Überfall auf Spielhallenaufsicht
Für lange Zeit ins Gefängnis

Sendenhorst -

Vier Jahre und vier Monate muss ein syrischer Flüchtling aus Köln ins Gefängnis. Der Spielsüchtige hatte im Jahr 2016 in Sendenhorst eine Spielhallenaufsicht nach Dienstschluss überfallen.

Donnerstag, 14.06.2018, 07:00 Uhr

Die Aufsicht einer Spielhalle in Sendenhorst hatte ein Mann aus Köln überfallen.
Die Aufsicht einer Spielhalle in Sendenhorst hatte ein Mann aus Köln überfallen. Foto: dpa

Seine Spielsucht ließ ihn zum Räuber werden: Am Mittwoch verurteilte die Dritte Große Strafkammer am Landgericht Münster einen 27 Jahre alten syrischen Flüchtling aus Köln zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und vier Monaten wegen schwerer räuberischer Erpressung, Körperverletzung und Diebstahls.

Es war an einem Tag im Juni 2016, als der Angeklagte in der Spielothek an der Hoet­marer Straße 180 Euro verspielt hatte. Weil er absolut pleite war, wollte er sich das Geld auf andere Weise zurückholen. In der Nacht zum 21. Juni 2016 lauerte der Mann der 28 Jahre alten, allein anwesenden Spielhallenaufsicht nach Schließung an ihrem Auto auf. Nach Überzeugung des Gerichts riss der Angeklagte die Autotür auf und versetzte der Frau einen Faustschlag ins Gesicht. Nachdem sie unter Bedrohung mit einem Pflasterstein der Forderung des 27-Jährigen nachgekommen war und die Spielhalle wieder aufgeschlossen hatte, lief der Alarm auf und Rauchbomben zündeten.

Tat gestanden

Während sich die 28-Jährige in der Toilette einschloss, lief der Angeklagte zu ihrem Auto zurück und schlug eine Scheibe ein. Aus der Handtasche entnahm er 200 Euro und ein Smartphone, das er später veräußerte. Erst im Dezember 2017 wurde der Täter gefasst. Seitdem saß er in Untersuchungshaft.

Im Prozess räumte der Angeklagte die Tat ein, wollte aber alles nicht geplant haben. Nur seine eigenen 30 Euro sowie die geliehenen 150 Euro habe er sich zurückholen wollen, sagte er. Die Zeugin will er wohl bedroht, aber nicht absichtlich geschlagen haben. Er habe ihr nur den Mund zuhalten und sie von weiterem Schreien abhalten wollen. Was passiert sei, tue ihm leid.

Reue kommt zu spät

Die „Reue“ des Angeklagten kam zu spät. Das 28 Jahre alte Opfer leide noch bis heute unter den Folgen der Tat, sei schwer traumatisiert und könne wegen der verletzten Nase immer noch nicht richtig atmen. Weil die Frau nicht mehr arbeiten könne, habe sie finanzielle Probleme bekommen. Der Verteidiger hatte um eine „milde Strafe“ gebeten.

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