So., 12.11.2017

Ostbevern spricht Platt „Gueden Aobend leive Lüe“

Hermann Kövener (re.) und sein Team wie auch die Biäwersänger boten plattdeutsche Stunden im Heimathaus.

Hermann Kövener (re.) und sein Team wie auch die Biäwersänger boten plattdeutsche Stunden im Heimathaus. Foto: Anne Reinker

Ostbevern - 

Der plattdeutsche Abend des Heimatvereins Ostbevern war wieder gut besucht. Unter anderem lauschten die Gäste dem Gesang der Biäwersänger und lustigen Episoden nach einer Geschichte von Fritz Reuter.

Von Anne Reinker

Auch die milden Temperaturen hatten die Organisatoren nicht davon abgehalten, wieder die Flammen im Herdfeuer des Heimathauses zündeln zu lassen. Denn das gehört zum plattdeutschen Abend des Heimatvereins einfach zum schönen Stimmungsbild dazu. Ebenso wie der Auftritt der Biäwersänger, die immer den Auftakt in die Wintersaison der Veranstaltungsreihe gesanglich begleiten.

„Viele interessante Geschichten“ kündigte der Vereinsvorsitzende Franz-Josef Elberich den zahlreichen Besuchern an und versprach gerade trotz der grauen Witterung einen umso bunteren Abend. Einen wichtigen Bestandteil eines jeden plattdeutschen Abend, hatte „Anchorman“ Hermann Kövener schon vorab hervorgeholt: die Glocke, mit deren er die unterhaltsamen Stunden eröffnet. Ebenso durfte seine Begrüßungsformel „Gueden Aobend leive Lüe“ nicht fehlen.

Die Biäwersänger unter der Leitung von Roland Rösing stimmten darin ein, unter anderem mit Stücken von Augustin Wibbelt und dem Ostbeverner Heimatlied.

Danach begannen die Akteure des Abends, neben Hermann Kövener auch Gertrud Mussmann, Anni Preckel, Heiner Eikelmann und – neu im Team – der Westbeverner Albert Laubrock, mit jahreszeitlich passenden Geschichten. Gedanken des Autors Hannes Demming über ein im Herbst verblühtes Rosenbeet, Gedanken zum Thema Tod und eine Eisenbahnfahrt, die das gesamte Leben darstellt, waren einige der Vorträge, die die Zuhörer zum Nachdenken anregten.

Eigene Erinnerungen aus den Jahren rund um 1930, angereichert mit Hinweisen auf damalige Ereignisse oder Schlager, präsentierte Anni Preckel, die damit in die Zeiten entführte, in denen Petroleumlampen, ein Plumpsklo, Waschtage an der Bever und die Kartoffelernte auf dem Feld zum Leben dazugehörten. Erinnerungen, die sie sicherlich mit einigen der Gäste teilte.

Lustige Episoden nach einer Geschichte von Fritz Reuter las Heiner Eikelmann, ebenfalls humorig waren die Erzählungen von Albert Laubrock. Der „Neuzugang“ ließ passend zum Lutherjahr einen kleinen evangelischen Jungen die Abläufe eines katholischen Gottesdienstes schildern. Da suchte der große Pastor „dat Käppsken“, mit zwei kleinen Pastören fing er „dat Supen“ an und beschimpfte die Kirchgänger von einer höheren Warte aus.

Nach der Pause erklärte Hermann Kövener nach einer Geschichte von Ottilie Baranowski die „Frauenlogik“, bevor Gertrud Mussmann einen Blick in die Zukunft wagte. Auch weitere Episoden über Kirmes und Tanz, Jagd und Wilderei sowie die philosophischen Gedankengängen über Kopfweh unterhielten die Besucher. Einen musikalischen Abschluss gaben die Biäwersänger dem gemeinsamen Abend.

Zum nächsten plattdeutschen Abend wird am 6. Dezember (Mittwoch) eingeladen. Schon vorher, am ersten Adventssonntag, dem 3. Dezember, können die Organisatoren aus den Reihen des Heimatvereins wieder auf ein volles Haus hoffen: Mit dem Spekulatiusbacken und dem offenen Singen bieten sie ein traditionelles Highlight im Jahreskalender an.

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