Mi., 16.08.2017

Lehmwickel herstellen auf Haus Harkotten Politiker packen mit an

Zur offiziellen Übergabe der Fördermittel waren viele hochkarätige Gäste erschienen.

Zur offiziellen Übergabe der Fördermittel waren viele hochkarätige Gäste erschienen. Foto: Ulrich Lieber

Füchtorf - 

Reges Treiben herrschte am Dienstag auf Haus Harkotten und mehrere Politiker bewiesen, dass sie durchaus auch richtig mit anpacken können. Der Förderverein hatte zum Lehmwickel herstellen eingeladen und viele freiwillige Helfer kamen.

Von Ulrich Lieber

Kombiniert wurde dieser Termin mit der offiziellen Übergabe der Fördermittel des Bundes in Höhe von 322 000 Euro (WN berichteten) und weiteren 30 000 Euro durch das Land. Die Bundestagsabgeordneten Reinhold Sendker ( CDU) und Bernhard Daldrup ( SPD) sowie Regierungspräsident Professor Reinhard Klenke (CDU) nahmen an der offiziellen Übergabe teil.

„Wir tragen etwas zu dieser Riesenaufgabe bei, denn das Haus Harkotten ist ein Juwel. Aber ohne Geld geht es nicht und darum habe ich einen mittelgroßen Betrag mitgebracht“, sagte Klenke. Hier werde ein Stück Heimat erhalten und das nicht nur mit Geld, sondern auch mit viel Liebe.

Reinhard Sendker fand die Idee, das Haus der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, von Anfang an großartig. „Es war ein langer Weg, um das Fördergeld zu erhalten, darum bin ich zufrieden und stolz, dass es geklappt hat. Aber heute bin ich auch hier, um mit anzupacken.“ Dr. Peter Paziorek, Vorsitzender des Fördervereins, freute sich über die Resonanz. „Die Besucher kommen nicht nur aus dem Kreis, sondern auch aus Münster“, schmunzelte er. Das Haus Harkotten werde ein kulturelles und geschichtliches Highlight werden. „Der Erfolg hat immer viele Väter. Das Engagement von Frau von Korff hat mich begeistert und inspiriert“, sagte Bernhard Daldrup, der sich wünschte, dass die gemeinschaftliche Unterstützung weiter geht.

Nach einem kleinen Rundgang, bei dem Myriam Freifrau von Korff alle Maßnahmen erläuterte, ging es dann daran, über 300 Lehmwickel herzustellen. Fachmann Jörg Meyer, Inhaber der Firma conluto, erklärte das Jahrhunderte alte Verfahren. Grundlage für den Lehmwickel ist ein gesägtes Stück Eichenholz, das am Tisch eingespannt wird. Mehrere fleißige Helfer, darunter auch Reinhold Sendker, Reinhard Klenke und Bürgermeister Josef Uphoff, schlemmen Stroh mit feuchtem Lehm ein und formen daraus einen Strang. Dieser wird dann auf das Holzstück aufgewickelt und später zur Dämmung und zum Schallschutz unter die Decke im Kellergewölbe verbaut. „Die Wickel werden feucht in die vorbereiteten Schächte eingesetzt“, sagte der Fachmann. Die Helfer hatten bei ihrer Arbeit sichtlich Spaß und genossen es, einmal so richtig mit Lehm zu matschen.

Myriam Freifrau von Korff war begeistert vom Engagement der Helfer machte aber auch noch einmal deutlich, dass noch viel Arbeit anstehe. Die neu bewilligten finanziellen Mittel seien erst abrufbar, wenn alle Fördergelder verbaut seien. Von der Gesamtbausumme für Schornsteine, Ostfassade und Keller in Höhe von 1,13 Millionen Euro seien nur 805 000 Euro förderfähig. „Davon müssen wir ein Drittel selbst tragen, das sind 248 000 Euro“, erklärte von Korff. Dazu käme die Differenz zu den 1,13 Millionen Euro, also rund 300 000 Euro. „Wir können dort nur noch bei den Maßnahmen abspecken. Letztlich zahlen wir mit den nächsten beiden Generationen noch ab, aber wir haben uns für diesen Weg entschieden.“

Außerdem müssen noch die West-, Süd- und Nordfassade saniert werden, so dass am Ende ein Gesamtvolumen von rund 2,5 Millionen Euro zu stemmen ist. Dabei ist die Wandmalerei noch gar nicht inbegriffen. Bis Ende 2018 sollen die Arbeiten fertig sein.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

kfzmarkt.ms Anzeigen

Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge aus Ihrer Region

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5079652?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F