire Mesch, Elisabeth und Werner Moss sowie Elisabeth Lückewerth. Foto: Ulrike von Brevern

Kreis Warendorf - 

„Alt für Jung-Patenschaften“ unterstützt seit 2016 geflüchtete Menschen und ihre Helfer. Das Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“ gibt Geld.

Von Ulrike Brevern

„Das Geld ist schon beruhigend!“ Claire Mesch ist in diesem Punkt ganz offen. Ihr Arbeitskreis „Miteinander“ kümmert sich um Geflüchtete in Milte und Müssingen. Über „Alt für Jung-Patenschaften“ sind im vergangenen Jahr 200 Euro pro Tandem in die Arbeit ihrer Initiative geflossen. Für sie und die anderen Flüchtlingshelfer, die sich im Rahmen des Programms am Küchentisch von Elisabeth   Lückewerth in Sassenberg getroffen haben, bedeutet das Projekt aber noch mehr. Sie schätzen die Weiterbildung und das Netzwerk, das dadurch entsteht.

„Alt für Jung-Patenschaften“ unterstützt seit vergangenem Jahr Tandems zwischen Geflüchteten und hier lebenden Menschen. Das Projekt der Bundesarbeitsgemeinschaft Seniorenbüros (BAS) verteilt Mittel aus dem Bundesprogramm „Menschen stärken Menschen“. Eine doppelte Integrationsleistung war für die BAS und deren Bundesvorsitzenden, den stellvertretende Landrat Franz-Ludwig Blömker, interessant: Ältere Menschen haben Zeit und Erfahrung, um Geflüchteten zu helfen. Viele Geflüchtete sind jung und das stärke das generationenübergreifenden Miteinander.

Im Kreis Warendorf ist das Programm mit drei Standorten vertreten. In Everswinkel ist das kommunale Haus der Generationen Projektpartner der BAS. In Ahlen verwaltet die städtische Leitstelle „Älter werden“ die Mittel. Sie hat eigens mit Caritas und dem Förderverein für Flüchtlinge einen Arbeitskreis „Patenschaften“ gegründet, der inzwischen rund 50 registrierte Tandems betreut.

Im Bereich Warendorf übernimmt die Akademie Ehrenamt die Koordination für 30 Patenschaften pro Jahr. Nachdem sich Sendenhorst zurückgezogen hat, teilen sich die beiden Flüchtlingsinitiativen Sassenberg sowie Milte, Einen und Müssingen die Pauschalen. Sie wandern jeweils in einen großen Topf, aus dem Aktivitäten und Beratungen finanziert werden.

Die Helfer betreut die BAS durch fachliche Unterstützung. Neben gelegentlichen bundesweiten Treffen setzen die Organisatoren auch auf „Webinare“, also auf Seminare im Internet. „Das hat mich wirklich sehr beeindruckt“, lobt Elisabeth Lückewerth, „eine gute Möglichkeit, über den Tellerrand zu schauen.“ „Man bekommt das Gefühl, kein Einzelkämpfer zu sein“, ergänzt Christa Sandmann, die sich um die Bewohner eines noch jungen Flüchtlingsheims in Müssingen kümmert. Für sie ist die Vernetzung besonders wichtig, „sonst mühen sich alle und das kostet nur Zeit“.

Bei Projektbesuchen hat sich Blömker überzeugt, dass die Unterstützung bei den Geflüchteten ankommt. Aber er ist auch von der umgekehrten Wirkung fasziniert: „Da wird eine Krankenschwester zur Deutschlehrerin, ein Fernsehtechniker zum Sozialfachmann. Durch den direkten Kontakt mit Geflüchteten entdecken die Menschen für sich ganz neue Kompetenzen.“

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