Sozialausschuss Ostbevern
Thema lässt Emotionen kochen

Ostbevern -

Im Sozialausschuss kochten am Dienstagabend die Emotionen hoch.

Mittwoch, 14.03.2018, 22:03 Uhr

Eigentlich war es ein eher unverfängliches Schreiben der SPD-Fraktion. Darin beantragten die Sozialdemokraten im Sozialausschuss die Durchführung einer Kinderakademie mit Baumpflanzaktion im Rahmen der Aktion „Plant for the planet“. Doch bereits die ersten Wortbeiträge zeigten, dass – weniger der Antrag –, sondern augenscheinlich mehr die Vorgehensweise von Heinz-Josef Zumhasch einigen politischen Zündstoff barg. Von einem Verstoß gegen im Rat getätigte Absprachen, von Ideologie und sogar von Lügen war dabei die Rede.

Das zusätzlich Brisante an der Sache war, dass die Sozialdemokraten um Heinz-Josef Zumhasch den zehnjährigen Heinrich Böhmer, selbst vor einiger Zeit Teilnehmer einer solchen Pflanzaktion im Rahmen einer Kinderakademie, eingeladen hatten. Vorgesehen war, dass er einen Vortrag zum Thema halten sollte. Doch bis der Schüler der Ambrosius-Grundschule das Wort bekam, erlebte er samt seiner ihn begleitenden Mutter eine Auseinandersetzung, die tief blicken ließ.

„Wollen Sie uns veräppeln? Wir hatten im Rat einen klaren Konsens und jetzt dieser Antrag?“, machte Bernhard Everwin (CDU) den ersten Aufschlag. Heinz-Josef Zumhasch entgegnete, dass er in der letzten Ratssitzung gefragt und danach – passend zum Thema – den Teilnehmer der Jugendakademie eingeladen habe. „Der Antrag soll zeigen, wie wichtig das Thema ist und welche Aufgaben auf uns zukommen“, verteidigte er sein Vorgehen. Deutlicher als Everwin wurde anschließend August Löckener von den Christdemokraten. „Ich habe die Befürchtung, dass Herr Zumhasch die Tagesordnung bestimmt“, sagte er und gab damit wohl insgeheim einen ersten Einblick in die derzeitige Stimmungslage in Teilen der Kommunalpolitik.

Karin Läkamp (FDP) versuchte die immer größer schwappenden Wogen zu glätten. „Es darf nicht passieren, dass das wichtige Thema kaputt geredet wird“, appellierte sie an die Anwesenden. Und sie sagte mit Blick auf den zehnjährigen Referenten und seine Mutter im Zuschauerraum: „Ich hätte mir die CDU empathischer gewünscht.“

Als Heinz-Josef Zumhasch anschließend betonte, dass er gegen keine im Rat getroffenen Absprache verstoßen habe, sondern er wisse, dass sein Fraktionsvorsitzender Peter Eisel, wie vereinbart, mit den anderen Fraktionsvorsitzenden gesprochen habe, brach der politische Sturm erst richtig los.

Bernhard Everwin sprach von Ideologie und Jochem Neumann (Grüne), er war in der Zwischenzeit als Zuschauer in die Sitzung gekommen, bezichtigte Zumhasch sogar der Lüge. Ein Gespräch unter den Fraktionsvorsitzenden habe es nicht gegeben. „Der eigentliche Punkt ihres Antrages ist wichtig, aber so dilettantisch vorbereitet, das geht gar nicht“, sagte er lautstark.

Betont sachlich argumentierte zum Schluss Bürgermeister Wolfgang Annen. „Es gab eine klare Absprache im Rat, wie weiter vorgegangen werden sollte“, sagte er erneut. Und noch eines machte er klar, dass das wichtige Thema neutral behandelt werden müsse.

Sichtlich irritiert von dem wortgewaltigen kommunalpolitischen Sturm war auch Ausschussvorsitzender An­dreas Schepers. Er war ausgesprochen bemüht, beim zehnjährigen Heinrich Böhmer keinen schlechten Eindruck vom Sitzungsverlauf zu hinterlassen. „Heinrich, so sind Politiker nun einmal, sie streiten sich immer erst“, warb er bei dem Grundschüler um etwas Verständnis.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5591108?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F129%2F
600 Hells-Angels-Rocker zu Trauerfeier erwartet
Am Samstag (23. Juni) werden bei der Trauerfeier für ein Hells-Angels-Mitglied 600 Trauergäster erwartet.
Nachrichten-Ticker