Di., 26.01.2016

Verdienstmedaille für Hermann-Josef Lewentz Ein unermüdlicher Helfer

In einer Feierstunde im Rathaus überreichte Oberbürgermeister Markus Lewe die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens an Hermann-Josef Lewentz. Mit im Bild Ehefrau Brigitte Lewentz.

In einer Feierstunde im Rathaus überreichte Oberbürgermeister Markus Lewe die Verdienstmedaille des Bundesverdienstordens an Hermann-Josef Lewentz. Mit im Bild Ehefrau Brigitte Lewentz. Foto: Oliver Werner

Sendenhorst - 

Hermann Josef Lewentz, Gründer von „Kinder helfen Kindern“ und vielen Sendenhorstern als langjähriger Lehrer an der Realschule St. Martin bekannt, wurde gestern Mittag in Münster der „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ verliehen.

„Hermann-Josef Lewentz hat durch sein ehrenamtliches Engagement im sozialen und kirchlichen Bereich auszeichnungswürdige Verdienste erworben.“ So hieß es gestern Mittag in einer Laudatio anlässlich der Verleihung der „Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland“ an den Gründer von „Kinder helfen Kindern“ und vielen Sendenhorstern als langjähriger Lehrer an der Realschule St. Martin bekannten Münsteraner.

Der Oberbürgermeister der Stadt Münster, Markus Lewe, empfing Lewentz mit seiner Ehefrau Brigitte in der Rüstkammer im historischen Rathaus. Lewe blickte in seiner Rede auf das Leben und Wirken von Hermann-Josef Lewentz zurück. Lewentz ist verheiratet und hat zwei Kinder. Bis zum Jahr 2000 war er Lehrer an der Realschule St. Martin. Dort entwickelte er 1989 mit seiner Klasse das Schulprojekt „Kinder helfen Kindern“, das er seitdem mit seinen Schülerinnen und Schülern als zentrale Ansprechperson koordiniert.

In den ersten Jahren sammelten die Jugendlichen Grundnahrungsmittel, die Hermann-Josef Lewentz mit Hilfe des Malteser Hilfsdienstes zunächst nach Ungarn brachte. Rund 400 Pakete gingen von 1991 bis 1995 an ein Waisenhaus in Lemberg in der Ukraine. Seit 1996 konzentrierte sich die Hilfe auf bedürftige Menschen im rumänischen Baia Mare.

2012 ging dann der erste Hilfstransport nach Fushe-Arrez in Albanien. Im vergangenen Jahr knüpfte Lewentz weitere Kontakte zur Missionsstation in Dushe-Arres, ebenfalls in Albanien, und reiste mit einer Gruppe Malteser vor Ort, um die zukünftige Zusammenarbeit abzustimmen.

Hermann-Josef Lewentz organisiere die Sammlungen bis ins Detail, fasste Lewe zusammen. Er habe gemeinsam mit den Schülern neben Grundnahrungsmitteln auch Spielzeug, Kleidung, Einrichtungsgegenstände und medizinische Hilfsmittel für Schulen, Altenheime, Kranken- und Armenhäuser gesammelt. Er selbst werbe bei Privatpersonen und Firmen um Geldspenden, pflege Kontakte zu Wohlfahrtsorganisationen, die er in die Hilfsaktionen einbindet. Für die jeweils zwei Transporte pro Jahr ordne er die Sachspenden, verpacke sie, organisiere Helfer und Fahrzeuge, kümmere sich um das Beladen der Lkw, bei dem ihm die Jugendlichen helfen, und bringe die Hilfsgüter mit den Maltesern in den Schulferien zu den Empfängern, heißt es in der Mitteilung der Stadt Münster.

Am Zielort koordiniere er das Abladen und die Verteilung der Hilfsgüter. Im Laufe der Jahre baute Lewentz an den verschiedenen Orten ein Netz von verlässlichen Partnern auf, die die Geldspenden in Höhe von 8000 bis 10 000 Euro für Kindergarten- und Schulspeisungen oder ärztliche Behandlungen verwalten.

Neben den anfallenden Verwaltungsarbeiten, wie dem Vorbereiten der Transporte oder der Spendenquittungen, pflege Lewentz das immer größer werdende Netzwerk der Helfer, halte Vorträge, engagiere sich in der Pressearbeit und beteilige sich beim Champignonverkauf für den guten Zweck auf dem Gänsemarkt, heißt es in der Laudatio weiter.

Die Aktion „Kinder helfen Kindern“ wurde 2008 im Rahmen der Woche der Brüderlichkeit mit der Bernhard-Kleinhans-Plakette ausgezeichnet. Lewentz war somit 25 Jahre lang das „Gesicht“ und die treibende Kraft der Aktion „Kinder helfen Kindern“ an der Realschule St. Martin. Der ehemalige Lehrer tritt heute kürzer und hat die Aufgaben auf Seiten der Realschule an Stefan Schubert und Judith Vosseberg, beide Lehrkräfte an der Schule, übergeben.

Vor etwa sechs Jahren schloss sich Hermann-Josef Lewentz darüber hinaus dem Krankenhausbesuchsdienst der katholischen Kirchengemeinde St. Stephanus in Münster an und besucht jeden Monat bis zu sechs Patienten.

Als Dank für seinen Einsatz als Fluthelfer, bei dem er Sachspenden ordnete, verlud und von Münster nach Eilenburg in Sachsen transportierte, erhielt Lewentz im Jahr 2002 den Sächsischen Fluthelfer-Orden.

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