So., 06.03.2016

Paar aus Aserbaidschan sucht Wohnung Ein bisschen Platz fürs Baby

Schon in ein paar Wochen erwarten Vusalo und Namig Pasayev ihr erstes gemeinsamen Baby. Heinz Wenker und Siegfried Brandenfels (re.) möchten den beiden helfen, eine kleine Wohnung zu finden, die der jungen Familie ein wenig mehr Privatsphäre bieten kann.

Schon in ein paar Wochen erwarten Vusalo und Namig Pasayev ihr erstes gemeinsamen Baby. Heinz Wenker und Siegfried Brandenfels (re.) möchten den beiden helfen, eine kleine Wohnung zu finden, die der jungen Familie ein wenig mehr Privatsphäre bieten kann. Foto: Christiane Husmann

Albersloh - 

In ein paar Wochen ist es soweit: Namig und Vusalo Pasayev erwarten ihr erstes Baby. Aber dafür fehlt der Platz. Die Asylbewerber leben in einem einigen Zimmer.

Von Christiane Husmann

In ein paar Wochen ist es soweit: Namig und Vusalo Pasayev erwarten ihr erstes Baby. „Es wird ein Junge. Er soll Raul heißen“, freut sich der werdende Vater Namig, der zurzeit mit seiner Frau ein kleines Zimmer in der Asylbewerberunterkunft an der Bahnhofstraße in Albersloh bewohnt. Dort sind ein Doppelbett, ein Tisch, eine Kommode und drei Stühle untergebracht. Damit ist der Raum gut gefüllt. Platz für ein Kinderbett? Fehlanzeige.

Aus der Gemeinschaftsküche werden weitere Stühle herbeigeschafft, auf denen die Albersloher Heinz Wenker und Siegfried Brandenfels mit Namig und Vusalo Pasayev Platz nehmen. An Gastfreundlichkeit lässt es das junge Paar, das im September aus Aserbaidschan gekommen ist, nicht mangeln: Es werden Tee, Datteln und Kekse gereicht. Die Verständigung auf Deutsch oder Englisch funktioniert noch nicht so gut, auch wenn Namig und Vusalo zwei Mal in der Woche ehrgeizig an einem Deutschkursus teilnehmen. Da ist es sehr hilfreich, dass Siegfried Brandenfels nahezu perfekt Russisch sprechen kann. Während Heinz Wenker, der sich als Pate für das junge Paar einsetzt, und die Mitarbeiterin der WN nur „Bahnhof“ verstehen, übersetzt Siegfried Brandenfels die Sorgen und Hoffnungen, mit denen sich Pasayevs‘ seit Monaten beschäftigen.

Auf die Frage, warum es das junge Ehepaar von Aserbaidschan, das eigentlich als sicheres Herkunftsland eingestuft ist, nach Deutschland gezogen hat, übersetzt Siegfried Brandenfels, dass es medizinische Gründe gewesen seien, die weder in Aserbaidschan noch im Iran zufriedenstellend hätten gelöst werden können. Die schwangere Vusalo habe Blut erbrochen. Aus ärztlicher Sicht habe man ihr in der Heimat geraten, eine Abtreibung vornehmen zu lassen. Doch das wollten weder Vusalo noch Namig akzeptieren. Darauf hin habe das Paar Ratschläge angenommen und sei nach Deutschland gegangen, um eine möglichst gute medizinische Versorgung zu erhalten. Und die wird ihnen hier nach eigenen Angaben auch geboten.

Beruhigende Nachricht für die werdenden Eltern, die medizinisch in einer Sendenhorster Gynäkologie-Praxis betreut werden: Das Ungeborene und die Mutter gelten laut Angaben des werdenden Vaters nach ärztlicher Untersuchung als gesund.

Der 30-jährige Namig verdiente bisher sein Geld als Kranführer auf einer Plattform im Kaspischen Meer. „Er arbeitet gerne, bietet immer wieder seine Hilfe an“, erklärt Heinz Wenker, der sich als Pate des Vereins FIZ ehrenamtlich unter anderen für das Ehepaar Pasayev einsetzt. Namig Pasayev behauptet selbst von sich, kein politischer Mensch zu sein. Trotzdem gäbe es in seiner Heimat Diskrepanzen, die er mit Sorge verfolge. Deshalb hofft er auf eine sichere Zukunft in Deutschland, die für ihn, seine 24-jährige Frau und das Baby eine Perspektive bieten könne. Dass die Flüchtlingssituation in Deutschland durchaus sehr schwierig sei, habe er beim Aufbruch allerdings nicht erwartet.

Doch ganz aktuell drückt der Schuh woanders. Unübersehbar schreitet die Schwangerschaft der jungen Vusalo voran. Als sehr problematisch sieht Heinz Wenker daher die Wohnsituation der beiden Aserbaidschaner an, die die Geburt des Babys Raul Ende April/Anfang Mai erwarten. „Wie soll das hier mit einem Baby funktionieren“, fragt sich Wenker, der dem jungen Paar helfen will, eine kleine Wohnung zu finden. Wer selber Kinder habe, wüsste, wie es sei, wenn man Nachwuchs erwarte. „Ein wenig Behaglichkeit, ein Minimum an Privatsphäre mit eigener Toilette und Küche wären wünschenswert“, sagt Heinz Wenker.

Als Mieter einer möglichen Wohnung würde die Stadt Sendenhorst auftreten, erklärt der Albersloher, der sich als Ansprechpartner für mögliche Vermieter anbietet.

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