Mo., 06.06.2016

1600 Unterschriften gegen Windenergiezone Rohrweihe als Hoffnungsträger

Im Einsatz gegen Windvorranggebiete in Glandorf (v.l.): Christel und Karl-Heinz Steinhorst, Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Schneiders, Mirjam Reischert, Christoph Weritz und Hedwig Papenbrock (Füchtorf). Bürgermeisterin Dr. Magdalene Heuvelmann (kleines Bild) staunte darüber.

Im Einsatz gegen Windvorranggebiete in Glandorf (v.l.): Christel und Karl-Heinz Steinhorst, Prof. Dr. Dr. h.c. Werner Schneiders, Mirjam Reischert, Christoph Weritz und Hedwig Papenbrock (Füchtorf). Bürgermeisterin Dr. Magdalene Heuvelmann (kleines Bild) staunte darüber. Foto: Lieber

Füchtorf/Glandorf/Lienen - 

Überraschender Besuch für Glandorfs Bürgermeisterin Dr. Magdalene Heuvelmann. Um 10 Uhr standen am Montagmorgen Vertreter der betroffenen Anwohner der geplanten Windvorranggebiete vor ihrer Tür. Sprecherin Christel Steinhorst überreichte der Bürgermeisterin 1650 Unterschriften gegen die Ausweisung dieser Gebiete.

Von Ulrich Lieber

„Wir hatten nur drei Tage Zeit, um die Unterschriften zu sammeln“, erklärte Karl-Heinz Steinhorst, dabei seien allein 1007 Unterschriften aus Glandorf , zudem jeweils über 300 aus Füchtorf und Lienen zusammengekommen. Für Füchtorf war Hedwig Papenbrock im Einsatz. Sie ist im Vorstand des Heimat- und Kulturvereins Glandorf aktiv.

„Was für ein Packen“, staunte Dr. Heuvelmann als sie die Unterschriften entgegennahm. „Ich nehme das dankend an und finde es toll, wie Ihr Euch engagiert“, versicherte sie. Sie sehe die Angelegenheit selbst auch kritisch, aber der Rat könne nur Entscheidungen in einem bestimmten Rahmen fassen. „Ich werde das an den Rat weitergeben, aber ich fürchte, es wird sich nichts daran ändern lassen“, meinte Heuvelmann. Bereits heute Abend um 19.30 Uhr tagt der Bau- und Planungsausschuss und hat als 7. Punkt der Tagesordnung die 7. Änderung des Flächennutzungsplanes „Sonderbauflächen für die Nutzung der Windenergie“ angesetzt. Die Bürger haben den Antrag gestellt, direkt im Anschluss Fragen stellen zu dürfen. „Vermutlich wird diese Bitte erfüllt“, glaubt die Bürgermeisterin.

Dass es überhaupt zu dieser erneuten Aktion der Anwohner kommt, liegt daran, dass ein Rohrweihen-Pärchen sich in einem der Gebiete einen Nistplatz gesucht hat und dort seine Jungen füttert. „Im Umkreis von einem Kilometer darf rund um den Nistplatz kein Windrad errichtet werden“, sagt Christel Steinhorst .

Doch obwohl es feste Abstandsregelungen der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten gibt, hat sich der Kreis entschlossen, ein eigenes Gutachten zum Artenschutz erstellen zu lassen. „Mehr können wir auf dieser Ebene nicht machen“, sagte Dr. Heuvelmann. Dass der Kreis ein eigene Studie beauftragt hat, kann Mirjam Reischert, betroffene Anwohnerin aus Lienen, nicht nachvollziehen. „Das Nest einer Rohrweihe ist ein Ausschlusskriterium für einen Umkreis von einem Kilometer“, verweist sie auf das „Helgoländer Papier“.

Für Mirjam Reischert sind die Beweggründe für die Ausweisung der Windvorranggebiete eindeutig finanzieller Natur, und sie kritisiert das Verfahren. Denn die Firma „Energos“, die die Windräder baut, wurde vor drei Jahren vom Landkreis Osnabrück gegründet. Damit ist der Landkreis nicht nur Auftragnehmer, sondern auch Auftraggeber und zudem sein eigenes Kontrollorgan. Eine Konstellation, die auch Bürgermeisterin Heuvelmann nicht gefällt: „Ich finde das extrem unglücklich, dass diese Ebenen miteinander vermischt sind.“ Dass zudem auch Ratsmitglieder Besitzer von Flächen in den Gebieten sind, sieht sie nicht problematisch. „Der Gemeinderat war bisher immer einstimmig unterwegs. Es spielt in der Entscheidung der Ratsmitglieder keine Rolle“, weist sie alle Vorwürfe zurück.

Noch etwas kann Mirjam Reischert nicht verstehen: „Eigentlich gibt es keinen Wind in diesen Gebieten. Hier geht es nur darum, dass Subventionen abgegriffen werden, die ab dem 1. Januar weniger werden.“ Anwohner Christoph Weritz bestätigt das: „Es gibt drei Windräder in Glandorf, und die arbeiten alle drei nicht profitabel.“

Trotz der negativen Aussichten bleibt Mirjam Reischert optimistisch. „Wir haben einen guten Anwalt, und wir haben das in Lienen schon einmal erfolgreich verhindert.“

Heute Abend tagt der Bau- und Planungsausschuss der Stadt Sassenberg im Hotel Hebermann, Münsterstraße 25. Am 18. Juni wird dann der Rat endgültig entscheiden.

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