Modellprojekt beim Kreissportbund
Mit Sport soziale Kompetenzen stärken

Kreis Warendorf -

Mit Sport hatten die 17 jungen Frauen und Männer in ihrem früheren Leben meist nicht viel am Hut. Das fand in Syrien, Eritrea oder auch Bulgarien statt. Umso mehr klotzen sie in den zurückliegenden drei Wochen ran, in denen sie sich in der Turnhalle der Overbergschule auf die Befähigung zum Übungsleiter (ÜL) vorbreiteten. Am heutigen Donnerstag und Freitag heißt es, Farbe zu bekennen: Dann prüfen zwei Ausbilder des Landessportbundes die theoretischen und praktischen Kenntnisse der Teilnehmer.

Donnerstag, 09.08.2018, 16:50 Uhr

Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Modellprojektes „Berufliche Orientierung und Lizenz-Ausbildung Sport“ trainierten gestern noch hart für die ab heute anstehenden Prüfung für die Anerkennung als Übungsleiter.
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Modellprojektes „Berufliche Orientierung und Lizenz-Ausbildung Sport“ trainierten gestern noch hart für die ab heute anstehenden Prüfung für die Anerkennung als Übungsleiter. Foto: Dierk Hartleb

Das dreiwöchige sportliche Kompaktprogramm ist Teil eines landesweiten Modellprojektes namens „Bolas“, das für Berufliche Orientierung und Lizenz-Ausbildung Sport“ steht. Hinter dem Konzept steht der Präsident des Kreissportbundes, Ferdi Schmal, der sich seit Beginn des Flüchtlingszustroms 2015 um die Integration kümmert. „Sport kann bei der erfolgreichen Integration eine wichtige Rolle spielen“, unterstrich Schmal bei einem Pressegespräch in der Sporthalle der Ahlener Hauptschule.

Die Ausbildung zum Übungsleiter ist Teil eines eineinhalbjährigen Integrationskurses, den der Kreissportbund in Zusammenarbeit mit dem Bildungsinstitut Münster (BIMS), der SBH West (Stiftung Bildung Handwerk), der Arbeitsagentur Ahlen-Münster, dem Jobcenter des Kreises und der Landesregierung durchführt. In der Düsseldorfer Staatskanzlei ist man auf die Ergebnisse des Modellprojektes gespannt, das im kommenden Jahr in vier weiteren Kreisen (Rhein-Erft, Münster, Steinfurt, Recklinghausen) an den Start gehen soll.

Doch zunächst wollen die aktuellen Teilnehmer ihren ÜL machen. „Wir haben sie von Anfang betreut, erklärte Sabine Lillmanntöns, beim KSB Fachkraft für Integration. Dazu gehört, dass sie zusammen mit ihrer Kollegin Melanie Tillmann die sportlichen Interessen der Teilnehmer des Integrationskurses eruiert haben, um sie an entsprechende Vereine zu vermitteln. Anders als im vergangenen Jahr bei einer ähnlichen Maßnahme stand diesmal nicht Fußball im Vordergrund, sondern die Interessen waren sehr unterschiedlich. Sie reichten von Volleyball, Boxen und Schwimmen bis hin zum Bogenschießen. Begeistert waren die jungen Frauen und Männer im Alter zwischen 17 und 24 Jahren von einem Aufenthalt in der Sportschule Hachen im Sauerland; seitdem können alle schwimmen. Das Betreuerteam vervollständigt Mike Hoffmann als Sozialarbeiter.

Leicht war das Ausbildungsprogramm für die Teilnehmer nicht, denn neben vielen Fachbegriffen, sie auf sie einprasselten, und praktischen Übungen waren ihnen viele Spiele bislang gänzlich unbekannt.

Wer beim ersten Mal die Prüfung nicht schafft, bekommt noch eine zweite Chance. Schmal ist sicher, dass der Erwerb des Übungsleiterscheins die Teamkompetenzen der Teilnehmer erhöht und die Chancen für eine berufliche Perspektive nach Abschluss des Integrationskurses deutlich verbessert.

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