WLE-Personenverkehr
Neue Züge für den „boomenden Korridor“

Sendenhorst/Albersloh/Münster -

Die Zukunft der Mobilität soll ein Mix aus Bus, Bahn, Auto und Fahrrad sein. Darin sind sich die Städte Sendenhorst und Münster, der Kreis Warendorf, der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (ZVM), die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) und die Regionalverkehr Münsterland (RVM) einig. 2023 sollen nach der Vorstellung der Beteiligten die Züge auf der WLE-Strecke zwischen Sendenhorst und Münster rollen.

Donnerstag, 25.01.2018, 06:01 Uhr

Stellten den Stand der Dinge bei der WLE-Reaktivierung vor: Michael Klüppels, Michael Geuckler, Berthold Streffing, Carsten Rehers, Johann Ubben (v.li.).
Stellten den Stand der Dinge bei der WLE-Reaktivierung vor: Michael Klüppels, Michael Geuckler, Berthold Streffing, Carsten Rehers, Johann Ubben (v.li.). Foto: Josef Thesing

Der Zug soll 2023 fahren, aber das bedeutet nicht automatisch das Aus für alle Busse. „Bus und Schiene sind kein Widerspruch“, erklärte Bürgermeister Berthold Streffing . Die Zukunft der Mobilität sei ein Mix aus Bus, Bahn, Auto und Fahrrad. Im Rathaus stellten – wie gestern berichtet – die Stadt, der Kreis Warendorf, der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr (ZVM), die Westfälische Landes-Eisenbahn (WLE) und die Regionalverkehr Münsterland (RVM) den Stand und den weiteren Fortgang bei der Reaktivierung der WLE-Strecke für den Personenverkehr vor. 2023 sollen nach der Vorstellung der Beteiligten die Züge zwischen Sendenhorst und Münster rollen. „Wir haben den großen Vorteil, dass die Schiene da ist“, erklärte Streffing. Und sie solle nun endlich für den Personenverkehr genutzt werden.

„Die Bezirksregierung muss das Baurecht schaffen“

Dass das nicht allen gefällt, die unmittelbar an der Strecke wohnen, ist den Beteiligten klar. Aber: „Die Reaktivierung der WLE ist fast immer ein Thema gewesen“, sagte Michael Geuckler vom ZVM, der zugleich Mitglied der Geschäftsleitung der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) ist, die für die vom Land geforderte, landeseinheitliche „standardisierte Bewertung“ verantwortlich zeichnet, die in diesem Jahr von einem Gutachterbüro durchgeführt wird. Anschließend sind der Regionalrat, der Verkehrsausschuss des Landtags und das Ministerium an der Reihe.

Im Jahr 2017 wurden die Planungen für die Genehmigung abgeschlossen. Sie werden nun vom NWL an das Land übergeben. Antragsteller ist die WLE. Zuständige Behörde für die Durchführung des Verfahrens ist die Bezirksregierung Münster, die auch für die öffentliche Beteiligung verantwortlich ist. „Die Bezirksregierung muss das Baurecht schaffen“, erklärte Carsten Rehers vom Kreis Warendorf. Und das geschieht – ähnlich wie beim Straßenbau – nach der Umweltverträglichkeitsprüfung, Lärmgutachten und einigem mehr mit dem Planfeststellungsbeschluss.

Sind alle Anregungen und Bedenken abgearbeitet, werden die Strecke saniert, die barrierenfreien Haltepunkte mit Sitzgelegenheiten gebaut, Bahnübergänge geschlossen oder neu eingerichtet und die Züge bestellt.

Viele Abstimmungen sind bereits gelaufen

Viele Abstimmungen, etwa mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW, und viele Gespräche, zum Beispiel mit den Landwirten, sind bereits gelaufen, erklärte Johann Ubben von der WLE. Und das „hier mit sehr viel Erfolg“, sagte er. Nicht jeder habe vom Projekt überzeugt werden können, aber der „weit überwiegende Teil“.

Die Reaktivierung bis zum Zugverkehr kostet 40,2 Millionen Euro. Die bezahlt nach Stand der Dinge das Land – wie auch den nicht gedeckten Teil der jährlichen Betriebskosten. Haltepunkt und „Bahnhöfe“ gibt es in Sendenhorst, Albersloh, Wolbeck, Angelmodde, Gremmendorf, Münster-Loddenheide, Halle Münsterland und Hauptbahnhof. Zwischen Wolbeck und Münster-Hauptbahnhof fährt der Zug im 20-Minuten-Takt. Zwei Mal in der Stunde geht es von Sendenhorst über Albersloh nach Münster – und zurück.

Künftiger Busverkehr

Auch die Fragen nach dem künftigen Busverkehr sind weitgehend beantwortet. Der Schnellbus S 30 fährt von Beckum bis zum Bahnhof Sendenhorst, der einen kombinierten Bahnsteig für Bus und Bahn erhält. Gleiches gilt für die Regiobusse 33 (Ennigerloh) und 55 (Ahlen über den Hagenholt), verdeutlichte Michael Klüppels von der RVM. Das Sendenhorster Krankenhaus und die Haltestelle am Rathaus werden weiter angefahren. Der Regiobus 32 (Sendenhorst-Albersloh-Wolbeck-Münster) entfällt. Statt dessen werde im Zwei-Stunden-Takt ein Taxibus-Verkehr von Sendenhorst nach Albersloh, von Albersloh nach Gremmendorf und von Albersloh nach Wolbeck eingerichtet, um die Bauerschaften anzubinden.

Die Stadtbuslinie 22 (Hauptbahnhof-Wolbeck) bleibe ebenso erhalten wie die Linie 6 (Münster-Gremmendorf-Angelmodde-Hiltrup). In der Schwebe sei die Stadtbuslinie 8 (Wolbeck-Angelmodde-Gremmendorf-Münster), die parallel zur Bahnlinie verläuft. „Das ist Sache der Stadtwerke Münster“, meinte Klüppels.

Derzeit führen täglich 2000 Menschen mit Bussen von Sendenhorst nach Münster. „Das ist ein boomender Korridor“, sagte Carsten Rehers. „Aber auch die Busse stehen am Albersloher Weg in Münster.“

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