Betreuung von Mitarbeiter-Kindern

Mi., 08.02.2012

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Ein Paradies für kleine Kinder

Betreuung von Mitarbeiter-Kindern : Ein Paradies für kleine Kinder

Leben wie im Kindergarten: Diese drei Knirpse machten es sich gleich am ersten Tag im neuen „Kinderparadies“ am St.-Josef-Stift gemütlich. Foto: Josef Thesing

Sendenhorst - 

„Kinderparadies“ heißt die neue Einrichtung am St.-Josef-Stift, in Kinder von Mitarbeitern während der Arbeitszeit professionell betreut werden. Am Mittwoch, 8. Februar, wurde es in großer Runde gesegnet und seiner Bestimmung übergeben. Das so genannte „Lintel-Haus“ ist dafür für 350 000 Euro saniert und umgebaut worden.


In einer Ecke steht ein Schaukelpferd. In einer anderen ein kleines Tischchen, an denen drei Kinder spielen. Rundherum stehen viele Erwachsene, die sich das Treiben in den Räumen anschauen.

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Das St.-Josef-Stift geht immer wieder neue Wege, um die Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern so gut wie möglich zu gestalten. Gestern Morgen ist ein weiterer hinzu gekommen. Im so genannten „Lintel-Haus“ wurde das „Kinderparadies“ in Anwesenheit der Krankenhausleitung und zahlreicher Gäste von Pfarrer Fritz Hesselmann gesegnet und seiner Bestimmung übergeben.

„Großpflegestelle“ heißt die Einrichtung rechtlich offiziell, die eine Betriebs-Kindertagesstätte ist, in der Tagesmütter bis zu neun Kinder betreuen. Für rund 350 000 Euro ist ein Ort entstanden, in dem all das vorhanden ist, was auch in einer „normalen“ Kita zu finden ist. „Es ist eine Investition in die Zukunft“, erklärte Walter Rudde von der Mitarbeitervertretung.

Das „Kinderparadies“ ist wie vieles andere im Krankenhaus Ergebnis eines Mitarbeitertages. Dort war diskutiert worden, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bei den verschiedenen Berufsgruppen von der Ärzteschaft bis zum Pflegepersonal verbessert werden kann. „Es geht uns vor allem um die Menschen“, sagte Fritz Hesselmann im kleinen Wortgottesdienst zur Einweihung.

Im Vorfeld hatte die Arbeitsgruppe die Mitarbeiter befragt, für welche Altersgruppe eine solche Einrichtung geschaffen werden solle. „Herauskristallisiert hat sich dabei der Wunsch nach einer Betreuung von unter Dreijährigen“, erläuterte Dietmar Specht von der Geschäftsleitung des Krankenhauses. Ganz einfach sei die Einrichtung nicht auf die Beine zu stellen gewesen, denn viele Fragen nach dem rechtlichen Rahmen und nach der Finanzierung, die sich an den Eltern-Beiträgen für „normale“ Kindertagesstätte orientiert, seien zu klären gewesen. Denn da die Mitarbeiter des Hauses längst nicht nur aus dem Kreis Warendorf kommen, falle zum Beispiel die Zuständigkeit nicht nur in den Bereich des Kreisjugendamtes.

Die Zeiten der Kinderbetreuung im neuen „Kinderparadies“ sollen sich am Bedarf der Mitarbeiter orientieren. „Möglichst flexibel“ sollen sie sein, machte Stift-Geschäftsführer Werner Strotmeier deutlich.

Eingerichtet ist die „Betriebs-Kita“ wie eine Wohnung, damit sich die Kinder sofort wie Zuhause fühlen würden, erläuterte Hauswirtschaftsleiterin Roswitha Mechelk, die in der Arbeitsgruppe mitgearbeitet hat. „Wir haben uns verschiedene Einrichtungen angesehen und uns mit Fachberatern ausgetauscht.“ So gibt es eine voll ausgestattete Küche, in der die Tagesmütter gemeinsam mit den Kindern auch kochen können. „Mir hat der Aufbau sehr viel Spaß gemacht“, blickte Roswitha Mechelk zurück. Kuschelecke, Betten für die Jüngsten, ein Gruppenraum, ein kindgerechtes Bad und einiges mehr gehören zur Ausstattung des „Kinderparadieses“.

Für Walter Rudde ist die Einrichtung eine „Win-Win-Situation“, von der alle profitieren – der Arbeitgeber wie auch die Mitarbeiter. Viele junge Menschen würden sich entweder für den Beruf oder für Kinder entscheiden. Aber: „Wenn keine Kinder mehr geboren werden, stirbt die Gesellschaft“. Und das „Kinderparadies“ in unmittelbarer Nähe des Arbeitsplatzes erleichtere es den Mitarbeitern, sich sowohl für den Beruf als auch für das Elterndarsein zu entscheiden.

Dass es in Zukunft für Unternehmen schwerer wird, qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen, ist aufgrund des demografischen Wandels längst kein Geheimnis mehr. „Wir glauben, dass diese Einrichtung ein weiterer Baustein ist, der die Arbeitsplätze hier noch attraktiver macht“, ist sich Werner Strotmeier sicher.


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