Fr., 30.03.2012

Wiederaufforstung im Auenwald an der Ems Schwarzpappeln aus eigener Zucht

Wiederaufforstung im Auenwald an der Ems : Schwarzpappeln aus eigener Zucht

Rund zweieinhalb Hektar groß ist der Auenwald an der Ems, der mit 350 neuen Pflanzen bestückt wurde, sich aber ansonsten naturnah entwickeln soll. Im Bild: Heinz-Jürgen Müller (Kreis Warendorf), Ihno Gerdes (Stadt), Lydia Schulze (Forstgenbank Arnsberg), Bürgermeister Wolfgang Pieper, Andreas Beulting (Nabu) und Revierförster Martin Spindeldreher. Foto: Greife

Telgte - 

Mit standortgerechten Gehölzen wird der Auenwald an der Ems jetzt wieder aufgeforstet. Dort waren im Winter rund 100 Hybridpappeln gefällt worden. Unter Naturschutzgesichtspunkten trete eine deutliche Verbesserung ein, hieß es vonseiten der Experten und Behörden, insbesondere durch bedrohte Schwarzpappeln.

Von Roland Greife

Manch einer war erschrocken, als er gesehen hat, in welchem Umfang in der Emsaue unterhalb des Tennisplatzes Bäume gefällt wurden. Es war ja tatsächlich ein gewaltiger Eingriff. Rund 100 Hybridpappeln waren während der Frostperiode entfernt worden. Vom Holzertrag her sicher die größte Fällaktion der vergangenen 20 Jahre, meinte Revierförster Martin Spindeldreher. Und obwohl es immer noch chaotisch aussieht, weil einiges an Baumstämmen und Ästen liegen geblieben ist, besteht kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Aus Sicht des Naturschutzes wird alles viel besser als vorher.

Denn die Hybridpappeln, die in dem zweieinhalb Hektar großen Auenwald standen, gehörten dort eigentlich gar nicht hin. Standortgerecht sind vielmehr die Gehölze, die jetzt als Ersatz gepflanzt werden: vorwiegend Eschen, Stieleichen, Traubenkirschen, Flatterulmen und Schwarzpappeln. Letztere stellen eine Besonderheit dar, sie stammen nämlich aus „eigener Herstellung“. Schon vor 20 Jahren hatte die Forstgenbank Arnsberg damit begonnen, aus den wenigen Mutterbäumen, die in der Region wachsen, neue Schwarzpappeln heranzuziehen. „Sie steht auf der roten Liste“, so Forstamtfrau Lydia Schulze über die seltene Baumart.

Die Wiederaufforstung mit rund 350 Pflanzen stellt eine Initialzündung dar, sodass sich der Wald in den näch­sten Jahren naturnah entwickeln kann. Erlen und Weiden treiben von selbst wieder aus. Das auf dem Gelände verbliebene Totholz stellt Lebensraum für allerlei Getier dar.

„Wir holen damit ein Stück Qualität in die Aue“, sagte Bürgermeister Pieper. Heinz-Jürgen Müller vom Kreis Warendorf hob die Besonderheit von Auen- und Bruchwäldern hervor. Wegen oft hoher Wasserstände gebe es in den Wäldern einen starken Feuchtegrad mit entsprechender Vegetation. Besonders schön sei, dass dieses Projekt in einem Bereich verwirklicht werde, den die Menschen wahrnehmen. „Wir gestalten die Natur da, wo die Menschen sich erholen.“

Auf den Tourismus und das Naturerlebnis hob auch Andreas Beulting vom Nabu ab. Die Forstmaßnahme ist Teil des Projektes „Ein grüner Stern für den Emsradweg“. Die Naturschutzstation des Nabu ist für die Umsetzung unter anderem im Raum Telgte zuständig. Ein Maßnahmenschwerpunkt ist die Emsaue. Die Pflanzaktion wird von ehrenamtlichen Helfern des Nabu durchgeführt.

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