Do., 04.07.2013

Entscheidung nach ungebührlichem Verhalten einiger Schüler Realschule in Telgte sagt Abschlussfeier ab

Die Abschlussfeier der Kardinal-von-Galen-Realschule für den Jahrgang 2013 wurde durch die Schulleitung abgesagt.

Die Abschlussfeier der Kardinal-von-Galen-Realschule für den Jahrgang 2013 wurde durch die Schulleitung abgesagt. Foto: Biniossek

Telgte - 

Manfred Wolff hat die Reißleine gezogen. „Aufgrund des ungehörigen Verhaltens der Schülerinnen und Schüler unserer vier Klassen der Jahrgangsstufe zehn haben wir uns entschieden, die Abschlussfeier abzusagen“, sagte der Leiter der Kardinal-von-Galen-Realschule.

Von Thomas Biniossek

Die Feier mit Zeugnisübergabe sollte am Samstag nach einem ökumenischen Gottesdienst in der Aula des Schulzentrums stattfinden. Sie fällt nun ersatzlos aus. Davon setzte Wolff die Schüler gestern in Kenntnis. „Die Zeugnisse können die Absolventen ab Montag im Sekretariat abholen oder sie werden postalisch zugestellt“, so der Schulleiter weiter.

„Unhaltbare Zustände durch alkoholisierte und rauchende Schülerinnen und Schüler“ auf dem Schulgelände und jegliches Ignorieren von Ermahnungen durch die Pädagogen während der vergangenen Tage führte der Schulleiter als Begründung für diesen ungewöhnlichen Schritt an. Die Absage einer Abschlussfeier ist nach Wolffs Aussage die zweite in der Geschichte der Telgter Realschule.

Betroffen davon sind insgesamt 113 junge Menschen, die ihre Schulzeit nun abgeschlossen haben. Unberührt von der Absage der offiziellen Schulveranstaltung der Zeugnisübergabe sei das, was die Eltern und Schüler im Anschluss geplant hätten, so Wolff weiter.

Für den Schulpflegschaftsvorsitzenden André Wienbrandt kam diese Maßnahme der Realschulführung völlig überraschend. „Die Entscheidung ist einerseits verständlich, weil Herr Wolff die Schüler offensichtlich vielfach ermahnt hat. Allerdings sind von dieser Absage auch die Unbeteiligten betroffen“, sagte Wienbrandt. Niedergeschlagen und sauer hätten die Eltern gestern Nachmittag reagiert. „Wir werden nun in Gesprächen mit der Schulführung und den betroffenen Eltern schauen, ob wir doch noch zu einer anderen Lösung kommen können.“

Geradezu entsetzt war Petra Rolf, die zum Organisationsteam für den Gottesdienst und die Abschlussfeier gehörte. „Diese Entscheidung ist unfassbar“, sagte die Ostbevernerin. Weil einige wenige Schüler „ausgerastet“ seien, müssten alle anderen jetzt darunter leiden. „Das ist für unsere Kinder und uns Eltern einfach unmöglich.“

Zudem war gestern völlig offen, welcher Realschulabsolvent nun mit welchem Abschluss und welcher Qualifikation ausgestattet ist.

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