Di., 20.06.2017

Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe Entlastung für pflegende Angehörige

Hand in Hand helfen: Daniela Rehnen, Lena Bringenberg, Lisa Heese und Sabine Tenambergen stellten in dem Räumen des Paritätischen an der Waterstroate 6 das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe im Kreis Warendorf vor.

Hand in Hand helfen: Daniela Rehnen, Lena Bringenberg, Lisa Heese und Sabine Tenambergen stellten in dem Räumen des Paritätischen an der Waterstroate 6 das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe im Kreis Warendorf vor. Foto: Peter Sauer

KREIS WARENDORF - 

Um Pflegebedürftige und pflegende Angehörige zu entlasten, ihre Selbstbestimmung zu stärken und einen Impuls für den Aufbau eines „Landesnetzes Pflegeselbsthilfe“ zu geben, fördert Nordrhein-Westfalen erstmals Selbsthilfestrukturen in der Pflege. Land und Pflegekassen stellen dafür bis 2018 gemeinsam drei Millionen Euro zur Verfügung. Eine von 36 Kontaktbüros öffnete jetzt ihre Pforten an der Waterstroate 6 in Warendorf – beim Paritätischen.

Von Peter Sauer

Die 93-jährige Frau musste für ein paar Tage ins Krankenhaus. Dort wird sie gefragt: „In welchem Altersheim wohnen sie denn?“ Sie antwortet aus voller Überzeugung: „In keinem! Ich lebe zu Hause bei meiner Tochter!“ Lisa Heese, Vorsitzende der Paritätischen Kreisgruppe, erzählt am Dienstag nicht nur von ihrer Mutter. „Viele Senioren wollen“, so ergänzt Kreisgruppengeschäftsführerin Lena Bringenberg, „so lange wie möglich in ihren gewohnten Wänden bleiben“. Das bedeutet für die pflegenden Angehörigen jede Menge Extraarbeit – wie ein zweiter Job.

Um pflegende Angehörige besser unterstützen zu können, wurde in den Räumen des Paritätischen in Warendorf das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe im Kreis Warendorf gegründet. Lisa Heese, Lena Bringenberg, Daniela Rehnen und Kontaktbüro-Mitarbeiterin Sabine Tenambergen („Ich war im ersten Leben Altenpflegerin“), stellten jetzt das Konzept vor: „Wir bringen pflegende Angehörige zusammen und stärken sie in ihrem selbstbestimmten Leben.“

Das Kontaktbüro wird befristet auf drei Jahre aus dem Landesförderplan Alter und Pflege der Landesregierung NRW vom Ministerium für Gesundheit und den Pflegekassen finanziert. NRW fördert damit erstmals Selbsthilfestrukturen in der Pflege. Ziel des neuen Angebots, das NRW-weit umgesetzt wird, ist es, Pflegebedürftige und pflegende Angehörige passgenau zu entlasten, ihre Selbstbestimmung und Autonomie zu stärken und einen Impuls für den Aufbau eines „Landesnetzes Pflegeselbsthilfe“ zu geben.

„In NRW leben mehr als 640 000 Pflegebedürftige und geschätzt eine Millionen pflegende Angehörige“, sagt Lena Bringenberg. Während Selbsthilfeorganisationen im Gesundheitsbereich seit langem etabliert sind, fehlt es an vergleichbaren Strukturen in der Pflege.

Diese Lücke will jetzt das Kontaktbüro Pflegeselbsthilfe für den Kreis schließen. Die Angebotspalette der Selbsthilfe-Kontaktstelle, an die es angedockt wird, soll umfangreich und transparent erweitert werden. Angehörigen soll der Zugang zu bestehenden Selbsthilfegruppen erleichtert sowie die Gründung neuer wohnortnaher Gruppen in vielfältiger Trägerschaft ermöglicht werden. Das Kontaktbüro begleitet in erster Linie die Selbsthilfegruppen vor Ort an. Fördergelder werden beantragt und verteilt, Netzwerke errichtet. Allgemeine Sprechstunde ist mittwochs von 15 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung. Infos: ✆ 0 25 81 / 46 79 98 4

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