Mi., 17.02.2016

Elias Ogaraku und Adrian Schaaf absolvierten ihr Schulpraktikum beim DAF Junge Leute bauen Brücken

Absolvierten ihr Schulpraktikum beim DAF: Adrian Schaaf (2.v.l.) und Elias Ogaraku (2.v.r.). Betreut wurden die beiden unter anderem von Heinz Wenker (DAF) und Eva Stuckenbrock (ASB).

Absolvierten ihr Schulpraktikum beim DAF: Adrian Schaaf (2.v.l.) und Elias Ogaraku (2.v.r.). Betreut wurden die beiden unter anderem von Heinz Wenker (DAF) und Eva Stuckenbrock (ASB). Foto: Annette Metz

Albersloh/Drensteinfurt - 

Für den Albersloher Elias Ogaraku und seinen Klassenkameraden Adrian Schaaf stand jüngst das Schulpraktikum im sozialen Bereich auf dem Programm. Beide wollten nicht das Übliche in Kindergärten oder Altenheimen machen. Beim DAF wurden sie in der Flüchtlingsbetreuung fündig.

Von Annette Metz

Auf der Suche nach einem Schulpraktikumsplatz im sozialen Bereich stand für den Albersloher Elias Ogaraku und seinen Klassenkameraden Adrian Schaaf aus Drensteinfurt fest, dass es nicht das übliche sein sollte, das alle anderen auch machen. Kindergarten oder Altenheim sollte es für die beiden nicht sein. Als Elias dann von Annette Dimmer-Deppe den Tipp bekam, sich beim Deutsch-Ausländischen Freundeskreis für ein solches Praktikum zu bewerben und die Arbeit mit Flüchtlingen kennenzulernen, war das die Alternative, nach der der 17-jährige Schüler der Waldorfschule gesucht hatte. Und sein Kollege Adrian Schaaf, 16 Jahre, schloss sich dieser Idee gerne an.

Drei Wochen lang warteten viele verschiedene Aufgaben auf die beiden Praktikanten, die zur Waldorfschule in Everswinkel gehen. „Schön war, dass wir mit allen Altersgruppen zu tun hatten“, berichtet Elias Ogaraku. Mit den Kindern gingen sie zum Schwimmen, spielten vor Ort und besuchten eine Klasse mit Flüchtlingskindern an der Realschule. Sie nutzten die Zeit um Fahrradtraining für junge und erwachsene Flüchtlinge anzubieten. Sie erlebten in der Beratungsstunde des DAF, mit welchen Problemen die Menschen konfrontiert werden. Sie packten beim Möbeltransport mit an. Und vor allem erfuhren sie sehr viel von den Schicksalen der Menschen, mit denen sie zu tun hatten.

„Wir haben uns auf Deutsch, auf Englisch, mit Händen und Füßen unterhalten“, schmunzeln die beiden. „Hauptsache, irgendwie“, war ihr Motto. „So haben wir einen ganz anderen, persönlicheren Einblick in die Lage und die Erlebnisse der Menschen bekommen“, berichtet Adrian Schaaf, der vorher eben nur aus Radio und Zeitung über das Thema informiert war. „Sie haben erzählt, woher sie kommen und was sie erlebt haben. Einige sind über das Meer geflohen“, hat Adrian Schaaf aus erster Hand erfahren. Erstaunt und erschreckt hätten sie die Berichte gehört, erzählen die beiden Schüler. „Dass Kinder mit 13 Jahren ohne Eltern in fremde Länder fliehen, kann man sich für sich selbst überhaupt nicht vorstellen“, fasst Elias Ogaraku seine Eindrücke zusammen. „Das kann man sich genauso wenig vorstellen, wie die Tatsache, dass viele Flüchtlinge Angst vor Hunden haben“, berichtet Adrian Schaaf.

Viele Bekannte haben die beiden Schüler inzwischen interessiert auf ihre Erlebnisse angesprochen. Vor allem seien sie immer wieder gefragt worden: „Sind die nett zu euch?“. Und das können beide nur überzeugt bestätigen. „Die Menschen sind sehr gastfreundlich“, können sie berichten. Und sie haben viele erlebt, die fleißig Deutsch lernen, auch weil sie möglichst schnell arbeiten wollen. „Dass sie nicht arbeiten dürfen, deprimiert viele von ihnen“, hat Elias Ogaraku erfahren.

Die beiden jungen Männer schauen nach ihrem Praktikum mit mehr Verständnis auf die Situation der Flüchtlinge. Sie hätten gelernt, zu relativieren, denn „Gute“ und „Schlechte“ gebe es auf beiden Seiten. Sie möchten die Kontakte in die Unterkunft in der Albersloher Wersehalle nach ihrem Praktikum nicht abreißen lassen. „Wir wollen wiederkommen, wenn das Wetter besser ist, und gemeinsam Fußball spielen“, erzählen sie. Fußball verbindet. Das haben sie auch beim gemeinsamen Besuch des Preußenspiels auf der Adolfshöhe vor einiger Zeit bemerkt.

Für die Betreuer aus den Reihen des Deutsch-Ausländischen Freundeskreises war es das erste Mal, dass sie ein solches Praktikum für Schüler begleitet haben. „Wir finden, dass es sehr wichtig ist, dass auch die jungen Leute bereit sind, Brücken zu bauen“, erklärt Heinz Wenker. Es seien viele junge Leute unter den Flüchtlingen, für die Kontakte zu Gleichaltrigen sehr wichtig seien, möchte Wenker auch weiter Jugendliche ermutigen, sich in die Betreuung der Flüchtlinge miteinzubringen. Schüler, die sich für ein Sozialpraktikum beim DAF interessieren, könnten sich an Werner Paschke, ✆ 26 71, wenden, nennt Wenker einen Ansprechpartner.

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