Di., 19.09.2017

Benefizkonzert auf Haus Harkotten Auf Amors Spuren

Romantischer Liederabend in rustikalem Ambiente: Pianist Günter Albers, Koloratursopran Antje Bitterlich und Schauspielerin Maresa Lühe.

Romantischer Liederabend in rustikalem Ambiente: Pianist Günter Albers, Koloratursopran Antje Bitterlich und Schauspielerin Maresa Lühe. Foto: Ulrike von Brevern

Füchtorf - 

Als Antje Bitterlich das Lied von der Loreley anstimmte, schienen die Wände des Annensaals mit seinem rustikalen Charme zur Seite zu rücken.

Von Ulrike Brevern

Nur mit ihrer Stimme zauberte der lyrische Koloratursopran eine wildromantische Rheinlandschaft in die Vorstellungskraft des Publikums auf Haus Harkotten und ließ am Fuß des Loreleyfelsens das kleine Boot samt Schiffer, betört vom Gesang der Loreley, in den gefährlichen Untiefen zerschellen. Ausgiebiger Applaus belohnte nicht nur diesen eindrucksvollen Vortrag.

Zu einem romantischen Liederabend unter dem Titel „Amors Wege“ hatte das Ortskuratorium Münster der Deutschen Stiftung Denkmalschutz ins Haus Harkotten geladen. Im Mittelpunkt standen Werke der Romantik mit Werken unter anderem von Brahms, Liszt Strauss und Rachmaninov. Ergänzt wurden die Lieder von Rezitationen aus Oscar Wilds „Der Geburtstag der Infantin“, die die Stationen der Romantik von Verliebtheit über Missglücktes und Verzweiflung bis zur Glückseligkeit parallel zur Musik nachvollzog. Mit dem Benefizkonzert sollte die weitere Arbeit der Familie von Korff unterstützt werden, machte Sigrid Karliczek von der Leitung des Ortskuratoriums deutlich.

Mit Antje Bitterlich und Pianist Günther Albers waren zwei Interpreten dabei, die das Herrenhaus bereits vom Wandelkonzert im Juni her kannten. Dritte im Bunde war Schauspielerin Maresa Lühe, die für die angekündigte Ragna Pitoll eingesprungen war. Lebendig und mit leichter Hand erzählte sie Wilds tragisches Märchen über die einseitige Liebe zwischen einem Zwerg und der kindlichen Prinzessin am spanischen Hof.

Manch einer der angereisten Gäste war überrascht, dass der Abend nicht im Herrenhaus selber oder im Wappensaal, sondern im Annensaal, dem ehemaligen Treckerschuppen des Anwesens, stattfand. Der hat zwar optisch wenig mit einem Konzertsaal gemein und stammt auch nicht wie das Herrenhaus aus der Zeit der Romantik. Dafür erwies sich die Akustik, die auch von Antje Bitterlich selbst gelobt wurde, als überraschend gut. Bitterlichs Stimme, die Opernhäuser füllen kann, kam in dem größeren Saal viel besser zur Geltung als bei dem vorangegangenen Konzert im Foyer des Herrenhauses und sorgte damit für herausragenden Kunstgenuss.

Im Anschluss an das vom Publikum begeistert aufgenommene Konzert mit Werken der Romantik bot Myriam Freifrau von Korff noch Gelegenheit, das Herrenhaus zu besichtigen.

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