Erziehungskompetenz der Eltern stärken
Rückkehr in die Familie glückt oft

Kreis Warendorf -

Die Gründe, warum Kinder zeitweise nicht in ihrer Familie leben können, sind vielfältig – etwa weil die Eltern psychisch krank sind oder ihre Sucht nicht überwinden können. Damit das Leben in stationären Wohngruppen möglichst befristete ist, hat der Kreis Warendorf vor Jahren ein Kooperationsprojekt mit der Erziehungshilfe St. Klara in Beckum gestartet.

Dienstag, 17.04.2018, 08:04 Uhr

Ein glückliches Familienleben zu schaffen, überfordert manche Eltern. In einem Kooperationsprojekt, das die Erziehungshilfe St. Klara zusammen mit dem Kreisjugendamt aufgebaut hat, erhalten Eltern Hilfe, um ihre Erziehungskompetenz zu stärken. Wenn das gelingt, können die Kinder oft wieder in ihre Familien zurückkehren.
Ein glückliches Familienleben zu schaffen, überfordert manche Eltern. In einem Kooperationsprojekt, das die Erziehungshilfe St. Klara zusammen mit dem Kreisjugendamt aufgebaut hat, erhalten Eltern Hilfe, um ihre Erziehungskompetenz zu stärken. Wenn das gelingt, können die Kinder oft wieder in ihre Familien zurückkehren. Foto: Frank Leonhard/dpa

Ziel des Projekts ist, dass die Kinder – wenn möglich – wieder in ihre Familien zurückkehren können. Bis dies umsetzbar ist, erhalten die Eltern in der Zwischenzeit viel Unterstützung und Beratung. Diese intensive Betreuung können sie bei Bedarf auch noch lange Zeit nach der Rückkehr des Kindes in Anspruch nehmen.

Im Zeitraum von 2015 bis 2017 haben zuletzt 13 Kinder an dem Rückkehr-Konzept teilgenommen. „Neun dieser Kinder sind inzwischen wieder zu Hause bei ihren Eltern“, informierte Dr. Christoph Heckmann, Leiter der Erziehungshilfe St. Klara, im Jugendhilfeausschuss. Die anderen vier Kinder lebten weiter in Wohngruppen. Dass das Konzept eine so hohe Erfolgsquote hat, wurde im Fachausschuss positiv zur Kenntnis genommen.

Eltern können an unserem Projekt nur teilnehmen, wenn sie auch bereit sind, sich beraten zu lassen. Viele nehmen die Unterstützung aber gerne an.

Dr. Christoph Heckmann

„Eltern können an unserem Projekt nur teilnehmen, wenn sie auch bereit sind, sich beraten zu lassen. Viele nehmen die Unterstützung aber gerne an“, so Heckmann. Er schilderte aber auch, dass das Beratungsangebot keineswegs von allen Eltern akzeptiert würde.

„In vielen Fällen ist gerade die ambulante Betreuung nach der Rückkehr des Kindes wichtig. Abgesehen von regelmäßig vereinbarten Treffen können die Eltern uns auch jederzeit anrufen.“

Gute Erfahrung haben die Pädagogen mit dem Ansatz gemacht, eine zeitlich begrenzte stationäre Hilfe möglichst früh einzuleiten. In schwierigen Familienkonstellationen seien die Eltern sonst oft schon mutlos. Und das Projekt verfolge schließlich das Ziel, die Elternverantwortung zu fördern. Zeitlich befristete professionelle Hilfe sei dabei ein guter Weg, um die Familien zu stärken.

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