Sa., 09.01.2016

Restauratorin erstellt Befund auf Haus Harkotten Weitere Wandmalereien entdeckt

Restauratorin Eva Möllenkamp hat im blauen Esszimmer unter den verschiedenen Schichten eine Fortsetzung der Bartscher-Malereien entdeckt.

Restauratorin Eva Möllenkamp hat im blauen Esszimmer unter den verschiedenen Schichten eine Fortsetzung der Bartscher-Malereien entdeckt. Foto: Lieber

Füchtorf - 

Je mehr Myriam Freifrau von Korff an den Wänden im Haus Harkotten auf Erkundungstour geht, desto mehr legt sie an Wandmalereien frei. Die jüngsten Funde machte sie nun im Kapellenzimmer, das bislang privat als Gästezimmer im Erdgeschoss genutzt wird.

Von Ulrich Lieber

Restauratorin Eva Möllenkamp ist derzeit dabei, einen Befund zu erstellen und hat einige „Schnitte“ – wie es in der Fachsprache heißt – gemacht und ist dabei auf gut erhaltene Malereien von Philipp Bartscher gestoßen.

Es handelt sich wohl um Architekturdarstellungen mit einer Supraporte über der Tür. „Es ist sehr gut erhalten, und es sind noch alte Tapetenlagen darauf“, sagt Eva Möllenkamp. Auch im Gesims und unter der Decke nahm sie kleine Schnitte vor und wurde fündig.

Im blauen Esszimmer musste nun auch der erste Teil der Holzvertäfelung weichen, die im unteren Bereich der Wand wohl um 1900 angebracht worden war. Zu dieser Zeit war das sehr modern. Darunter finden sich weitere hochwertige Tapeten in mehreren Lagen und natürlich unten der letzten Schicht die Fortsetzung der Bartscher-Malereien. „Es ist einfach toll, dass sich das hier so gut erhalten hat“, schwärmt die Restauratorin. „Es geht nun um das Gesamtkonzept. Mit dem Befund können wir ein Maßnahmenkonzept erarbeiten“, sagt Myriam Freifrau von Korff.

Doch nicht nur die Wände sind Teil der Untersuchung, auch die Türrahmen haben im Laufe der Jahre Veränderungen erfahren. „Wir haben uns gefragt, wie die Holzelemente dazu gepasst haben. Sie sind alle bearbeitet worden, aber man findet noch die Erstfassung“, erklärt Eva Möllenkamp, die an mehreren Stellen ebenfalls kleine Schnitte vollzogen hat. Die Türrahmen waren – passend zu den Malereien – mit einem grau-blauen Anstrich versehen worden. „Das ist typisch für diese Zeit und gibt ein ganz anderes Erscheinungsbild“, sagt die Restauratorin. Später wurden die Rahmen dann so bearbeitet, dass der Holzcharakter wieder sichtbar wurde. Es wurden Bierlasuren darüber gestrichen, und zuletzt ein sehr dunkler Anstrich gewählt. Mit einem Schnitt lassen sich alle Zeiten darstellen.

Am Donnerstagnachmittag trafen sich auf Haus Harkotten Architekt Bernhard Bramlage, Diplom-Ingenieur Christian Steinmeier vom Landeskonservatorium, Restauratorin Yvonne Löbbecke, Restauratorin Eva Möllenkamp, LWL-Restauratorin Maria Giese und Günter Nüßing von der Unteren Denkmalbehörde der Stadt zum Intensivgespräch. Dabei ging es allerdings schwerpunktmäßig um die künftige Nutzung des Kellers, in dem sich die historische Küche befindet. Myriam Freifrau von Korff hat dabei in einem alten Tagebuch entdeckt, dass diese Küche mit dem Bau das Hauses aktiviert worden ist.

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