Konkreter Friedensdienst in Tansania
Das ist eben Afrika

Sendenhorst -

Mit vielen Eindrücken kehrten vier Schülerinnen, unter ihnen die Sendenhorsterinnen Lisa Winges und Antonia Terbaum, von ihrem Einsatz im Rahmen des Programms „Konkreter Friedensdienst NRW“ aus Tansania zurück. Die beiden haben vier Wochen im CAM-Projekt (Cor Ardens Mlandizi) mitgearbeitet.

Freitag, 10.08.2018, 06:20 Uhr

Die Teilnehmerinnen (hintere Reihe v.l.) Antonia Terbaum, Laura Rolf, Hannah van Gerpen und Lisa Winges auf einem Erinnerungsfoto zusammen mit den Mitarbeitern des CAM-Projekts (im Vordergrund Father Peter Kilasara).
Die Teilnehmerinnen (hintere Reihe v.l.) Antonia Terbaum, Laura Rolf, Hannah van Gerpen und Lisa Winges auf einem Erinnerungsfoto zusammen mit den Mitarbeitern des CAM-Projekts (im Vordergrund Father Peter Kilasara).

Mit vielen Eindrücken kehrten vier Schülerinnen, unter ihnen die Sendenhorsterinnen Lisa Winges und Antonia Terbaum, von ihrem Einsatz im Rahmen des Programms „Konkreter Friedensdienst NRW“ aus Tansania zurück. Zusammen mit ihren Mitschülerinnen an der Hildegardisschule in Münster, Laura Rolf und Hannah van Gerpen, haben die beiden vier Wochen im CAM-Projekt (Cor Ardens Mlandizi) mitgearbeitet. Dort, wo nach und nach ein Ausbildungszentrum für benachteiligte Jugendliche entsteht, lag ihr Einsatzgebiet hauptsächlich auf der Farm, die in Zukunft die Ernährung von bis zu 100 jungen Tansaniern ermöglichen soll.

Jugendliche, die hier aufgenommen werden, können sich keine Schulgebühren leisten, heißt es in dem Bericht der jungen Frauen. Somit sei neben dem Bau von Wohnheimen und Ausbildungswerkstätten die Entwicklung eines landwirtschaftlichen Betriebes notwendig, der aber auch als Ausbildungsplatz für die jungen Leute dienen solle.

Als erste Herausforderung mussten die jungen Frauen unter afrikanischen Bedingungen kochen lernen. Die langjährige Köchin hatte kurz zuvor das CAM-Projekt verlassen, und es war noch keine Nachfolge verfügbar. Somit mussten sich die Vier in der sehr einfach ausgestatteten Küche mit dem einheimischen Lebensmittel-Angebot zurechtfinden. Da sie jedoch ein Berufliches Gymnasium für Ernährungswissenschaften besuchen, fühlten sie sich dieser Aufgabe durchaus gewachsen.

Noch interessanter fanden sie allerdings die Zeit mit dem neuen Koch, den sie abwechselnd in der Küche unterstützten. „Ich habe viel gelernt,“ berichtet Antonia Terbaum, „insbesondere die Spezialitäten der afrikanischen Küche“.

Besonders stolz sind sie darauf, ein Stück Land von Wildwuchs befreit und selbst urbar gemacht zu haben. Dort wächst nun Mais, für dessen Anbau sich Antonia insbesondere interessiert, da ihre Familie von einem landwirtschaftlichen Betrieb mit Mais-Anbau lebt. Eine weitere Herausforderung waren Experimente, wie eine kontinuierliche Bewässerung der Bananenplantage mit einem Selbstbau-Bewässerungssystem aus Kunststoffrohren und Schläuchen zu gewährleisten ist. „Es war nicht leicht, die richtige Dimensionierung der Schläuche und vor allem die richtige Größe der Berieselungslöcher, die von Hand in die Schläuche gebohrt werden mussten, zu ermitteln. Das Problem bestand darin, dass der Wasserdruck auch die letzte Bananenstaude noch erreichen sollte,“ erläutert Lisa Winges.

Es gab auch interessante Begegnungen: „Als einzige Weiße in der großen Kirche von Mlandizi freut man sich, wenn man nach dem Gottesdienst zum Tee eingeladen und willkommen geheißen wird“, berichten sie von ihren Erfahrungen. Auch bei der Besichtigung einer Krankenstation in Bagamoyo zeigten sich die Mitarbeiter hilfsbereit und erfreut über das Interesse der jungen Deutschen.

Ein besonderes Erlebnis wurde ihnen zuteil, als sie auf der Safari durch den Mikumi-Nationalpark nicht nur Elefanten, Giraffen, Zebras und Löwen zu sehen bekamen, sondern in unmittelbarer Nähe im Gras der Savanne auch einen Leoparden entdeckten. „Ein Glück, das nur wenigen Afrika-Reisenden zuteil wird“, erfuhren sie.

Als eindrucksvollstes Ergebnis ihrer Reise betrachten die Schülerinnen jedoch die Erkenntnis, dass man gelassener an die Herausforderungen des Lebens herangehen sollte. Mehrfach erlebten sie, dass ihnen ein ersehntes Duschbad verwehrt blieb, weil einfach kein Wasser aus der Leitung kam. Bernd Schäpers vom „Freundeskreis Bagamoyo“, der ihnen bei der Planung der Reise behilflich war, kommentierte dieses: „Das ist eben Afrika.“

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