Reinhard Große Jäger
Ampelgießer arbeitet an neuem Lied

Telgte -

Wenn einer Blumenampeln gießt, dann kann er was erzählen: Das trifft zumindest auf Reinhard Große Jäger zu, der im Auftrag des Heimatvereins in regelmäßigen Abständen die 238 Blumenampeln in der Telgter Innenstadt wässert.

Sonntag, 25.08.2013, 20:08 Uhr

Wenn einer Blumenampeln gießt, dann kann er was erzählen: Das trifft zumindest auf Reinhard Große Jäger zu, der im Auftrag des Heimatvereins in regelmäßigen Abständen die 238 Blumenampeln in der Telgter Innenstadt wässert. Denn wenn der Gärtnermeister mit seinem 400-Liter-Wasserfass durch die Straßen der Altstadt zieht, dann wird er nicht nur von vielen Leuten angesprochen, sondern hat auch viel Zeit zum Nachdenken.

„Der Blumenschmuck in der Innenstadt wird nicht nur von vielen Telgtern, sondern auch immer wieder von Auswärtigen gelobt“, sagt Große Jäger. Berufskollegen aus dem weiteren Umkreis etwa hätten bereits bei ihm angerufen und nach seinem Erfolgsrezept gefragt. „Den einen oder anderen Tipp habe ich denen natürlich gegeben“, sagt der Telgter.

Das Wichtigste sei aber das Gießen. Spätestens alle zwei Tage, in der Hitzeperiode auch täglich, zieht er daher mit seinem Wasserfass durch die Straßen. 1000 bis 1200 Liter werden dafür verbraucht. Nachgefasst wird an Hydranten, denn die Stadtwerke sponsern die Aktion.

Da Große Jäger bei seinen etwa dreistündigen Runden durch die Stadt viel Zeit zum Nachdenken hat, ist er beispielsweise auf die Idee gekommen, seinen Laufweg detailliert nachzumessen. Genau 4,96 Kilometer legt er jedes Mal zurück. „Das ist über die Gießsaison gerechnet etwa der Weg von Telgte nach Hamburg , den ich mein Wasserfass ziehe“, sagt er. Außerdem betätige er mehr als 12 000 Mal den Schalter seines Gießstabes , um per elektrischer Pumpe das Wasser in die Blumenampeln zu befördern.

Apropos Gießstab: Als Reinhard Große Jäger vor einigen Tagen wieder durch die Stadt zog, stand plötzlich sein Hausarzt hinter ihm und beobachtete ihn einige Zeit. „Jetzt weiß ich auch, woher ihre Rückbeschwerden kommen. Sie benötigen einen längeren Gießstab, dann können sie entkrampfter arbeiten“, gab der Mediziner dem Gärtnermeister sinngemäß mit auf den Weg. Der optimierte das System sofort, und siehe da: Die Beschwerden sind seitdem deutlich weniger geworden.

Nach dem Erfolg des Ampelgießer-Liedes im Vorjahr bastelt Reinhard Große Jäger derzeit an einem neuen Song. Zwei Strophen sind bereits fertig. Es sollen aber noch welche hinzukommen. Aller Voraussicht nach im Winterhalbjahr will er beim plattdeutschen Kreis des Heimatvereins das Lied zu ersten Mal vorstellen.

Etliche Verbesserungen an seinem Wasserwagen hat Reinhard Große Jäger im Laufe der Zeit bereits vorgenommen. Noch recht neu ist ein kleiner Elektromotor, der genauso wie die Gießpumpe über eine Autobatterie betrieben wird. Dieser Motor ist in der Lage, den schweren Wagen im Fußgängertempo voranzubringen und den Ampelgießer bei seiner Tätigkeit zu entlasten. „Ganz ausgereift ist das System allerdings noch nicht. Da muss ich wohl noch mal optimieren“, sagt der Gärtnermeister. Aber den Winter über ist ja genug Zeit, um das zu tun, damit in der nächsten Saison wieder alles funktioniert.

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