Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft

So., 22.01.2012

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Kontroverse Diskussion um Speicher-Anbau

Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft : Kontroverse Diskussion um Speicher-Anbau

Über die Anbaupläne informierten die Vorstandsmitglieder Michael Stegemann, Josef Kolkmann, Lutz Beuker, Franz-Josef Altenschulte, Robert Laufer sowie Hermann Schapmann. Foto: Reinker

Ostbevern-Brock - 

Der Verein zur Förderung der Dorfgemeinschaft macht sich für einen Anbau an den Bröcker Speicher stark. Die Umsetzung dieses Projektes wurde nach kontroverser Diskussion in der Generalversammlung mehrheitlich beschlossen.


Der Anbau an den Dorfspeicher ist für den Vorstand des Vereins zur Förderung der Dorfgemeinschaft nun beschlossene Sache. Nach langen und zum Teil erregten Diskussionen bei der Jahreshauptversammlung am Freitagabend sprach sich ein Großteil der Mitglieder für diese Maßnahme aus. Die Debatten werden aber auch in den nächsten Wochen wohl nicht verklingen, zumal derzeit nicht alle notwendigen Genehmigungen in trockenen Tüchern sind.

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Über 30 Gäste sowie Architekt Hermann Schapmann konnte Franz-Josef Altenschulte als Vereinsvorsitzender im Speichergebäude begrüßen. Schriftführer Josef Kolkmann legte danach die Eckdaten des Vereins vor. Mit 69 Vermietungen im vergangenen Jahr, davon 25 mit angeschlossenem Zelt, erfreut sich der Dorfspeicher weiterhin großer Beliebtheit, berichtete er. Auch die Mitgliederzahlen mit zurzeit 384 seien stabil.

Kassenwart Robert Laufer stellte Soll und Haben gegeneinander und konnte eine positive finanzielle Lage vorweisen. Ein großer Kostenaufwand neben der Instandhaltung seien die Energieausgaben.

Die Arbeit des Vorstands wurde bei den anschließenden Vorstandswahlen bestätigt. Der Vorsitzende Franz-Josef Altenschulte, Kassierer Robert Laufer sowie die Beisitzer Bernhard Dartmann und Michael Stegemann wurden wiedergewählt.

Über den aktuellen Stand der Planungen zum Anbau, der das in die Jahre gekommene Zelt ersetzen soll, informierten der Vorstand und Architekt Hermann Schapmann. Ein komplettes Gebäude im Fachwerkstil mit einer innen sichtbaren Dachkonstruktion soll sich nach den von Schapmann vorgelegten Plänen dem bisherigen Gebäude anschließen. Ein Regenschutz zwischen Backhaus, Alt- und Neubau soll die somit stark verkleinerte Terrassenfläche überdecken. „Eine Terrasse in der jetzigen Größe wird es nicht mehr geben“, stellte Altenschulte fest.

Etliche Einwände und Fragen beschäftigten den Vorstand und die Mitglieder anschließend. Die Lärmbelästigung durch Feiern im Speicher sowie durch Veranstaltungen im Außenbereich sahen Anlieger nicht durch einen Anbau gemindert. Eine erweiterte Grundfläche böte Möglichkeiten für größere Partys im Speicher, der Lärm auch durch ein fe­stes Mauerwerk sei erheblich.

Die Probleme der Lärmbelästigung seien dem Vorstand im diesem Ausmaß nicht bekannt, äußerte sich Altenschulte zu den Einwänden. „Freiluftveranstaltungen darf die Gemeinde dann eben nicht mehr genehmigen.“ Die Lärmvorschriften müssten in Zukunft strenger kontrolliert werden. Zudem stellten einige Anwesende den Sinn des Vereins bei einer so starken kommerziellen Nutzung des Dorfspeichers in Frage.

Auch die finanzielle Stemmung des Projekts wurde angezweifelt. Eine Summe von jährlich 7000 Euro, mit der über eine Laufzeit von zehn Jahren das zinslose Darlehen der Gemeinde bedient werden müsse, könne nicht nur mit Beiträgen und Speichermieten getragen werden. Dies wiesen die Vorstandsmitglieder zurück. Öffentliche Zuwendungen, eventuelle Erhöhungen der Einnahmen und Arbeiten in Eigenregie würden den Finanzrahmen sichern. „Die Finanzierung steht auf sicheren Füßen“, meinte auch Hermann Schapmann. „Außerdem sind wir berühmt für die Eigenleistung“, sprachen einige Mitglieder dem zu. „Das kriegen wir schon hin.“

Bei einer Abstimmung sprach sich schlussendlich die Mehrzahl der Anwesenden für einen Anbau aus. Wenn Bebauungsplanänderung und Lärmschutzgutachten durchgeführt sowie weitere Genehmigungen eingeholt sind, steht somit dem Anbau wohl nichts mehr im Wege.


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