„Ein begnadeter Redner“
Di., 21.02.2012
Hoffstädt erinnert sich an Gauck-Besuch in Ostbevern
Im Januar 2005 trug sich Joachim Gauck (l.), im Bild mit Jürgen Hoffstädt, ins Goldene Buch ein.
Ostbevern -
Sollten die Ostbeverner demnächst Joachim Gauck im Amt des Bundespräsidenten auf dem Bildschirm sehen, dann können sie ihren Gästen stolz erzählen: „Der war schon hier“. Am 9. Januar 2005 hielt nämlich der ehemalige Bundesbeauftragte für Stasi-Unterlagen die Festrede beim Neujahrsempfang in der Beverhalle. Titel: „15 Jahre nach dem Fall der Mauer – ist zusammengewachsen, was zusammengehört?“.
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Ex-Bürgermeister Jürgen Hoffstädt erinnert sich noch genau: „Ich hatte Gauck Mitte 2004 in Köln bei einer Veranstaltung des Städte- und Gemeindebunds gehört und festgestellt, dass der Mann ein begnadeter Redner ist. Daraufhin habe ich ihm geschrieben mit der Bitte, zum Neujahrsempfang nach Ostbevern zu kommen.“ Die Antwort ließ offenbar lange auf sich warten. „Ende November hatte meine damalige Sekretärin Ulrike Jasper dann plötzlich Joachim Gauck persönlich am Telefon. Sie war ganz perplex. Er entschuldigte sich bei mir dafür, dass er sich erst so spät melde. Er habe sehr viel zu tun gehabt“, so Hoffstädt. Da es „für eine Absage wohl zu spät“ gewesen sei – wo hätte die Gemeinde auch so schnell einen anderen Redner herbekommen? – sagte der Bürgerrechtler damals sein Kommen zu. „Joachim Gauck reiste am Vorabend des Jubiläumsempfangs, einem Samstag, an und übernachtete bei Finke“, berichtet Jürgen Hoffstädt. Gegen 20 Uhr habe er den charismatischen ehemaligen evangelisch-lutherischen Pastor und Volkskammerabgeordneten dort getroffen. „Wir sprachen über Gott und die Welt und es wurde ein langer Abend“, schmunzelt der damalige Bürgermeister noch heute. Beim Neujahrsempfang am nächsten Tag habe es „keine fünf Minuten gedauert, bis alle an Gaucks Lippen hingen“. Am Ende der Veranstaltung und nach einem Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde habe sich der Redner noch viel Zeit für persönliche Gespräche mit den Gästen genommen. Danach habe es viele positive Stimmen zu seinem Besuch gegeben. Eine Anekdote erzählt Jürgen Hoffstädt noch heute gern: „Joachim Gauck hat damals das Bier bei Finke besonders gut geschmeckt. Da haben wir ihm zum Abschied eine Kiste Pott’s in den Kofferraum seines Wagens gestellt.“
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