Keine Angst vor dem Tod

Mi., 22.02.2012

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Keine Angst vor dem Tod

Keine Angst vor dem Tod : Keine Angst vor dem Tod

Laden zum Besuch eines Einführungskurses zur Sterbebegleitung ein (v.l.): Bernadette Rautland, Hildegard Tünte-Poschmann, Barbara Becker, Ursula Pinnekamp und Kerstin Thormann. Foto: Teuber

Ostbevern - 

Krankheit, Tod und Trauer sind Themen, die Menschen gern meiden. Dabei gehören sie zum Leben. Ein Einführungskursus zur Sterbebegleitung, den der Hospizkreis Ostbevern, der Hospizverein für die Stadt Warendorf und das dortige Haus der Familie in Kooperation anbieten, sollen die Grundlagen einer von Offenheit, Respekt und Sensibilität gegenüber anderen Menschen geprägten Begleitung vermittelt werden.

Von Sigmar Teuber

Der Mensch hat das Sterben ausgelagert. Es findet in Krankenhäusern, Seniorenheimen und auf dem Bildschirm statt, aber selten zu Hause. Angehörige fühlen sich mit einer Sterbebegleitung oft überfordert, glauben, die Situation nicht aushalten zu können. Aus Unsicherheit und Angst, Fehler zu machen, geben sie den kranken oder alten Betroffenen in die stationäre Versorgung. Dabei ist es nach Feststellung von Fachleuten der größte Wunsch von mehr als 90 Prozent der Menschen, in ihrer vertrauten Umgebung zu sterben, mit vertrauten Menschen um sich herum.

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Die Vorsitzende des Hospizkreises Ostbevern, Hildegard Tünte-Poschmann, Koordinatorin Bernadette Rautland, und auch Ursula Pinnekamp, Barbara Becker sowie Kerstin Thormann vom Hospizverein für die Stadt Warendorf wissen, wie schwer es ist, sich mit dem Gedanken an den Tod auseinanderzusetzen. In den mehr als zehn Jahren, in denen sie selbst als Sterbebegleiterinnen tätig sind, haben sie es nicht nur am eigenen Leib sondern auch in der Zusammenarbeit mit ihrem Team erfahren. 90 Mitglieder hat zurzeit der Kreis in der Bevergemeinde; 80 der Verein in Warendorf. Davon sind hier 22, dort 17 aktiv in der Sterbebegleitung tätig.

Um jedem die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit sowie die bewusste Wahrnehmung von Verlust und Trauer unverbindlich zu ermöglichen, bieten der Hospizkreis und der Hospizverein in Zusammenarbeit mit dem Haus der Familie Warendorf ab März bis Ende April einen Einführungskursus zur Sterbebegleitung an. Durch Impulsreferate, Gruppen- und Einzelarbeit, Selbsterfahrungsübungen und Erfahrungsaustausch in der Gruppe sollen „die Grundlagen einer von Offenheit, Respekt und Sensibilität gegenüber dem anderen Menschen geprägten Sterbebegleitung“ vermittelt werden, so die Organisatoren. Auf Wunsch könne auch ein gemeinsamer Besuch eines stationären Hospizes unternommen werden.

Hildegard Tünte-Poschmann und ihre Mitstreiter versuchen seit Jahren, die Themen Sterben und Tod in die Öffentlichkeit zu bringen. Vor allem möchten sie mit dem Seminar auch jüngere Menschen ansprechen. Dass das nicht leicht ist, ist ihnen bewusst. Kerstin Thormann, die Jüngste im Kreis, weiß aus eigener Erfahrung, wie reserviert viele reagieren, wenn sie ihnen erzählt, welche ehrenamtliche Arbeit sie leistet. „Da geht so mancher auf Distanz“, sagt sie.

Andere bedauern, nicht rechtzeitig genug von der Arbeit der Sterbebegleiter erfahren zu haben. „Hätten wir gewusst, dass der Hospizkreis sich in dieser Weise engagiert, dann hätten wir seine Dienste schon viel früher in Anspruch genommen“, habe ein Angehöriger ihr kürzlich erklärt, so Tünte-Poschmann. Dies sei einer der Gründe, warum sie gern die nicht immer leichte ehrenamtliche Arbeit leiste. „Man bekommt für seinen Einsatz viel zurück.“ Doch wie sieht dieser Einsatz aus?

„Das Angebot einer Begleitung durch die ambulante Hospizarbeit richtet sich an alle Menschen, unabhängig von Herkunft, Glaube und finanzieller Situation“, erklärt Tünte-Poschmann. Die Begleiterinnen orientierten sich an den Wünschen und Bedürfnissen Schwerkranker oder Sterbender und ihrer Angehörigen. Ihre Arbeit setze dann ein, wenn Angehörige und Freunde bei der Betreuung eines Menschen über die Pflege hinaus für den Kranken oder für sich Unterstützung bräuchten. „Wir verstehen uns als Lebensbegleiter und bieten uns in erster Linie an zum Zuhören, Gespräch, Vorlesen, zum Da-Sein. Auch Sitzwachen, Besorgungen und Kinderbetreuung sind möglich.“ Die ambulante Hospizarbeit ergänze die Arbeit von Pflegekräften und hauswirtschaftlichen Hilfen, ersetze sie aber nicht. Die Tätigkeit sei ehrenamtlich und kostenlos.

Der Einführungskursus zur Sterbebegleitung sei nicht in erster Linie dazu gedacht, neue Mitglieder zu gewinnen, stellen die Organisatoren klar. „Es geht darum zu erkennen, wie jeder selbst zu dem Thema steht, welche Erfahrungen er gemacht hat und was er sich am Ende seines Lebens selbst einmal wünschen könnte. Interessenten müssen lediglich die Bereitschaft mitbringen, sich auf diesen Themenkreis einzulassen“, so Ursula Pinnekamp.

Referentinnen sind Bernadette Rautland, examinierte Krankenpflegerin, und Kerstin Thormann, examinierte Altenpflegerin. Der Kursus geht über zehn Termine. Die Teilnahme an der vom Hospizverein Warendorf, dem Haus der Familie und vom Hospizkreis Ostbevern finanziell unterstützten Veranstaltung kostet 46 Euro. Infos und Anmeldungen bei Hildegard Tünte-Poschmann, ' 80 36, und Bernadette Rautland, ' 14 42.


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