Showpianisten David & Götz im Bürgerhaus
So., 05.02.2012
Grandioses Entertainment
David Harrington und Götz Östlind haben es drauf – sie verbanden Klavierspiel und Gesang mit perfekter Show.
Telgte -
David Harrington und Götz Östlind können wirklich etwas. Sie bereiteten den über 300 Musikliebhabern im Bürgerhaus mit ihrer niveauvollen Show ein eindrucksvolles Klavierspektakel.
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Mit ihrer Verbindung von musikalischem Können und Entertainment grenzten sie sich von anderen Duos ab, die mehr den Erfolg in plakativen Effekten suchen.
Wer in der Tradition des renommierten Hamburger Klavierprofessors Conrad Hansen ausgebildet wurde wie Götz Östlind oder wie David Harrington unter dem norddeutschen Klavierpädagogen Frank Guzinski gar den internationalen „Steinway & Sons“-Wettbewerb gewonnen hat, der kann auf dem Instrument eben einfach mehr. So begannen die beiden Ausnahmepianisten im ersten Teil showmäßig noch verhalten mit der Titelmelodie aus dem bekannten „Kleinen Horrorladen“, ließen die vom „Haus der Klaviere Gottschling“ sehr gut aufeinander abgestimmten Flügel in ihrem vollen Klang erstrahlen. Dann ging es aber sofort rasant mit „Vielen Dank für die Blumen“ von Udo Jürgens weiter, das sie genau in der Art von „Tom und Jerry“ mit Bravour und Spielfreude präsentierten.
Dass David Harrington nicht nur an den Tasten brillieren konnte, sondern auch als Sänger den Vergleich mit anderen Tenören nicht zu scheuen braucht, zeigte er bei Leonard Bernsteins „Tonight“, bei dem Götz Östlind mit sensibler Begleitung den Boden schuf, auf dem sich die Stimme ausdrucksstark entfalten konnte.
Die Mischung des Programms stimmte, David & Götz ließen in einem Klassik-Medley selbst Johann Sebastian Bach und Carl Orff friedlich vereint bei der Orgel-Toccata und der Carmina Burana verschmelzen. Klassisch mit viel Esprit und Sensibilität erklang die bekannte „Humoresque op.101 Nr. 7“ von Antonin Dvorak. Hier zeigten die Pianisten sich als feinfühlige Arrangeure des eigentlich für Klavier solo geschriebenen Werkes. Hier bewiesen sie, dass sie nicht nur publikumswirksame Tastenkunststücke beherrschen, sondern als reife Künstler in einem stimmigen Dialog musizieren können.
Als reine Entertainer waren die beiden Künstler grandios. Sie spielten nicht nur für das Publikum, sondern beim Volkslied-Raten sogar mit ihm gemeinsam. Telgtes Musikliebhaber kennen eben die „alten Weisen“ ganz genau. So erhob sich ein stimmgewaltiger Chor bei „Guten Abend“ von Johannes Brahms bis zum Widerstandslied der Studentenrevolte „Die Gedanken sind frei“. Auch beim „Radetzky-Marsch“ gab es im Bürgerhaus kein Halten mehr. Ausgelassen tobten sich David Harrington und Götz Östlind aus. Dieser Abend war für beide Pianisten ein Sieg auf der ganzen Linie, für das Publikum ein köstliches Amüsement auf hohem Niveau.
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