Fr., 20.01.2012

Widerstand gegen Profanierung Initiativkreis gegründet / Gruppe initiiert eine Unterschriftenaktion und übt Kritik

Widerstand gegen Profanierung : Initiativkreis gegründet / Gruppe initiiert eine Unterschriftenaktion und übt Kritik

Eine Unterschriftenaktion, die an diesem Wochenende gestartet wird, ist die erste Maßnahme des Initiativkreises für den Erhalt der Johanneskirche, der sich am Donnerstagabend gegründet hat. Foto: Große Hüttmann

Telgte - 

Der Widerstand gegen die geplante Profanierung der Johanneskirche wächst. Am Donnerstagabend traf sich eine Gruppe von Aktiven, die die Initiative „Erhaltet die Johanneskirche“ gründeten. Deren Ziel ist es, das Gotteshaus in seiner Funktion als seelsorgerisches Zentrum und Liturgieraum zu erhalten.

Dafür haben die Gründungsmitglieder des Initiativkreises eine Unterschriftenaktion ins Leben gerufen. Sowohl in verschiedenen Telgter Geschäften als auch nach dem morgigen Gottesdienst soll die Möglichkeit bestehen, mit einer Unterschrift für den Erhalt der Kirche zu votieren.

„Wir wollen, dass der Profanierungsbeschluss rückgängig gemacht wird“, sagt Ludwig Rüter. Denn, das unterstreicht Dr. Rudolf Suntrup, Glaubensleben könne nur mit den entsprechenden Strukturen funktionieren, dazu gehöre auch eine Kirche vor Ort. Ursula Kleikamp zitiert eine theologische Lehrmeinung, die von „Glaubensbiotopen“ spreche, die für eine funktionierende Gemeinde unabdingbar seien. Vor allem dem Nachwuchs, der etwa bei den Messdienern aktiv sei, werde durch die Profanierung die Möglichkeit genommen, lebendige Gemeinde vor Ort zu erleben.

Deutlich ist die Kritik an der Fusion der ehemals selbstständigen Pfarrgemeinden. „Während der Verhandlungen ist uns das Blaue vom Himmel versprochen worden. Kaum etwas wurde eingehalten“, sagt Andreas Pröbsting, seinerzeit Mitglied der Gremien. Unter anderem verweist die Gruppe auf Ideen, die Johanneskirche als eine Art „seelsorgerisches Familien- oder Jugendzentrum“ zu nutzen. Das sei zwar angedacht, allerdings nie umgesetzt worden.

Die vom Bistum für die Profanierung angeführten Argumente, etwa den Priestermangel, lassen die Mitglieder des Initiativkreises ebenfalls nicht gelten. Mehr Seelsorger als noch vor der Fusion seien aktuell in St. Marien aktiv. Damit sei es problemlos möglich, dort weiterhin Messen zu feiern.

Außerdem verweist Pröbsting auf die Kraftfahrerkirche und die Anna-Kapelle in Vadrup. Seinerzeit sei gesagt worden, dass diese eher aufgegeben werden müssten.

Die Unterschriftenaktion ist das eine, weitere Maßnahmen sollen folgen. Unter anderem will die Gruppe ihr Anliegen dem Bischof direkt vortragen und Alternativvorschläge zur Finanzierung machen.

Ansprechpartner der Gruppe sind Andreas und Christian Pröbsting, Ludwig Rüter, Reinhild Singer, Dr. Rudolf Suntrup sowie Ursula Kleikamp. Speziell bei Ludwig Rüter gibt es bei Bedarf weitere Unterschriftenlisten.

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