Do., 11.07.2013

Konzert von Realschule und WDR-Orchester Schüler werden zu Profis

Inka Banse vom WDR führte durch das Programm des Konzertes der Realschüler mit dem WDR-Rundfunkorchester.

Inka Banse vom WDR führte durch das Programm des Konzertes der Realschüler mit dem WDR-Rundfunkorchester. Foto: Schwerdt

Telgte - 

Das Konzert der Realschule mit dem WDR-Rundfunkorchester begeisterte die Zuhörer im Bürgerhaus. Die Schüler hatten nicht nur den musikalischen Part, sondern auch die Vorbereitungen nahezu komplett übernommen.

Von Julius Schwerdt

„Aufgeregt bin ich nicht.“ Wer so etwas kurz vor Beginn eines großen Auftritts sagt, muss ein Profi sein. Doch weit gefehlt. Nicht einer der Musiker des WDR-Rundfunkorchesters, die am Mittwoch gemeinsam mit den Schülern aus den Orchesterklassen der Realschule auftraten, kam zu dieser Aussage, sondern Yasemin Türkmen. Die Schülerin, die bei dem Konzert Geige spielte, schränkt aber sofort ein: „Wenn wir erst mal vorne sitzen, kommt die Aufregung noch.“

Mit vorne meint die Schülerin das große Sitzarrangement, das für das Konzert nahezu den gesamten Saal des Telgter Bürgerhauses ausfüllte. „Es ist schon ein wenig klein, aber wir fühlen uns gut aufgehoben“, sagte Mirjam von Jarzebowski vom WDR. Doch warum zwängen sich Orchester-Profis in einen kleinen Saal und musizieren dort mit Schülern? „Das Konzept hat uns einfach überzeugt“, so Mirjam von Jarzebowski.

Denn das WDR-Orchester kam nicht einfach so nach Telgte, sondern musste erst dazu bewegt werden. Im vergangenen Jahr hörte Musiklehrerin Gabi Giebel von einem Wettbewerb, bei dem es das Orchester für ein Konzert mit Schülern zu gewinnen gab. Gemeinsam mit Schülern der neunten Klasse machte sie sich an die Arbeit. „Die Schüler entwickelten im Unterricht ein Konzept, das sie im Januar einreichten. Ich als Lehrerin stand dabei komplett im Hintergrund“, so Giebel über die eigenständige Arbeit der Schüler. Natürlich war die Freude groß, als das Konzept die Jury überzeugte und schließlich eine Zusage ins Haus flatterte.

Nun begann die Detailarbeit. Während die Neuntklässler im Vorfeld des Konzerts in Workshops in Köln und Telgte ein theoretisches Fundament in Sachen Moderation, Pressearbeit, Marketing und Organisation erhielten, fuhren die Mitglieder des Schulorchesters nach Instrumentengruppen aufgeteilt regelmäßig zu Proben in die Domstadt.

Vor allem die Neuntklässler lernten schnell, was zu einer Großveranstaltung dazugehört. „Die größte Kunst ist es, nichts zu übersehen“, so Leon Husmann, der gemeinsam mit Schulkamerad Jannick Döbbeler die Geschicke des Eventmanagements leitete. Es mussten Sponsoren gewonnen, ein Catering für die Musiker organisiert und nicht zuletzt ein Ablaufplan für den eigentlichen Konzertabend erstellt werden. „Dabei mit Profis zusammenzuarbeiten war eine neue Erfahrung“, so Jannick Döbbeler. Kurz vor Beginn steigt aber auch bei beiden die Anspannung.

Mit dem, was die jungen Leute auf die Bühne bringen, sind die Profis zufrieden. „Die haben das alle gut hinbekommen“, sagte Tobias Nowak, der als Aufnahmeleiter arbeitet und die Schüler mit seinem Know-how unterstützte. Auch die Musiker finden die Telgter Schüler richtig gut. Der Trompeter Jürgen Schuster war vor allem von der Neugierde der Schüler begeistert. „Sie haben viele Fragen gestellt und waren sehr aufgeschlossen.“

Was da so gelernt wurde, konnten die Zuhörer wenig später erleben. Unter dem Motto „Ohrenschmaus im Filmerausch“ präsentierten Profis und Schüler ein Potpourri zahlreicher bekannter Filmmelodien. Zum Auftakt spielte das gesamte Ensemble des WDR-Rundfunkorchesters die bekannte Titelmelodie des Filmes Indiana Jones („Raiders of the lost ark“). Auch die Melodien aus Harry Potter, James Bond und Fluch der Karibik kamen sehr gut an. Besonderes Highlight für die Schüler war dabei sicherlich, dass Gabi Giebel in Piratenkleidung das Publikum beim „Rudelsingen“ zum Mitmachen animierte. Zugleich nutzten die Schüler den Anlass für die leiseren und weniger beschwingten Töne und verliehen dem Konzertabend damit Tiefe. Untermalt von einer selbst gestalteten Videopräsentation spielten WDR-Musiker und Schüler ein Stück aus dem Film „Schindlers Liste“. Die gezeigten Bilder gingen dabei auch auf die jüdische Geschichte in Telgte ein. Es dauerte nach Verklingen des Stückes einen kurzen Moment, ehe auch hier begeisterter Beifall durch das Bürgerhaus brandete.

Zu diesem Zeitpunkt hatte sich die Aufregung bei den meisten schon wieder gelegt.

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