Mi., 06.03.2013

Theater an der Realschule Gewalt in allen Facetten beleuchtet

Harry Heib (r.) moderierte die Vorstellung der Opfer von Gewalt in der Aula des Schulzentrums. Das Ganze war Teil eines Theaterstücks für die achten bis neunten Klassen der Realschule.

Harry Heib (r.) moderierte die Vorstellung der Opfer von Gewalt in der Aula des Schulzentrums. Das Ganze war Teil eines Theaterstücks für die achten bis neunten Klassen der Realschule. Foto: Große Hüttmann

Telgte - 

Das anfängliche Lachen wich schnell einer absoluten Stille. Gebannt hörten die Schüler der achten bis zehnten Klassen der Realschule den Ausführungen der Personen zu, die über ihre persönlichen Erfahrungen mit Gewalt berichteten.

Von Andreas Große-Hüttmann

Dass es sich dabei zwar um reale Geschichten, aber bei den Akteuren wiederum um Schauspieler handelte, das erfuhren die Schüler erst am Schluss.

Die sechs Mitglieder des „Theatertill“ aus Meerbusch verstanden es, das schwierige Thema Gewalt aus verschiedenen Blickwinkeln aufzubereiten. Täter wie Opfer kamen dabei zu Wort, und in der anschließenden Gesprächsrunde bestand zudem noch die Möglichkeit, offene Fragen zu klären.

In der Aula des Schulzentrums fühlten sich die jungen Zuschauer sofort von den Berichten angesprochen. Ein Neonazi, ein Lehrer und eine Schülerin sowie ein Ausländer und eine Frau, die Zeugin einer Vergewaltigung wurde, dazwischen ging und dabei selbst verletzt wurde, berichteten authentisch von ihren Gewalterfahrungen.

„Mit diesen Berichten sollen sowohl die Schüler als auch die Lehrer zu einer intensiven Diskussion angeregt werden“, sagte Schulsozialarbeiterin Irmgard Bader, die die Veranstaltung organisiert hatte. Denn: Im Unterricht sei die Auseinandersetzung mit Gewalt oft nur theoretisch. „Das Stück ist näher dran, die Zuschauer begegnen der Realität“, sagte sie.

Das Theater war nur der Auftakt. Die Schüler werden nach Angaben der Sozialarbeiterin demnächst das Thema auch im Unterricht behandeln und sollen Gelegenheit haben, ihre Eindrücke zu verarbeiten.

Auch wenn das Stück keine Patentrezepte für die Bekämpfung von Gewalt bereithielt, sind für Irmgard Bader andere Aspekte wichtig. „Es hat klare Fragen nach Zivilcourage und der Verarbeitung von Konflikten aufgeworfen.“ In der Reflexion sei es zudem wichtig, dass die Schüler mit eigenen Gewalterfahrungen aufgefangen werden könnten und Unterstützung bekämen.

Die Theateraufführung am Schulzentrum wurde sowohl vom Kreisjugendamt als auch von der Unfallkasse NRW unterstützt.

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