Fr., 21.12.2012

Rumänin hospitiert an der Realschule Wenn die Lehrerin kein Deutsch spricht

Iulia Abaianet aus Rumänien (Mitte) zusammen mit Schulleiter Manfred Wolff und Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b der Realschule.

Iulia Abaianet aus Rumänien (Mitte) zusammen mit Schulleiter Manfred Wolff und Schülerinnen und Schülern der Klasse 6b der Realschule. Foto: Große Hüttmann

Telgte - 

Für rund ein halbes Jahr hospitiert die rumänische Assistenz-Lehrkraft Iulia Abaianet an der Realschule. Ihr Aufenthalt wurde über das Comenius-Projekt möglich, an dem sich die Kardinal-von-Galen-Schule beteiligt. Abaianet spricht noch kein Deutsch, sodass die Schüler ihre Fremdsprachenkenntnisse anwenden müssen.

Von Andreas Große-Hüttmann

Iulia Abaianet aus Rumänien ist sehr beliebt, das merkt man sofort. Freudig scharen sich die Schüler um die junge Pädagogin, die seit kurzer Zeit als sogenannte Assistenz-Lehrkraft im Rahmen des Comenius-Projektes an der Realschule tätig ist. Noch bis Juni kommenden Jahres wird sie im Unterricht hospitieren. Vor allem in Englisch- und Französischstunden ist die Rumänin mit dabei, zudem im Geschichtsunterricht ausgewählter Klassen.

Für Schulleiter Manfred Wolff gibt es gut eine Handvoll Gründe, warum er die enge Zusammenarbeit mit der angehenden Lehrerin bereits jetzt als ausgesprochen positiv für die gesamte Schule bezeichnet. Zum einen sei der Kontakt gelebte Völkerverständigung. Zum anderen würden die Schüler im positiven Sinne gezwungen, ihre Englisch- oder Französischkenntnisse anzuwenden, da Iulia Abaianet noch kein Deutsch spricht. Außerdem biete die Anwesenheit der jungen Lehrerin die Möglichkeit, sich intensiver mit einem Land ausein­anderzusetzen, das sonst im Unterricht eher eine untergeordnete Rolle spiele.

Seit rund einem Monat ist die junge Rumänin an der Realschule und kann daher schon erste Vergleiche zwischen beiden Ländern ziehen. „Die Schüler sind sich bei uns und hier alle sehr ähnlich“, sagt die 24-Jährige. Allerdings sei die Ausstattung der Schulen in Deutschland nicht mit der in Rumänien zu vergleichen. In ihrer Heimat fehle es in vielen Bereichen an entsprechendem Inventar, um den Unterricht beispielsweise durch Versuche oder multimediale Inhalte zu bereichern.

Ein deutlicher Unterschied ergebe sich auch bei den Gehältern. „Lehrer stehen mit am unteren Ende der Skala in Rumänien“, sagt die junge Frau. An staatlichen Schulen würden sie umgerechnet 300 Euro im Monat verdienen, an privaten deutlich mehr. Deswegen seien Plätze dort heiß begehrt.

Doch nicht nur die Schule und ihre Deutschkenntnisse spielen für Iulia Abaianet eine wichtige Rolle. Sie will ihre Freizeit dazu nutzen, Deutschland sowie die Kultur hier kennenzulernen.

Der Weihnachtsmarkt in Münster gehörte zusammen mit Schulleiter Manfred Wolff und anderen zu den ersten Ausflugszielen. Außerdem besuchte die junge Rumänin nach einem Treffen mit anderen Assistenz-Lehrkräften die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn, Köln und Aachen. Berlin, Leipzig und Frankfurt sollen folgen.

Untergebracht ist Iulia Abaianet bei Familie Woltering am Nachtigallengrund. Dort wird sie auch die Weihnachtstage verbringen, denn angesichts der Flugpreise kam für sie eine Rückkehr in die Heimat nicht in Frage. Ganz böse ist sie darüber aber nicht: „So habe ich die einmalige Chance, in einer deutschen Familie zu erleben, wie hier Weihnachten gefeiert wird.“

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