Jesuskind aus 126 Teilen
So., 05.02.2012
Gert Salzmann fertigt Krippe für die nächste Ausstellung an
Die Arbeiten an der Krippe sind fortgeschritten. Gert Salzmann muss nur noch einige Tiere und Schäfer sowie die Bodenplatte fertigen.
Telgte -
Sein ehemaliger Beruf begleitet ihn auch im Rentenalter. In Telgte kennt man Gert Salzmann, der an der Ritterstraße eine historische Goldschmiedewerkstatt eingerichtet hat. Wenn er dort nicht gerade Gruppen führt und von alten Handwerktechniken erzählt, verbringt er seine Zeit damit, praktisch zu arbeiten. „Ganz aufzuhören kam für mich nie in Frage“, sagt er.
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Das nächste große Ding, an dem er zurzeit arbeitet, ist ein Krippenbildnis. Das möchte er bei der nächsten Krippenausstellung zeigen. „Ich wollte gerne mal dabei sein“, sagt Salzmann. Bereits in den 90er Jahren war er mit einer Krippe in einer Walnuss vertreten. Jetzt suchte er eine neue Herausforderung.
Das ist seine Arbeit allemal, schaut man sich die Arbeitsschritte an. Die Idee für den Stall war schnell gefunden: In einem Schieferstein sollte das Jesuskind Platz finden. Danach musste er zahlreiche Zeichnungen anfertigen. Eine Sisyphus-Arbeit ist das. Die Hauptfiguren sind aus Silber. Dazu ziselierte Gert Salzmann ein dünnes Blech. Durch das Raustreiben mit Hammer und Punzen werden auf dem Blech die Umrisse der Figuren sichtbar. „Eine sehr langwierige Arbeit. Das würde heute nicht mehr so gemacht.“ Diese Bleche dienen dann als Vorlage für das Gießen. Auch dieser Arbeitsschritt wurde wie vor Jahrhunderten durchgeführt. In den Kalkpanzer eines Tintenfisches, die sogenannte Schulpe, wurde das Silber eingefüllt. Natürlich steckt auch bei dieser Arbeit die Liebe im Detail. Allein das Jesuskind besteht aus 126 Einzelteilen, wobei die einzelnen Halme des Strohs aus winzigen Drahtstücken erstellt wurden.
Die „Nebendarsteller“ – wie Schäfer und Tiere – wurden aus Blechstahl ausgesägt. Sie heben sich bewusst von den Hauptfiguren ab. „Sie sollen gegenüber den wichtigen Figuren zurücktreten“, sagt Gert Salzmann.
Das Besondere an seiner Arbeit ist die Schlichtheit. Auf den ersten Blick sieht die Krippe dadurch modern aus. Eine Menge Zeit hat Gert Salzmann bisher in diese Arbeit gesteckt. Bis Herbst will er mit der Krippe fertig sein. Pünktlich zum Abgabeschluss.
