Sassenberg

Di., 31.08.2010

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Schutz gegen kleine Plagegeister

Bei einem Zeckenstich gilt: das Tier so schnell wie möglich behutsam mit einer Pinzette entfernen, um Infektionen zu vermeiden. Dabei sollten die Betroffenen nicht auf Hausmittel zurückgreifen und das Tier womöglich mit Öl beträufeln.
Von Matthias Schwarzer

Sassenberg - Der Sommer bringt warmes Wetter und eine schöne grüne Natur. Blöd nur, dass viele kleine Plagegeister das genau so toll finden: die Zecken. Sie kommen im März, sie gehen erst im November - und im schlimmsten Fall übertragen sie gefährliche Krankheiten. Die Sassenberger Ärztin Iris Schulz-Preuth gibt Tipps, wie man sich vor Zecken und Insekten schützen kann.

Grundsätzlich sei eine Zecke nur gefährlich, wenn sie durch Viren oder Bakterien verseucht sei. „Das Wichtigste ist, die Zecke möglichst früh zu entfernen“, erklärt Schulz-Preuth. Dann sei die Chance hoch, nicht zu erkranken. Die Zecke könne zwei gefährliche Krankheiten übertragen: FSME und Borreliose. Gegen Borreliose könne man sich nicht impfen - die Krankheit werde nämlich durch Bakterien übertragen. Diese befinden sich im Darm der Zecke und werden freigesetzt, wenn das Tier nicht rechtzeitig entfernt wird. „Und wenn die Zecke Angst bekommt“, fügt Schulz-Preuth hinzu. Das Tier sollte darum niemals abgebrannt oder mit irgendwelchen Hausmitteln beträufelt werden. „Immer mit einer Pinzette herausziehen und dabei leicht drehen.“ Die Symptome bei einer Borreliose-Erkrankung seien immer unterschiedlich. Auffälligstes Merkmal sei eine Rötung an der Einstichstelle mit einem weißen Innern. Wird Borreliose festgestellt, verschreibe der Arzt ein Antibiotikum.

FSME ist die Abkürzung für Frühsommer-Meningoenzephalitis, auch Zecken-Hirnhautentzündung genannt. Die Krankheit sei gefährlich, aber im Umkreis noch nicht aufgetreten. „Im Schwarzwald, südlich der Rhein-Main-Linie und in Osteuropa kann die Zecke das Virus in sich tragen“, so Schulz-Preuth. Bei einem Urlaub in diese Regionen rät die Ärztin zu einer Impfung, und zwar einen Monat vorher. Das FSME-Virus befinde sich im Speichel der Zecke und werde sofort mit dem Stich in die Blutlaufbahn übertragen. Typische Krankheitszeichen: Grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber und Schnupfen. Bei einigen Erkrankten komme es zu einem zweiten, schwereren Krankheitsschub. Dazu gehören dann hohes Fieber, Nakensteifigkeit, Erbrechen, und sogar Entzündungen der Hirnhaut und des Rückenmarks. Werde die Krankheit nicht rechtzeitig behandelt, könnten auch dauerhafte Schäden zurückbleiben. Um einen Krankenhausaufenthalt komme man nicht herum.

„Am besten schützt man sich gegen Zecken, indem man lange, geschlossene Kleidung trägt“, erläutert die Ärztin. Einen hundertprozentigen Schutz bieten aber auch Gummistiefel und lange Hosen nicht: „Am besten das Unterholz meiden“, empfiehlt Schulz-Preuth. „Einer der größten Irrtümer ist, dass die Zecke vom Baum fällt“, weiß die Ärztin. Die Zecke sitze auf Grashalmen, auf Buschzweigen und im Unterholz - und nicht höher als 1,50 Meter vom Boden entfernt.

Auch Stiche anderer Tiere können gefährlich oder zumindest lästig werden. Bienen-, Wespen- oder Hornissenstiche können zum Beispiel Allergien auslösen. „Sticht das Insekt zu, kann es zu einer Venenentzündung und damit zu einer Schwellung kommen“, erläutert die Ärztin. Auch eine Quaddelbildung sei nicht selten. Bei Allergikern können Augen oder Oberlippe anschwellen, selbst wenn das Insekt in eine ganz andere Körperstelle gestochen habe. Auch zu Atemnot könne ein Stich führen. In solchen Fällen sei sofort der Arzt aufzusuchen.

Ein Nicht-Allergiker habe meist nur mit einem unangenehmen Brennen zu kämpfen. Und da empfiehlt Schulz-Preuth ein altes Hausmittel: Quark. „Die Milchsäure wirkt Wunder und lässt die Entzündung abschwächen.“ Man solle allerdings zunächst kontrollieren, ob der Stachel des Tieres noch in der Haut steckt, und ihn gegebenenfalls mit einer Pinzette entfernen.

Zu den eher harmlosen Insekten gehören die Bremsen. Um sich vor ihren Stichen zu schützen, helfe nur eins: „Abtrocknen, sobald man aus dem Wasser kommt.“ Die Bremse werde nämlich durch nasse Haut angelockt, weil das Wasser reflektiere. Auch Mücken können lästig sein - dagegen empfiehlt Schulz-Preuth Citronella.

Das Wichtigste bei einem Stich: „Den Tetanus-Schutz überprüfen“, betont Schulz-Preuth. „Alle Insekten halten sich auch am Boden auf - und dort befinden sich die Bakterien.“ Mit einer Impfung könne Schlimmeres verhindert werden.


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