So., 29.01.2012

Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis verliehen. Unvergessliche Stücke

Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preis verliehen. : Unvergessliche Stücke

Sichtlich freuten sich die Schülerinnen und Schüler der Klasse 6b der Kardinal-von-Galen-Realschule mit Lehrerin Beate Willemsen über die Auszeichnung. Foto: Wälz

Telgte - 

Die 71. Telgter Krippenausstellung wird in Erinnerung bleiben. Da ist sich Dr. Thomas Ostendorf, Leiter des „Religio – Westfälisches Museum für religiöse Kultur“ ganz sicher. In Erinnerung bleiben wird aber wohl auch die 43. Verleihung des Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preises an diesem Ort.

Strahlende Gesichter gab es bei der 43. Verleihung des Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preises im Museum Religio. Am Samstag wurde die offizielle Übergabe der Preise für sechs Einzelarbeiten und drei Gemeinschaftswerke gefeiert.

„Was wird in Erinnerung bleiben von dieser Ausstellung?“, fragte Museumsleiter Dr. Thomas Ostendorf, der wegen der grundlegenden Umgestaltung des „Heimathauses Telgte“ zu „Religio – Westfälisches Museum für religiöse Kultur“ auf ein turbulentes Jahr zurückblicken kann. Auch noch in 25 Jahren werde er zurückdenken an den „Stern der Mitmenschlichkeit“, einen Stern bestehend aus 1152 Hüllen abgebrannter Teelichter, mit dem der Hospizkreis Senden an Verstorbene erinnern wollte, sagte er. Er werde daran zurückdenken, dass diese 71. Telgter Krippenausstellung ein ganz eigenes Gesicht hatte: Auffallend viele gute textile und naive Exponate seinen eingereicht worden. Und er werde sich daran erinnern, dass es viele gemeinsame Arbeiten von jungen und alten Künstlern zusammen gegeben habe.

Insgesamt sei die Ausstellung ein Erfolg gewesen. Der Umzug ins Krippenmuseum hätte trotz kritischer Stimmen ein positives Feedback gebracht, so Ostendorf weiter. 16 000 Besucher seien in elf Wochen gekommen, das zeige ein großes Interesse der Öffentlichkeit an dem Thema.

Für die Auswahl der Gewinner unter den 121 eingereichten Exponaten waren für die Mitglieder der Jury drei Kriterien entscheidend: Die Originalität der Idee, wie kreativ der Künstler dabei vorging und wie spontan sich die Botschaft dem Betrachter vermittelt. „Aber genau in Worte fassen kann man gar nicht, wie man zu dem Urteil kommt“, verrät Jury-Mitglied Domenikus Witte, selbst freischaffender Künstler und Bildhauer in Osnabrück. „Oft ist der erste Eindruck entscheidend. Der Funke springt sofort über“.

Zu den Preisträgern gehört wie berichtet die Textilkünstlerin Marianne Geimer, die mit „Blue Star“ eine abstrakte Darstellung eine Sterns über einer Grotte einreichte. Die Lehrerin aus Warendorf fertigt aus gebatikten Stoffen Quilts und wendet experimentelle Techniken zur Oberflächengestaltung an. Als Mitglied im Kreiskunstverein Beckum Warendorf stellt sie seit zwanzig Jahren in national und international aus. Auf der Preisverleihung war Geimer in Begleitung ihrer Mutter. „Ihr verdanke ich meine Liebe zu Stoffen und Farben – sie hat früher selbst Werke auf der Krippenausstellung eingereicht und zwei Preise erhalten“, berichtet sie. Auf die Auszeichnung ihrer Tochter ist die 93-jährige allerdings besonders stolz: „Es tut gut, das zu erleben“.

Weniger die Ausgestaltung der einzelnen Krippenfiguren, als vielmehr die Allgegenwärtigkeit der frohen Botschaft stand im Zentrum der Krippendarstellung einer Schulklasse der Realschule Telgte. Unter der Leitung ihrer Lehrerin Beate Willemsen kehrte die 6b die Auffassung um, eine Krippe müsse immer vom Betrachter aufgesucht werden und schickte ihre „Krippe auf Reisen“. Auf dem Schulhof, im Biologieunterricht, vor dem Fahrradständer – überall innerhalb der Schule und Außengelände wurde die Krippe aufgestellt und fotografiert. Das Ergebnis ist in einer Diashow zu sehen. Die Schüler sind stolz auf die Auszeichnung und die Lehrerin verrät: „Wir arbeiten schon an einem Folgeprojekt“.

Zum dritten Mal beteiligte sich Heinrich Rölver aus Havixbeck mit einer Schnitzarbeit an der Krippenausstellung. Weitere Preisträger des mit insgesamt 3000 Euro dotierten Bischof-Heinrich-Tenhumberg-Preises sind Irmgard Klockenkämper aus Steinfurt-Borghorst mit „Das wahre Licht kam in die Welt“, Claudia Onnebrink aus Münster mit der Zeichnung „Ein Stern droht unterzugehen“, der emeritierte katholische Pfarrer Karl Wehling aus Oberhausen mit „Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt“, Elvira Schüttjens aus Tegelen/Niederlanden mit der Nadelfilzarbeit „Glaube, Liebe, Hoffnung“, eine Pfadfindergruppe der Deutschen Pfadfindergemeinschaft St. Georg aus Lippetal-Lippborg.

Musikalisch untermalt wurde der Festakt von Eva Bäuerle-Gölz, die mit den sphärischen Klängen ihrer Harfe einen Rahmen für die Krippenausstellung bot, der nicht besser hätte gewählt werden können.

Dr. Ostendorf verriet am Ende seiner Rede auch das Motto der 72. Ausstellung, die im kommenden Herbst eröffnet wird: „Kommt, sagt es allen Leuten“.

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