Do., 18.02.2016

Jugendliche bewerten Lebensqualität in der Stadt Mehr Busse und mehr Shopping

Der Großteil der Befragten besucht die Realschule.

Der Großteil der Befragten besucht die Realschule. Foto: -jot-

Sendenhorst/Albersloh - 

410 Kinder und Jugendliche haben an der Fragebogenaktion teilgenommen, die im Zusammenhang mit der Jugendkonferenz durchgeführt worden war. 226 Mädchen und 183 Jungen haben unter anderem darüber Auskunft gegeben, was sie in ihrer Freizeit machen und was ihnen an Infrastruktur am meisten fehlt.

Von Josef Thesing

Hand aufs Herz: Wer weiß ungefähr, wie viele Menschen zwischen zehn und 21 Jahren in Sendenhorst leben? Es sind genau 1865, hat Jugendpflegerin Katrin Diekhoff für die Vorbereitung, Durchführung und die Aufarbeitung der Ergebnisse der Jugendkonferenz im vergangenen Jahr ermittelt. Deren Kernaussagen und einige mögliche Schlussfolgerungen stellte sie am Dienstagabend gemeinsam mit Jugendlichen im Ausschuss für Schule und Soziales vor.

An der Fragebogenaktion, die eine der Grundlagen für die Konferenz gewesen war, hatten sich 410 Kinder und Jugendliche beteiligt – 226 Mädchen und 183 Jungen. 84 Prozent von ihnen wohnen in Sendenhorst. Und noch ein paar statistische Zahlen: 19 Prozent der Teilnehmer der Online-Umfrage waren zum Zeitpunkt der Erhebung 16 Jahre alt. Ab dieser Altersstufe schwindet das Interesse an einer solchen Aktion offenbar rapide: Fünf Prozent waren 17 Jahre alt, ein Prozent 18 Jahre – und 19- sowie 20-Jährige hatten sich überhaupt nicht beteiligt. 279 der jugendlichen Teilnehmer der Umfrage besuchen die Realschule St. Martin und 89 das Gymnasium St. Michael in Ahlen. Das waren die mit Abstand größten Schülergruppen, gefolgt von der Montessori-Sekundarschule (22).

Naturgemäß stand die Frage nach den derzeitigen und künftig gewünschten Freizeit-Aktivitäten im Mittelpunkt der Befragung. Dabei kam – nicht überraschend – unter anderem heraus, dass aufgrund der immer mehr ausgeweiteten Schulzeiten das Freizeitkontingent weiter zusammengeschmolzen ist. Gleichwohl steht „mit Freunden treffen“ immer noch auf Platz eins, gefolgt vom gesamten Bereich Internet mit Facebook, Youtube und Co., Smartphone-Chatten und Fernsehen. „Draußen abhängen“ folgt erst auf Platz vier.

Die Sportvereine dürfte freuen, dass sie bei den Menschen dieser Altersstufe weiter attraktiv sind. Der Durchschnitt aller, die sich an der Umfrage beteiligt haben, verbringt 57 Prozent der Freizeit im Sportverein. Es folgen Jugendgruppen sowie der Bereich Musik und Kunst. Die Jugendzentren sind mit nur einem Prozent hingegen kaum gefragt. Sie seien, so eine oft geäußerte Aussage, „nicht attraktiv genug“.

68 Prozent der Befragten sind in Vereinen aktiv: 80 Prozent von ihnen im Sportverein. Und mehr als die Hälfte, die alle oder viele der Fragen beantwortet haben, engagieren sich ehrenamtlich. Die Jugendtrainer für Sportler bilden dabei die größte Gruppe.

Die Lebensqualität in der Stadt wird von 79 Prozent als „sehr gut“ bis „gut“ empfunden. Einen ähnlich positiven Wert erreicht das „Sicherheitsempfinden“.

Weniger gut fällt hingegen die Bewertung der Einkaufsmöglichkeiten für diese Altersstufe aus – aber auch das dürfte kaum überraschen. Dass ein Kino fehlt, haben Jugendliche ebenfalls bereits bei früheren Befragungen geäußert. Gleiches gilt auch für bessere Verkehrsanbindungen mit Bussen, zum Beispiel nach Drensteinfurt. Und auch der Wunsch nach einem Freibad ist in diesem Zusammenhang nichts Neues.

Und eines sollte den Verantwortlichen erneut zu denken geben: Die Schulbusse sind deren Nutzern erheblich zu voll.

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