Mo., 20.08.2012

„Summerwinds“ Münsterland Die Welt braucht Tango

„Summerwinds“ Münsterland : Die Welt braucht Tango

Das „Walton/van Duinen-Quintett“ bot einen unmittelbaren und unverfälschten Zugang zu einer faszinierenden Musikwelt. Foto: Axel Engels

Sendenhorst - 

Tango aus den Niederlanden galt lange Zeit als Geheimtipp für Insider, war nur von Festivals und Salons in Amsterdam, Nijmegen oder Arnheim bekannt. Aber mit dem „Walton/van Duinen-Quintett“ kam am Sonntag eine Tango-Formation ins Haus Siekmann, die sich in der internationalen Tangoszene einen festen Platz mit ihrer innovativen Musik erspielt hat.

Von Axel Engels

Die Liebhaber feinster von Hand gemachter Musik genossen bei hochsommerlichen Temperaturen die leichte Brise dieses „ Summerwinds “-Konzertes, das vom musikalischen Niveau sogar noch alle Erwartungen übertraf. Sogar aus der Münsteraner Tangoszene waren viele Tango-Begeisterte nach Sendenhorst gekommen, ließen sich vom Zauber dieser innig gespielten Musik inspirieren. Von traditionellen Tangos , Milongas und Valses, Tangos aus der Feder von Astor Piazzolla bis zu überaus interessanten Eigenkompositionen reichte das Repertoire des Quintetts, das schon mit seiner Besetzung mit Bandoneon, Gitarre, Klarinette Saxofon und Kontrabass einen ganz markanten Klang hatte.

Den Titel des Konzertes, „The World Needs Tango“, zweifelte niemand nach den ersten Titeln „La Escapada“ und „Gallo Ciego“ mehr an. Das Quintett zeigte sich quasi als Erneuerer der vor Energie und Verführung strotzenden Tangos der 1940-er Jahre von Eduardo Arolas und Agustin Bardi, denen sie ein ganz individuelles und lebendiges Gewand gaben. Dass sie dabei Elemente von Jazz und Flamenco in die traditionellen Tangos mischten, macht wohl den besonderen Reiz dieser Formation aus. Vom Staub der Jahrzehnte befreit erklangen die Tangos und Valses mit einer Gefühlstiefe und Sinnlichkeit, die Raum und Zeit vergessen ließen.

„Aires de Cádiz“ und das an Dynamik kaum zu überbietende „Tan Impala“ begeisterten das ganze Publikum, unabhängig vom Alter. Der argentinische Tango bot sich als Generationen verbindendes Erlebnis, von versierten Musikern mit all ihrer Liebe und Leidenschaft gespielt. „La Muerte del Angels“ von Astor Piazzolla aus dem Jahre 1962 zeigte die besondere Strahlkraft und erneuerbare Energie dieses großen Tango-Nuevo-Komponisten. Bei solch großer Ausdruckskraft und spürbarer Sensibilität des Quintetts bewegte dieser weltbekannte Tango die Herzen. Inspirierend versprühten Tangos wie „La Escapada“ und „La Maca“ ihren einzigartigen Reiz, ließ man sich mitreißen im Rythmus des „Vals Considerao“.

Vielleicht beschäftigt sich das Quintett auch noch mit den wunderbaren Liedern von Carlos Gardel, die dem facettenreichen Programm noch eine intimere Färbung hinzufügen würden. Wo das Pariser „Gotan Project“ den Tango vielleicht etwas zu elektronisch verändert, bot dieses Quintett im Haus Siekmann einen unmittelbaren und unverfälschten Zugang zu einer faszinierenden Musikwelt.

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