Julia Smirnova und Konstantin Manaev spielen auf Harkotten
Temperamentvolles Konzert

Füchtorf -

„Ich freue mich, wieder in Harkotten spielen zu können“, sagte Konstantin Manaev mit seinem typischen lausbübischen Lächeln zum Auftakt der Sonntagsmatinee im Wappensaal der Doppelschlossanlage. Das war durchaus nicht nur artig, sondern ehrlich gemeint.

Dienstag, 23.01.2018, 13:01 Uhr

Eingespieltes Musikerpaar: Julia Smirnova und Konstantin Manaev sorgten vor dem Kamin im Wappensaal für ein aufregendes Konzert.
Eingespieltes Musikerpaar: Julia Smirnova und Konstantin Manaev sorgten vor dem Kamin im Wappensaal für ein aufregendes Konzert. Foto: Ulrike von Brevern

Zum ersten Harkottener Salon des Jahres, zu dem der Förderverein Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten eingeladen hatte, brachte der international gastierende Cellist diesmal seine Frau als musikalische Partnerin mit, die junge Violinistin Julia Smirnova . Die Zuhörer erlebten ein anspruchsvolles, abwechslungsreiches, vor allem aber temperamentvolles Konzert.

In seinem Grußwort stellte der Vorsitzende des Fördervereins Dr. Peter Paziorek die kulturhistorische Bedeutung der Anlage heraus. Mit Anspielung auf den Westfälischen Frieden erinnerte er an deren Lage „mittendrin auf halber Strecke zwischen Münster und Osnabrück“. Der Förderverein sehe es als „tolle Aufgabe“, sich daran zu beteiligen, diese Achse als touristischen Anziehungspunkt zu gestalten. „Ich darf Ihnen verraten, dass Frau Merkel ihn gerne zu sich holt, wenn es besondere Anlässe gibt“, stellte Myriam Freifrau von Korff, den in Berlin lebenden Manaev vor. Am Ural geboren studierte der Cellist unter anderem an der Musikhochschule Münster und ist heute bereits vielfach ausgezeichnet. Neben der herkömmlichen Cellomusik liegt ihm das Projekt „Synphoniacs“ am Herzen, in dem junge Konzertmusiker klassische Musik und elektronische Club-Musik kombinieren.

Violonistin Julia Smirnova, die aus Komsomolsk am Amur stammt, wurde anders als Manaev nicht in ein musikalisches Elternhaus geboren. Per Zufall wurde ihr Talent jedoch früh entdeckt. So hat die heute 20-Jährige bereits elf Jahre an der Moskauer Musikhochschule hinter sich und studiert derzeit an der Hochschule für Musik Hans Eisler in Berlin.

Wie gut sie harmonieren zeigten die Musiker gleich zum Auftakt in einem Duett von Giovanni Battista Cirri aus dem 18. Jahrhundert: Er entspannt spielerisch, sie etwas angespannter aber leidenschaftlich. Den teilweise schmelzenden, eher zierlichen Klängen eines Bachsolos, das Smirnova mit geschlossenen Augen intonierte, setzte Manaev ein furioses Stück des Zeitgenossen Giovanni Sollima entgegen. „War euch das zu rockig?“, fragte er das überwiegend gesetzte Publikum im Anschluss verschmitzt, ehe beide mit fünf Stücken von Reinhold Gliere (1875-1956), darunter einer Berceuse, wieder die Stärken ihres Paarspiels ausspielten. Nach einem weiteren gemeinsamen Spannungsbogen zwischen Gegenwart und Barock endete das anregende Konzert nach ausgiebigem Applaus mit einem Paganini-Solo von Julia Smirnova als Zugabe und Geschenk an Gastgeberin.

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