Hauptschüler besuchen Eine-Welt-Laden

Mi., 08.02.2012

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Muss es die Billig-Jeans sein?

Hauptschüler besuchen Eine-Welt-Laden : Muss es die Billig-Jeans sein?

Die Klasse 9 der Clemens-Hauptschule (Hauswirtschaftsgruppe) besuchte zusammen mit Lehrerin Marita Belau (3.v.l.) den Eine-Welt-Laden St. Clemens. Dort begrüßte Teamsprecherin Ulla Voß die Schüler. Foto: Biniossek

Telgte - 

Initialzündung war eine Fernsehsendung zum Betriebe-Check. Lidl, Aldi und H & M standen dabei auf dem Prüfstand. „Die Schülerinnen und Schüler haben gespürt, dass da etwas nicht stimmt, waren betroffen über die Bedingungen, die bei der Herstellung von Lebensmitteln und Bekleidung herrschen“, berichtete Hauptschullehrerin Marita Belau. Ihre Hauswirtschaftsgruppe besprach das Gesehene. Und die Clemens-Hauptschüler fragten sich: Was kann man tun? „Vieles über Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt weiß man nicht. Deshalb ist Information so wichtig“, sagte die Lehrerin.


Darum besuchten gestern die neun Jugendlichen den Eine-Welt-Laden von St. Marien und informierten sich über die Möglichkeiten des fairen Handels. „Es ist toll, dass ihr euch mit Problemen in der Dritten Welt beschäftigt“, freute sich Ulla Voß vom Eine-Welt-Team der katholischen Gemeinde. Man dürfe die Augen nicht verschließen vor der Globalisierung, „von der unsere Wirtschaft und wir schließlich profitieren“, sagte sie. Dennoch sei es wichtig zu hinterfragen, wie Produkte, die hier billig eingekauft werden, entstünden. „Muss es immer die billige Jeans sein, obwohl sie in Kinderarbeit hergestellt wird?“, fragte sie die Schüler. „Oder müssen Kaffee und Schokolade gekauft werden, deren Bohnen von Menschen geerntet werden, die unter dem Existenzminimum entlohnt werden?“ Mit diesen Problemen und Fragen werden sich die Hauptschüler im Hauswirtschaftsunterricht weiter beschäftigen, betonte Lehrerin Marita Belau. Das soll auch im Rahmen der Aktion „Faire Schulklasse – Klasse des fairen Handels“ der Stadt Telgte und des Fairtrade-Initiativkreises durchgeführt werden. Information der Mitschüler über Plakate und in Gesprächen steht dabei ebenso auf dem Plan wie ein Schülercafé, bei dem derzeit für das achtwöchige Unterrichtsprojekt einmal wöchentlich heiße Getränke verkauft werden, „mit Tee und Kaffee aus fairem Handel“, so Belau.

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