Freundeskreis Indien ist sehr aktiv
So., 12.02.2012
Kleiner Verein – große Leistung
Schulmöbel und Lehrmittel sollen die Kinder dieser Provinzschule in Pooyamkutty erhalten, die hier auf improvisierten „Bänken“ sitzen.
Lengerich -
Der Verein „Freundeskreis Indien“ zählt 35 Mitglieder in Lengerich und Sendenhorst. Bewegt wird viel: Im vergangenen Jahr flossen 24.000 Euro in Projekte auf dem Subkontinent.
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Klein aber oho! Dieser Satz drückt aus, was der kleine Verein „Freundeskreis Indien“, der nur 35 Mitglieder zählt, verdient: Respekt! Respekt für geleistete Hilfen für mehrere Projekte in Indien, in denen Waisenkinder, Behinderte und Alte, die von der Gesellschaft „Vergessenen“, betreut werden. 87 000 Euro wurden seit dem Jahr 2006 an die bedürftigen Einrichtungen überwiesen.
Allein im Jahr 2011 unterstützte der Freundeskreis sieben Einrichtungen mit insgesamt 24 000 Euro. Das trug der Vorstand des Vereins den Mitgliedern jetzt bei der Jahreshauptversammlung im Gemeindehaus St. Margareta in Lengerich vor.
Kassenführer und Schriftführer Harald Schepers schlüsselte die Summe auf. Das „House of Providence“, ein Heim für behinderte Mädchen und Frauen in Karrakkunam, erhielt 4000 Euro, ebenso das Rehabilitations-Zentrum Pratheeksha, in dem körperbehinderte Jungen und Mädchen leben. Mit 3000 Euro unterstützte der Freundeskreis die „Corporate Educational Agency“, ein Ausbildungszentrum. Jeweils 1000 Euro erhielten der „Divine Providence Trust“ (Stiftung), die „Oldage Home St. Josefs Service Society“ für ihre Altenbetreuung, das „House of Providence“ und Schwester Jean Therese S.D. vom Convent Satna, die für die Schulbildung von Straßenmädchen sorgt.
Schepers bezeichnete 2011 als „erfreuliches Jahr“ mit vielen Spenden. Als erfreulich betrachteten die Mitglieder auch die Tatsache, dass aufgrund der rein ehrenamtlichen Tätigkeit der Verantwortlichen im vergangenen Jahr nur Ausgaben von 70,50 Euro zu Buche standen – Gebühren für die Auslandsüberweisungen. Aufwandsentschädigungen für ihre Arbeit erhalten die Vorstandsmitglieder nicht. Ausgaben irgendwelcher Art gehen auf eigene Rechnung. Somit beweist der Verein, dass sein Motto „Jede Spende kommt direkt bei den Zielgruppen an“, erfüllt wird.
Zu Beginn der Versammlung berichteten die Vorsitzende Cäcilia Konermann (Lengerich) und ihre Stellvertreterin Christiane Thier (Sendenhorst) über Aktivitäten im Jahr 2011. Die Sendenhorster Gruppe war besonders aktiv mit Ständen bei verschiedenen Veranstaltungen. Die Verkaufserlöse seien gut gewesen. Hinzugekommen seien Erlöse aus einem Benefiz-Konzert in der Sendenhorster Kirche und eine Spende des DRK an den Freundeskreis. In Sendenhorst wie in Lengerich sammelten etliche Personen bei privaten Feiern für den Freundeskreis.
Cäcilia Konermann berichtete ausführlich über Erlebnisse und Erfahrungen ihrer Nichte Anne Runde, die zurzeit in Indien weilt und die geförderten Einrichtungen besucht. Da die junge Frau sich dort länger aufgehalten als es den Mitgliedern des Freundeskreises bei ihren Indien-Besuchen möglich war, soll Anne Runde nach ihrer Rückkehr ausführlich über das Erlebte berichten.
Pfarrer Antony Kottackal, auf dessen Initiative während seiner Tätigkeit als Seelsorger in St. Margareta die Gründung des Freundeskreises Indien zurückgeht, berichtete über seine Gespräche und Korrespondenz mit Vertretern der geförderten Einrichtungen in seinem Heimatland. Er verlas Briefe und übermittelte die Weihnachts- und Neujahrsgrüße.
In den Briefen wurde auch über erfolgreich verlaufene Operationen an behinderten Kindern berichtet, die die Lengericher bei ihrem Besuch kennengelernt hatten. Die Eltern seien sehr froh, dass ihre Kinder in den Heimen die Schule besuchen könnten, betonte Pfarrer Antony. Ein Brief schloss mit der Frage der Kinder, wann denn die Besucher aus Deutschland wiederkämen.
Pfarrer Kuriskose Kodakallil aus der Diözese Kothamangalam bestätigte den Erhalt der Lengericher Spende, von der Schulmöbel für eine Schule in Pooyamkutty angeschafft werden sollen. Beim Besuch vor einem Jahr hatten die Lengericher eher zufällig diese Schule entdeckt, in der die Kinder auf dem Boden hocken mussten. Die Mitglieder beschlossen danach, die Schule mit 3000 Euro zu unterstützen.
Beim Punkt „Verwendung der Spendengelder 2012“ berichtete Pfarrer Antony Kottackal über ein weiteres Heim für 60 Behinderte in Ezhumuttom, das ein Problem mit der Abwasserentsorgung hat und für die veranschlagten Kosten von 9000 Euro keine staatliche Unterstützung bekommt. Die Versammlung beschloss, das Heim, das vom gleichen Orden geführt wird wie das Heim in Karakkunam, mit einer Zuwendung von 5000 Euro zu bedenken.
Fortgesetzt werden die Zuwendungen an die bisher geförderten Einrichtungen, die Geld für Medikamente, medizinische Behandlungen und therapeutische Betreuung behinderter Kinder benötigen. Pfarrer Kottackal berichtete über die Pläne eines der Heime, eine Kapelle errichten zu wollen, in deren Obergeschossen weitere Unterbringungsmöglichkeiten für Bedürftige geschaffen werden könnten.
Kassenprüferin Karin Plüschke-Schiffer aus Sendenhorst bescheinigte Harald Schepers eine vorbildliche Kassenführung und beantragte, den Vorstand zu entlasten. Diesem Vorschlag folgte die Versammlung einmütig. Zu neuen Kassenprüfern bestimmt wurden Karin Plüschke-Schiffer und Lorenz Möbs.