Fr., 02.12.2016

Neuer Nahverkehrsplan Verbesserung der Qualität

Was soll besser werden? Diplom-Ingenieurin Anja Witzel notierte mit ihren Kollegen vom Planungsbüro die Anregungen an den Arbeitstischen. Dr. Timo Barwisch (kl. Foto) erklärte die Fortschreibung des Nahverkehrsplans.

Was soll besser werden? Diplom-Ingenieurin Anja Witzel notierte mit ihren Kollegen vom Planungsbüro die Anregungen an den Arbeitstischen. Dr. Timo Barwisch (kl. Foto) erklärte die Fortschreibung des Nahverkehrsplans. Foto: Anke Weiland

Sendenhorst/Drensteinfurt - 

Der Kreis Warendorf hat mit den Bürgern aus vier Gemeinden das diskutiert, was sie sich für den neuen Nahverkehrsplan wünschen. Das Interesse an dem Treffen war allerdings nur mäßig: Nur rund 20 Interessierte fanden sich zur Veranstaltung in Sendenhorst ein.

Von Anke Weiland

Die Resonanz war etwas zurückhaltend am Mittwochabend, als der Kreis Warendorf zur Bürgerbeteiligung für den neuen Nahverkehrsplan aufrief. Im Kommunalforum war für die Bürger aus Sendenhorst, Ahlen, Drensteinfurt und Everswinkel die Gelegenheit, Anregungen und Verbesserungsvorschläge für die kommenden Jahre zu geben. Die knapp 20 Anwesenden, auch aus den Nachbarstädten, hatten davon einige, die im Laufe des Abends notiert wurden.

In unregelmäßigen Abständen gebe es einen neuen Nahverkehrsplan für das Münsterland, jedoch immer mit einem örtlichen Bezug, führte der Baudezernent des Kreises, Carsten Rehers, in die Materie ein. „Wir wollen wissen, in welchen Bereichen wir besser werden sollen“, erklärte anschließend Dr. Timo Barwisch von dem mit dem dritten Nahverkehrsplan beauftragten Büro „plan:mobil“. Da der Nahverkehrsplan jeweils für fünf bis zehn Jahre Bestand habe, sei es ebenso wichtig zu wissen, „in welcher Quantität und Qualität Nahverkehr stattfinden soll“.

Der erste Schritt zum neuen Nahverkehrsplan sei die Überprüfung des bestehenden Angebotes, so Barwisch. Und sinnvollerweise wandten sich die Planer mit ihrem Anliegen direkt an die, die es wissen müssten: die Bürger, die den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) nutzen, oder eben auch nicht.

Da geht es zum Beispiel um Linienwege, Takte, Umsteigeverknüpfungen und Barrierefreiheit. Zudem haben die Planer festgestellt, „dass sich Mobilität weiterentwickelt“. Je nach Anspruch und Gegebenheiten werde mal das Auto, mal das Fahrrad oder eben auch der Bus genutzt.

„Alle eingegangenen Vorschläge werden geprüft und die Punkte gegeneinander abgewogen“, erklärte Barwisch. Je nach Zielgruppe seien das nämlich durchaus auch entgegengesetzte Wünsche. So lege der Berufspendler Wert auf eine schnelle Anbindung mit kurzer Umstiegszeit. Der Rentner hingegen brauche mehr Zeit zum Umsteigen. Barwisch: „Wir wollen sehen, ob Anspruch und Wirklichkeit gut funktionieren.“ Jedoch würden die Planer nicht bei null starten. „Es gibt viele Sachen, die gut funktionieren. Wir wollen das Vorhandene intelligent weiterdenken.“

Das wurde in den anschließenden Arbeitsgruppen dann auch gemacht. An einer konkreten Reise mit dem ÖPNV – angefangen von der Information zu Hause über den Weg zur Haltestelle, ein eventuelles Umteigen, bis hin zum Ziel – wurde genau notiert, was wen an welcher Stelle stört.

So bemängelte eine Ahlenerin die knappen Umsteigezeiten vom Stadtbus zur Zuganbindung. In Sendenhorst hingegen müsse bei der neuen Nahverkehrsplanung auch die geplante WLE-Reaktivierung berücksichtigt werden. „Wir werden das vorhandene Busnetz auf die WLE zuschneiden“, versicherte Heinz-Jürgen Müller, Leiter des Amtes für Planung und Naturschutz des Kreises. „Es wird insgesamt nicht schlechter werden.“

Kritisiert wurde unter anderem ein zu kompliziertes Tarifsystem. Zudem stünden an einigen Haltestellen zu viele Fahrräder, die den Zugang erschwerten. Und in den Bussen sollte es mehr Platz für Kinderwagen und Rollstühle geben.

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