Do., 14.06.2012

Realschüler beschäftigten sich mit dem jüdischen Leben und der Religion Koschere Gummibärchen

Realschüler beschäftigten sich mit dem jüdischen Leben und der Religion : Koschere Gummibärchen

Simone Windeisen vom Jüdischen Museum Berlin erläuterte den Realschülern die Grundlagen jüdischen Lebens und Glaubens. Dazu gehörten auch Workshops, bei denen iPods zum Einsatz kamen (kl. Bild). Foto: Große Hüttmann

Telgte - 

Celine Bleise hört gebannt die Geschichte auf dem iPod. Sie handelt von Minka Pradelski, einer 1947 in Frankfurt am Main geborenen Jüdin, die über ihre Kindheit im Nachkriegsdeutschland sowie die Erfahrungen des Holocausts in der eigenen Familie erzählt.

Von A. Große Hüttmann

„Das war sehr beeindruckend“, sagt die Siebtklässlerin der Realschule. Mit dem Judentum und seiner Geschichte sowie dem Holocaust hat sich die junge Telgterin bislang kaum beschäftigt. Das will sie aber nachholen. „Ich möchte gerne mehr darüber erfahren.“

Denkanstöße dafür haben ihr Johannes Schwarz und seine Kolleginnen vom Jüdischen Museum in Berlin gegeben. Sie waren am Donnerstag mit ihrer mobilen Bildungsinitiative an der Realschule zu Gast.

„Wir wollen einen Beitrag zur Ergänzung der schulischen Bildung leisten und es den Jugendlichen ermöglichen, einen Einblick in die Vielfalt der jüdischen Lebenswelt zu erhalten. Natürlich möchten wir durch unsere Reisen auch neugierig machen auf das, was wir im Museum zeigen“, erläutert Johannes Schwarz.

Dafür gab es für die Schülerinnen und Schüler verschiedene Angebote, etwa Workshops oder Einführungen in die jüdische Geschichte und die Grundlagen der Religion.

Das hat Anton Richert sehr gefallen. „Es wurde alles sehr anschaulich vermittelt“, sagt der Achtklässler. Dabei lernten die Schüler unter anderem die Geschichte des Fabrikanten Julius Fromm kennen. Dieser erfand 1916 die ersten Qualitätskondome – ohne Naht. Fromm musste im Dritten Reich hinnehmen, wie sein Unternehmen „arisiert“, also enteignet wurde. Er überlebte das Regime nur um wenige Tage.

Auch kulinarische Eindrücke vom jüdischen Leben gab es – etwa koschere Gummibärchen. Die fanden unter den Schülern reißenden Absatz. Koscher bedeutet, dass sie den jüdischen Vorschriften vom reinen Essen entsprechen. Das wiederum heißt, sie enthalten keine Gelatine. Die ist nämlich verboten, weil sie aus (nicht-koscheren) Schweinen gewonnen wird. Auch das lernten die Realschüler während der Vorträge.

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