Hegering Ostbevern
Im Rhythmus der Natur

Ostbevern -

Bei der Jahreshauptversammlung des Hegerings standen viele Programmpunkte an. Neben der Novellierung des Landes- wie auch Bundesjagdgesetzes ging es auch um das Thema schwindende Artenvielfalt und eingewanderte Tiere und Pflanzen, die heimische Arten verdrängen.

Montag, 16.04.2018, 17:04 Uhr

Der Vorstand des örtlichen Hegerings: Josef Niemann, Helmut Niehoff, Philipp von Beverfoerde, Doris Hüweler, Christoph Schulze Hagen, Gabi Mackenberg (Kreisjägerschaft) sowie Vorsitzender Georg Verenkotte (v.l.). Nicht im Bild: Dietrich Schedensack.
Der Vorstand des örtlichen Hegerings: Josef Niemann, Helmut Niehoff, Philipp von Beverfoerde, Doris Hüweler, Christoph Schulze Hagen, Gabi Mackenberg (Kreisjägerschaft) sowie Vorsitzender Georg Verenkotte (v.l.). Nicht im Bild: Dietrich Schedensack. Foto: Reinker

Die Jahreshauptversammlungen des Hegerings sind jedes Mal gespickt mit vielen Informationen rund um die Jagd und die Tierwelt in Feld und Flur. Leider müssen die Fachleute dabei immer mehr den Artenschwund feststellen. Die Maßnahmen dagegen wurden ebenso besprochen wie auch die geplanten Neuerungen im Jagdgesetz. Zudem wurden die Aktivitäten innerhalb des örtlichen Hegerings in den Blickpunkt genommen.

Die Hegeschau, bei der die Trophäen des erlegten männlichen Damwilds ausgestellt sind, eröffnete die Veranstaltung bei Mersbäumer. „Wir pflegen damit auch das Brauchtum“, meinte Hegeringsleiter Georg Verenkotte. Zudem gehe man damit der Aufgabe der Transparenz der Vereinigung nach, ein Ausdruck verantwortlichen Handelns der Jägerschaft. Noch mehr Tradition wurde mit dem Halali der Jagdhornbläsergruppe unter der Leitung von Wolfgang Stefan bewahrt.

„Unser Dank gilt Ihrem Engagement in Feld, Wald und Flur“, richtete Karin Läkamp ihr Grußwort als stellvertretende Bürgermeisterin an die Anwesenden. Sie lobte die Aktionen der Jägerschaft, unter anderem mit der Müllsammelaktion wie auch mit der rollenden Waldschule. „Die ist einfach vorbildlich“, meinte sie. Engagiert wird diese nicht nur von Kindergärten und Seniorenheimen, sondern auch zu privaten und öffentlichen Veranstaltungen.

Über jagdpolitische Themen sprach Gabi Mackenberg, stellvertretende Vorsitzende der Kreisjägerschaft. Unter anderem berichtete sie von 45 Teilnehmern im Jungjägerkurs, die kurz vor ihrer Prüfung sind.

Georg Verenkotte unterrichtete die Mitglieder über den Planungsstand zur Novellierung des Landes- wie auch Bundesjagdgesetzes. „Es war ein gutes Jagdgesetz, das wir früher hatten“, sagte er. Nun hoffe man darauf, dass durch die Novellierung „möglichst viel wieder zurückgesetzt wird“.

Der Streckenrückgang des Niederwildbestandes setze sich seit zehn Jahren fort. Dabei seien auch Bodenbrüter wie Kiebitze oder Feldlerchen sowie auch 80 Prozent der Insekten vom Artenschwund betroffen. Dadurch schwinde als Folge die Nahrungsbasis für die Aufzucht von Jungvögeln. „Der Artenschwund ist überregional“, berichtete Verenkotte. Das ganze habe noch nicht absehbare Folgen, zumal wenn eingewanderte Arten die ausgedünnten Lebensräume besetzen.

Auf dem Vormarsch sind dabei die Waschbären. Die intensive Bejagung zum Erhalt der noch vorhandenen Niederwildbestände sei auch unter dem Gesichtspunkt des Artenschutzes unverzichtbar.

Auch den möglichen Folgen der afrikanischen Schweinepest widmete sich Verenkotte. Diese hätte erhebliche Folgen für die landwirtschaftliche Produktion.

Für sein umsichtiges und vorausschauendes Handeln im Sinne des Hegerings sprach Georg Verenkotte sein großes Lob an Dietrich Schedensack aus. Dieser berichtete ebenfalls aus dem Jagdwesen und einem Bestandsregulierungsmodell bezüglich des Wolfes. Der Naturschutz versuche, sich die alleinige Zuständigkeit auch für die Jagd zu sichern. Dabei könne es niemals in dessen Sinne sein, das ein etwa schwer verletztes Tier nicht vom Revierinhaber erlöst werden dürfe.

Im weiteren informierte Schedensack über den Erfolg der Waldspieltage in Kooperation mit der Kolpingsfamilie, die dieses Jahr vom 20. bis zum 22. August stattfinden werden.

Über das jagdliche Schießen informierte Josef Niemann die Mitglieder, die Berichte von Doris Hüweler über das Jagdhundewesen sowie von Helmut Niehoff über den Naturschutz folgten. Paul Verenkotte, Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, informierte die Jägerschaft über die geplante Anlage von Blühstreifen und Bejagungsschneisen.

Bevor Guido Erben über die Schwarzwildbejagung aus der Sicht eines Schweißhundeführers referierte, nahm der Vorstand noch ein neues Mitglied auf: Henrieke Horstmann wird die Leitungsriege künftig als Beisitzer unterstützen.

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