Aus Gisunzu wird Ndaba
Mo., 23.01.2012
Beeindruckende Reise nach Ruanda / Zumhasch: „Eine unglaubliche Gastfreundschaft erlebt“
Trinkwasser ist ein kostbares Gut in Ruanda. Die Vereinsvorsitzende von Ndaba-Ostbevern besichtigt eine Quelle, die mit Spenden aus Ostbevern gebaut werden konnte.
Ostbevern -
Früher hieß der Distrikt in Ruanda, in dem sich die Ostbeverner seit 2005 persönlich und finanziell engagieren, Gisunzu. Durch eine politisch gewollte Dezentralisierung ist die Region umbenannt worden, und zwar nach dem Fluss, der durch den neuen Distrikt fließt: Ndaba. „Das hat uns dazu bewogen, unseren Vereinsnamen den neuen Gegebenheiten anzupassen“, sagte die Vereinsvorsitzende Margret Dieckmann-Nardmann. Das ist zwar noch nicht rechtlich festgezurrt, doch zukünftig wird die Gruppe aus der Bevergemeinde unter „Ndaba-Ostbevern e.V.“ firmieren. Auch der Partner aus Ruanda wird der Neuerung Rechnung tragen und „Ndaba“ in seinen Vereinsnamen aufnehmen.
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Das war aber nur ein Ergebnis einer zweiwöchigen Tour, die Dieckmann-Nardmann zusammen mit Theodor Bergermann, Dr. Brigitte Bauer, Heinz-Josef und Ulla Zumhasch, Dietmar Schaal sowie Ulrich Niehoff nach Ruanda unternommen hatte. „Das war ein unglaubliches Erlebnis im Land der tausend Hügel und des ewigen Frühlings“, berichtete Bergermann. „Ein tolles Land, viele Begegnungen und eine fantastische Gastfreundschaft“, bestätigte Heinz-Josef Zumhasch.
Die Gastgeber und Partner aus Ruanda hatten für die siebenköpfige Gruppe ein umfangreiches Programm erarbeitet, gleichermaßen Touristisches wie auch zahlreiche Begegnungen standen auf dem Plan. Nach der Ankunft in der Hauptstadt Kigali besuchte sie bereits am ersten Tag den Nationalpark „Akagera“ am Rand zu Tansania. „Besonders beeindruckend war danach der Besuch der Gedenkstätte in Kigali zum Genozid in Ruanda 1994, bei dem rund eine Million Menschen ermordet wurden“, so Zumhasch. Auch die Tage in Kibuye werden den Ostbevernern unvergessen bleiben.
Schwerpunkt der Reise waren aber die persönlichen Kontakte zu den Partnern, die Gespräche mit den Distrikt-Chefs, Mayor Gaspard Byukusenge und Bernard Kayumba, das Zusammensein bei den Menschen vor Ort sowie die Besuche der Trinkwasserquellen, die mit Spenden der Ostbeverner gebaut wurden, und von Kaffeeplantagen. „Wir fördern den Verkauf von fair gehandeltem Kaffee aus Ruanda“, so Dieckmann-Nardmann.
Von den zahllosen Eindrücken, die die Deutschen in Ost-Zentralafrika sammelten, war der Besuch eines Behinderzentrums mit traumatisierten Kindern in der Trägerschaft der katholischen Kirche eine besonderer. Es wurde erzählt und gesungen, auf deutsch und afrikanisch, berichtete Zumhasch. „Das war sehr berührend mit den taubstummen und traumatisierten Kindern“, so die Vorsitzende.
Wichtig waren den Deutschen aber auch die Gespräche mit den ruandischen Politikern und den Kontaktpersonen vor Ort. „Das ist für unsere afrikanischen Partner wichtig, aber auch für uns. So können wir sehen, was mit unserem Geld passiert“, sagte Zumhasch. Wie notwendig die Unterstützung der Trinkwasserprojekte ist, konnte dabei einmal mehr hautnah erlebt werden. „Jede Quelle, die wir unterstützen, ist von großer Bedeutung“, hat das Vorstandsmitglied erfahren. „Es ist unglaublich, wie mühselig es ist, solche Quellen zu erschließen.“ Und Dieckmann-Nardmann ergänzte: „Ziel der ruandischen Regierung ist es, bis 2020 jeder Familie den Zugang zu sauberem Trinkwasser zu ermöglichen.“ Das ist derzeit eben nicht der Fall. „Für uns ist das unvorstellbar“, sagte sie.
Projektiert sind weitere Aktionen zur Unterstützung der Partner in Ndaba, vorrangig aber weiterhin die Trinkwasserbrunnen. „Wir wollen neben diesem Schwerpunkt den kulturellen Austausch forcieren“, sagte die Vereinsvorsitzende. Dazu soll der persönliche Kontakt zu den Ansprechpartnern der Politik, aber auch zu den Menschen verstärkt werden. „Es wäre daher schön, wenn wir dieses Land jährlich ein Mal besuchen würden und Menschen aus Ruanda nach Ostbevern kämen“, so Dieckmann-Nardmann. „Wir sind als Helfer in Ndaba noch gefragt. Wir nehmen von dort aber auch ganz viel mit“, ergänzte Zumhasch.
