Do., 13.10.2016

Sport und Bewegung schaffen Abhilfe Stress erkennen und vermeiden

Die Luft rauslassen: Mit Hilfe von Luftballons wird beim Stressleveltest deutlich, wie sehr die Menschen unter Druck stehen.

Die Luft rauslassen: Mit Hilfe von Luftballons wird beim Stressleveltest deutlich, wie sehr die Menschen unter Druck stehen. Foto: Brandherm

Ostbevern - 

„Ich war einfach selber total gestresst“, sagt Lydia Brandherm. So kam sie an den Punkt, sich mit dem Thema etwas eingehender zu befassen, denn ihr Interesse an dem Thema war damit nicht nur beruflicher Natur, sondern auch persönlicher. Jetzt vermittelt sie anderen, wie man im privaten wie im beruflichen Bereich damit umgehen kann.

Von Daniela Allendorf

„Ich war einfach selber total gestresst“, sagt Lydia Brandherm . So kam sie an den Punkt, sich mit dem Thema etwas eingehender zu befassen, denn ihr Interesse an dem Thema war damit nicht nur beruflicher Natur, sondern auch persönlicher.

Mehr als jeder dritte Berufstätige (37 Prozent) wurde nach einer aktuellen Studie der DAK mindestens einmal im ersten Halbjahr 2016 krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,3 Tage. Im Vorjahreszeitraum waren es 11,7 Tage, so die Analyse, für die die DAK die Daten von 2,6 Millionen erwerbstätigen Versicherten hat auswerten lassen. Der vergleichsweise hohe Krankenstand geht vor allem auf den Anstieg bei den Fehltagen aufgrund von psychischen Leiden und Muskel-Skelett-Erkrankungen wie Rückenschmerzen zurück. Bei diesen Diagnosen stieg die Zahl der Fehltage den Angaben zufolge um jeweils 13 Prozent, erläutert Brandherm.

Zunächst müsse man sich fragen, woher und wie Stress überhaupt entstanden ist, sagt Brandherm. Stress von seinem Ursprung her betrachtet, sei gar nicht so negativ behaftet, wie es in der heutigen Zeit der Fall ist. „Stressreaktionen gab es früher, um Leben zu retten“, erläutert die Ostbevernerin. Schließlich galt es für den Urmenschen, sich vor wilden Tieren oder sonstigen Angreifern zu retten. „Stress befähigt uns, schnell zu reagieren.“ Dabei sind die heutigen Stresssituationen in den überwiegenden Fällen nicht lebensbedrohlich. Trotzdem bleibt die Reaktion, die durch den Urinstinkt gesteuert wird, die gleiche: Flucht oder Kampf. Beides ist am Arbeitsplatz eher die schlechte Wahl und so wird die Stressbewältigung nach dem Streit mit dem Chef oder dem Kollegen einfach aufgeschoben.

Und an dieser Stelle schließe sich das nächste Problem an. „Wir bewegen uns zu wenig“, sagt Lydia Brandherm. Sport schaffe da in vielen Fällen Abhilfe – doch die wenigsten würden das nutzen. Aber auch, es gar nicht soweit kommen zu lassen, dass übermäßig viel Stress entsteht, sei ein probates Mittel. „Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Arbeitgeber dazu, auf Basis einer Beurteilung der Arbeitsbedingungen zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Bei dieser Gefährdungsbeurteilung sind auch psychische Belastungen der Arbeit zu berücksichtigen“, erklärt Brandherm. So lasse sich schon im Vorfeld eine mögliche Belastung erkennen und angehen. Mittels des e-Learning-Programms „Wege aus der Stressfalle“, dessen Kosten von den Krankenkassen übernommen werden, können Arbeitgeber und Arbeitnehmer das Stresslevel senken. „Ich habe das selber auch gemacht“, sagt Brandherm und lehnt sich entspannt zurück. Man lerne enorm viel. Auch sich selber und andere einzuschätzen.

Ein Beispiel für Stressauslöser seien zu viele negative Gedanken. „Es ist zwar ganz natürlich, dass man sich auf alles Negative stürzt“, sagt die Unternehmensberaterin, aber nicht hilfreich bei der Stressbewältigung. Eine der ersten Aufgaben sei es gewesen, sich am Tagesende fünf positive Dinge zu überlegen. „Da ist mir erst gar nichts eingefallen“, gibt Brandherm zu. Doch nach und nach sei es ihr immer leichter gefallen und auch eine damit einhergehende Verhaltensänderung hinsichtlich des Stresses.

Am kommenden Montag, 17. Oktober, lädt Lydia Brandherm alle Interessierten – ganz egal ob Arbeitnehmer, Arbeitgeber oder Privatmann – zum Vortag „Wege aus der Stressfalle“ in das Bowlingcenter Eastside ein. Beginn ist um 19 Uhr. Der Vortrag ist kostenlos.

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