Sa., 10.09.2011

Telgte Freunde fürs Leben?

Von Friederike Spahn

Einige gehen auf Abenteuerreise ins Ausland, andere beginnen ihr Studium in fern gelegenen Universitäten. Die Abiturienten und Abiturientinnen plagt eine große Frage: Ist es möglich, die engen Freundschaften weiterhin aufrechtzuerhalten? Die Erfahrung zeigt: Es ist möglich!

Martin Daweke und seine Freunde sind Absolventen der Abiturjahrgänge 2005 und 2006 des Telgter Gymnasiums. Die vier Männer verbindet seit der elften Klasse eine enge Freundschaft. Doch nach dem Ende der Schullaufbahn trennten sich ihre Wege. „Wir blieben zwar alle in Nordrhein-Westfalen, jedoch in verschiedenen Städten“, erklärt der 26-jährige Student. Treffpunkt der Clique sei seit dieser Zeit immer Münster .

Wie der Telgter Sozialpädagoge und Sozialwissenschaftler Michael B. Ludwig weiß, ist es wichtig, die Initiative zu ergreifen und neben traditionellen Treffen wie denen auf der Kirmes weitere Unternehmungen auszumachen. Nur wenn man sich sehe, frische dies die einmal entwickelten Sympathien auf.

Auch die Viererclique von Martin Daweke schätzt gemeinsame Unternehmungen. „Wir fahren einmal im Jahr zusammen in den Urlaub und treffen uns oft zum Sport oder auf ein Bier.“ Teilweise würden sich die Freunde mehrere Monate nicht sehen. Doch Michael Ludwig meint, dass die Quantität der Kontaktaufnahmen nicht zwangsläufig von Bedeutung sei. Martin Daweke hat das auch so wahrgenommen. Eine gut funktionierende Freundschaft könne auch ohne ständigen Neuigkeitsaustausch bestehen. „Beim Wiedersehen muss es sich so anfühlen, als wäre keine Zeit vergangen“, erklärt der Sozialpädagoge Ludwig. Zudem würden insbesondere gemeinsame Erlebnisse Freunde zusammenschweißen. „Unsere Freundschaft ist durch Erinnerungen, die wir miteinander teilen, intensiver geworden“, bestätigt Martin Daweke.

Die Pflege freundschaftlicher Bindungen sei heute, so Ludwig, viel einfacher als früher. „Durch moderne Techniken wie die sozialen Netzwerke oder Skype hält der Kontakt länger“, erklärt er. Vor rund 30 Jahren seien Briefe lange unterwegs gewesen und oft auch abhanden gekommen. Heute bestehe die Möglichkeit, die neusten Geschichten unmittelbar miteinander zu teilen.

Auch Klaus Ketteler und seine Freunde, Abiturienten der Jahrgänge 2009 und 2010, stimmen sich über das Internet ab. Die zwölf jungen Männer richteten sich bei Facebook eine eigene Seite ein, auf der sie wie in einer Art Forum Termine absprechen, über Themen diskutieren und Links teilen.

Bis zum Abitur trafen sich die sogenannten Goldjungen jeden Mittwoch zum Bergfest, um gemeinsam die Ereignisse der ersten Hälfte der Woche Revue passieren zu lassen und mit einem kühlen Bier zu feiern. „Aus einer spontanen Aktion wurde eine Tradition“, so Ketteler. Obwohl sich die Gruppierung mit Köln, Münster und Gronau auf verschiedene Städte verteilt hat, versuche man, Traditionen zu pflegen. Gemeinsame Interessen und Aktionen seien wichtige Bestandteile ihrer Freundschaft. Neben der Organisation von „im Erfolg ungeschlagenen Hauspartys“ und spontanen Wasserrutsch- oder Schlittenfahrtaktionen treffen sich die Studenten mindestens einmal im Monat zum gemeinsamen Kegeln. Jährlich nehmen sie an Europas größter Kegelparty teil, bei der sie, außer einer Ticketverlosung für eine Kreuzfahrt nach Norwegen, eher mäßigen Erfolg haben. Der Spaß stehe bei ihnen im Vordergrund. Zu den neun gewonnenen Kreuzfahrttickets kauften sie drei weitere hinzu, damit alle mitfahren konnten. Der Zusammenhalt ihrer Clique habe oberste Priorität. „Das ist etwas für die Ewigkeit“, so Ketteler.

Leserkommentare

Google-Anzeigen

flohmarkt.ms Anzeigen

Schnäppchen und Angebote aus Ihrer Umgebung

Anzeige


http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/211366?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F93%2F106%2F191%2F703572%2F703578%2F