Fr., 19.02.2016

Sendenhorster Realschüler experimentieren Alles begann mit der Schildkröte

Der Moment der Wahrheit: Die Schüler müssen der Jury ganz genau erklären, was sie entwickelt haben und wofür das dienlich sein könnte. Noah Brünemann (li., vorne) und Konstantin Klassen stellen ihren elektronischen Zaun für Tiere vor.

Der Moment der Wahrheit: Die Schüler müssen der Jury ganz genau erklären, was sie entwickelt haben und wofür das dienlich sein könnte. Noah Brünemann (li., vorne) und Konstantin Klassen stellen ihren elektronischen Zaun für Tiere vor. Foto: Josef Thesing

Sendenhorst - 

Vom elektronischen Zaun für Tiere über einen Bremsautomaten für Kinderwagen bis zum Putz- und Aufräumroboter: Gute Ideen präsentierten Schüler der Realschule St. Martin in Hiltrup. Dort ging der IHK-Wettbewerb „Schüler experimentieren“ über die Bühne.

Von Josef Thesing

Alles begann mit der Schildkröte von Konstantin Klassen. Die liebt wohl den Ausgang und geht, wenn sie draußen ist, gern mal ein bisschen auf Achse. Und da überlegten sich der elfjährige Sendenhorster und sein Freund Noah Brünemann, ebenfalls elf, wie der Auslauf der Kröte ohne Zaun und Kiste begrenzt werden könnte. Gestern stellten sie das Ergebnis ihrer Tüftelei in der Hiltruper Stadthalle vor: ein elektronischer Zaun für Tiere, der in der aktuellen Ausführung aber weit mehr kann, als die Wege der Schildkröte zu limitieren.

An ihrem Stand für den Wettbewerb „Schüler experimentieren“ im Bereich „Arbeitswelt“ hängt ein Bild mit drei Kreuzen. „Kampf dem Mähtod“, ist dort aufgedruckt. „Wir haben im Internet viele schreckliche Bilder gesehen“, erklärt Noah Brünemann. Und so haben sie in der Realschule St. Martin und zu Hause gemeinsam den elektronischen Zaun für Tiere entwickelt. Und das, betonen beide, obwohl sie mit Landwirtschaft sonst so gar nichts am Hut haben. Die Juroren sind beeindruckt und lassen sich die Funktionalität genau erklären. Jonas und Konstantin sind eines von vier Teilnehmerteams, das die Farben der Sendenhorster Schule im Wettbewerb vertritt.

Mehr Sicherheit hatte auch Jonas Berkemeier im Sinn, als er seinen „Bremsautomaten für Kinderwagen“ in etwa drei bis vier Monaten entwickelt hat. Der 14-jährige Realschüler aus Rinkerode zeigt im Gang jedem, der vorbeikommt, das seine Kinderwagenbremse funktioniert. Eine Zielgruppe für eine mögliche Serienproduktion hat er auch bereits ausgemacht. „Ich habe schon viele Inliner-Fahrer mit Kinderwagen gesehen. Was ist, wenn mal einer fällt und liegenbleibt?“, sagt er. Sein Kinderwagen bleibt dann stehen. Nicht mit Karacho, sondern sanft, weil das Bremssystem auf der Basis eines Elektromagneten funktioniert. Zum Testen hatte er im Vorfeld ein Modell gebaut, das ebenfalls in der Stadthalle zu sehen ist.

Putzen und Aufräumen sind offenbar nicht die großen Leidenschaften des zwölfjährigen Jakob Grosse aus Sendenhorst. Ob der Junge allerdings deshalb einen „Putz- und Aufräum-Roboter“ gebaut hat, muss an dieser Stelle offen bleiben. Das technisch aufwändige Ding, an das vorne ein Staub-Wedel montiert ist, kandidiert im Bereich „Mathematik und Informatik“ um die Gunst der Jury, die sich auch für die Erklärungen von Jakob Grosse viel Zeit nimmt, während der Roboter auf einer Art großem Holzbeet „aufräumt“ und herumliegende Figuren einsammelt. „Das hat Opa gebaut“, sagt Jakob. Opa ist ebenfalls vor Ort und sieht sich den Stand des Enkels an. Ein bisschen stolz blickt der Großvater schon drein. Und den Spaß am Basteln und Tüfteln hat der Enkel offenbar geerbt. „Ich habe schon früh mit Lego angefangen“, erklärt Jakob Grosse.

Mathematik und Informatik haben es auch Johannes Schenk (13) und Marcel Lening (11) angetan. Sie wollen an einem fahrenden Roboter zeigen, was die Technik von Katzen lernen kann.

Die beiden Sendenhorster haben erfahren, dass die Schnurrhaare den Katzen unter anderem dabei helfen, sich bei Dunkelheit zu orientieren. Für ihren Roboter haben sie deshalb ein elektronisch-mechanisches Schnurrhaar entwickelt, das verhindern soll, dass das Fahrzeug gegen die Wand fährt. Um das zu beweisen, haben sie eine Kiste mit einer Ausfahrt gebaut. Und tatsächlich steuert der Roboter genau diese an. Auch diese beiden Realschüler habe einige Monate Tüftelei investiert – bis auf den letzten Drücker. „Der Roboter ist erst vorgestern fertiggeworden“, sagt Marcel Lening.

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