Di., 02.02.2016

„Kinder helfen Kindern“ Helfen im Armenhaus Europas

Sendenhorst - 

Neuer Schwerpunkt des Hilfsprojekts „Kinder helfen Kindern“ soll die Missionsstation St. Joseph in Fushe Arrez sein, teilt die Realschule in der Ankündigung der bevorstehenden Frühjahrssammelaktion mit. Die zwei Ordensschwestern, Gratias Ruf und Bernadette Ebenhoch, sind vor über 20 Jahren nach Albanien gekommen, um die große Not der Menschen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks zu lindern.

Seit über 25 Jahren hilft „Kinder helfen Kindern“ bedürftigen Kindern in Osteuropa. So wurden unter der Leitung von Hermann-Josef Lewentz, einem ehemaligen Lehrer, Hilfstransporte nach Lemberg (Ukraine) und Baia Mare (Rumänien) durchgeführt. Im März 2013 wurde erstmals in Zusammenarbeit mit den Maltesern aus Warendorf ein Transport nach Fushe Arrez in Albanien organisiert.

Neuer Schwerpunkt der Hilfsprojekte soll nun die Missionsstation St. Joseph in Fushe Arrez sein, teilt die Realschule in der Ankündigung der bevorstehenden Frühjahrssammelaktion mit. Die zwei Ordensschwestern, Gratias Ruf und Bernadette Ebenhoch, sind vor über 20 Jahren nach Albanien gekommen, um die große Not der Menschen nach dem Zusammenbruch des Ostblocks zu lindern. Sie haben die Missionsstation aufgebaut und werden seit 2008 durch den Kapuziner Andreas Waltermann, der aus der Gemeinde St. Stephanus in Münster stammt, unterstützt.

Fushe Arrez ist eine kleine Stadt mit rund 4500 Einwohnern im Nordosten Albaniens. Sie liegt in den Bergen auf knapp 600 Metern Höhe, etwa 80 Kilometer von der zweitgrößten albanischen Stadt Shkodra entfernt, heißt es in der Erklärung. Seit die letzte Kupfermine erst von einem türkischen Investor übernommen und dann geschlossen wurde, liege die Arbeitslosigkeit bei über 80 Prozent. Im September 2015 habe auch die Fabrik zur Trennung des Metalls vom Gestein den Betrieb eingestellt, heißt es in der Ankündigung weiter.

Bruder Andreas schrieb in seinem Weihnachtsbrief 2015: „Die Arbeitslosigkeit und damit die Perspektivlosigkeit ist in unserer Region stark gestiegen. Aus Fushe-Arrez und den Dörfern sind in den letzten Monaten mehr als 250 Menschen nach Deutschland oder Österreich weggegangen – Einzelne und ganze Familien. Viele haben dafür ihr Vieh, ihr Land oder ihre Wohnung verkauft. Die meisten Albaner werden wohl in den nächsten Wochen und Monaten ausgewiesen werden und mit enttäuschten Hoffnungen und Erwartungen zurückkommen.“

Der Großteil der Bevölkerung lebe in völliger Armut, arbeitslos und ohne Perspektive. Je weiter man von der Küste ins Landesinnere und damit in die Berge vorstoße, umso schlimmer seien die Lebensbedingungen der Menschen.

An diesem Punkt setze die Arbeit der Missionsstation St. Joseph in Fushe Arrez an. Die Station liegt über der Stadt in einem eingefriedeten Gelände. Dort betreiben die Schwestern einen Kindergarten, in dem 75 drei- bis sechsjährige Kinder betreut werden. Sie erhalten Frühstück und ein warmes Mittagessen – häufig die einzigen regelmäßigen Mahlzeiten für die Kinder, wird in einem Schreiben an die Eltern der Realschüler erläutert. Darüber hinaus finden einmal pro Woche die Ausgabe von Grundnahrungsmitteln und monatlich die Abgabe von Kinderbekleidung statt.

Die deutschen Schwestern und der Pater leisten zusammen mit weiteren Praktikanten und einheimischen Mitarbeitern geistige und materielle Hilfe. Dazu gehören Notfallbehandlungen und Medikamentenausgabe in der Ambulanz, Kindergarten und Katechismusunterricht, Ausgabe von Kindernahrung und -bekleidung, Nähkurse und Hygienekurse für angehende Mütter, Ausbildungsförderung für Kinder und Jugendliche, Patenschaftsprogramme für Familien mit Kindern und die Hilfe für mittellose Familien (vor allem Baumaterial, Möbel und Hausrat).

Die nächste Sammlung an der Realschule, für den Hilfstransport im Frühjahr, findet vom 15. bis 17. Februar statt. Ansprechpartner in der Realschule sind Stefan Schubert, Tanja Tiedeken und Judith Vosseberg.

Wer die Sammlungen der vergangenen Jahrzehnte kennt, wird feststellen, dass sich der Bedarf verändert hat. „Wir können keine Erwachsenenbekleidung und -schuhe mehr annehmen. Bitte sehen Sie von derartigen Spenden ab“, erklären die Organisatoren.

Die Spenden können vom 15. bis 17. Februar in der Zeit von 8.15 bis 12 Uhr und von 14 bis 15.30 Uhr in der Aula abgegeben werden.

Auch Geldspenden seien sehr bedeutsam, etwa für den Kauf von Baumaterial, Kühen, Ziegen, Schafen, Hühnern, Schweinen und Bienenvölkern als Erwerbsgrundlage. Eine Spendenquittung kann bei Bedarf ausgestellt.

Spendenkonten „Kinder helfen Kindern“ gibt es bei der Vereinigten Volksbank Münster und der Sparkasse Münsterland Ost.

Bargeldspenden sind im Sekretariat der Schule möglich.

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