Mo., 20.11.2017

Volkstrauertag gegen das Vergessen Krieg ist immer noch aktuell

Zu Beginn ließen die Teilnehmer des Volkstrauertages Luftballons steigen.

Zu Beginn ließen die Teilnehmer des Volkstrauertages Luftballons steigen. Foto: Christopher Irmler

Sassenberg - 

Der Volkstrauertag wird in Deutschland seit 98Jahren begangen. Ursprünglich wurde an diesem Tag der Opfer des Ersten Weltkriegs gedacht, später auch jener des Zweiten Weltkriegs.

Von Christopher Irmler

Heute steht er allgemeiner im Zeichen aller Opfer von Krieg, Vertreibung und Gewalt. An den Ehrenmählern in Füchtorf, Gröblingen und vor dem Sassenberger Rathaus wurden ihnen zu Ehren Kränze niedergelegt.

„Volkstrauertag – wir denken an die Millionen, die in den Weltkriegen umgekommen sind. Was soll dieser Tag? Soll man das alles wieder aufwärmen? Haben jene nicht recht, die sagen, man solle endlich Schluss machen mit der Erinnerung an die Verbrechen? Die junge Generation weiß ohnehin nicht, was sie mit dem Gerede anfangen soll“, begann Pater Joseph Kottadikunnel seine Rede vor dem Rathaus. „Aber da sind die Angehörigen derer, die umgekommen sind. Darf man ihren Schmerz achselzuckend übergehen? Es gab und gibt wieder Verbrechen derer, die aus Machtgier Menschen in den Tod schicken. Deutschland ist seit 72 Jahren von Krieg verschont geblieben. Dafür können wir nicht genug danken, aber soll man deswegen vergessen, was gewesen ist?“

Nie wieder dürfe es Krieg geben. Gerade deshalb sei es so wichtig, an die Schrecken der Vergangenheit zu erinnern und junge Menschen zu sensibilisieren, damit sich Geschichte nicht wiederhole.

Traditionell übernahmen Schüler der weiterführenden Sassenberger Schulen Verantwortung und bereiteten ihrerseits kurze Beiträge im Rahmen der Gedenkveranstaltung vor. So auch am vergangen Sonntag, als einige Sekundarschüler ihre Gedanken zur Aktualität formulierten. „Auch heute noch gibt es Krieg, auch heute noch wird im Namen von Ideologien gemordet.“ Krieg sei noch immer ein aktuelles Thema. So bedeutend die Vergangenheit auch sei, umso wichtiger sei der Blick in die Zukunft. Deutlich formulierten sie ihre Hoffnung auf eine freiere, friedlichere Welt ohne Kriege und Gewalt. Abschließend ließen sie symbolisch all ihre Wünsche gen Himmel steigen.

Bürgermeister Josef Uphoff dankte den Schülern, den Musikern des Gebrasa-Blasorchesters und den angetretenen Ehrenformationen für ihr Mitwirken. Zugleich bedauerte er jedoch, dass ein derart wichtiges Erinnern nur auf eine geringe Resonanz stoße. Auch in Füchtorf und in Gröblingen gedachten die Bürger der Opfer der Weltkriege.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

karriere.ms Anzeigen

Ihr Jobportal für unbefristete und befristete Stellenangebote aus dem Münsterland

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5298464?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F130%2F